Ein Jonas in Australien

 
11Februar
2013

Coober Pedy

...Unser Ziel, die alten Minenstadt, lag 600km von der nächst größeren Stadt entfernt. Mitten in der Wüste, keine Baum, kein Strauch, kein Tier. Nur Steine und roter Sand. Unterbrochen nur von kleinen weißen Sandhügeln. Jeder Hügel, eine Mine. Schon seit hundert Jahren wird hier nach dem „Feuer aus dem Stein“ geschürft. Und die Menschen arbeiteten nicht nur unter der Erde, sie wohnten auch dort. Wer es sich leisten konnte, wohnte in einer alten ausgebauten Mine, um der Gluthitze an der Oberfläche zu entkommen. Wer sich keine alte Mine leisten konnte, oder wollte, lebte in einfachen Häusern, zwischen alten Autowracks und zurückgelassenen Bergbaumaschinen.

Aber immerhin war für das Nötigste gesorgt. Eine hundert Kilometer lange Pipeline bringt Wasser in die Stadt und draußen vor der Stadt tuckern die Dieselgeneratoren, die die Stadt mit Strom versorgen...

Klingt nach irgendeinem schlechten Endzeit-Film? Kann sein, ist aber auch eine ziemlich gute Beschreibung von Coober Pedy. Mein nächstes Ziel auf meiner Reise, oder eher gesagt ein kurzer Zwischenstopp auf meiner Rückfahrt von Alice Springs nach Adelaide.

1914 hat ein Junge auf der Suche nach Wasser zufällig den ersten Opal in dieser Gegend gefunden. Und das ist auch die einzige Existenzberechitigung für diese Stadt. Opale. Aus Coober Pedy und den drei „Nachbarstädten“ kommen 86% alle Opale. Und die Bedingungen sind wirklich hart. Im Sommer wird es über 50° heiß und im Winter fallen die Temperaturen auf 5-10° unter Null. Deshalb ist ein Teil der Stadt unterirdisch in alten Minen gebaut. Es gibt unterirdische Wohnungen, Büchereien, Kirchen und Hostels. Und genau dort hab ich auch übernachtet.

Radekas Underground Backpackers.

Von der Bushaltestelle wurden wir vom Besitzer des Hostels abgeholt. Und der Mann der da aus dem Shuttelbus stieg sah aus, wie man sich einen alten Bergarbeiter vorstellt. Jeans, Unterhemd, langer weißer Bart, Schlapphut :D

Im Hostel bekam ich ein 2er Zimmer für mich alleine, weil ich im Gegensatz zu den Anderen zwei Nächte bleiben wollte. Der Besitzer vom Hostel fragte noch, ob ich eine Decke leihen möchte, weil es Nachts auch wohl mal 20° „kalt“ werden könnte... Ich hab gesagt, es würde auch ohne Decke gehen :D

Im Hostel ging dann eine Treppe runter auf 6,5 Meter und dann kam ein langer Gang an dem dann rechts die einzelnen Zimmer lagen. Ich hatte Room 9, ein 2er Zimmer, welches ich wie gesagt für mich allein hatte. Das war das mit Abstand coolste Hostelzimmer in dem ich bis jetzt geschlafen habe.

Weil ich erst um 8 Uhr Abends angekommen bin, hatten alle Geschäfte in der Stadt schon geschlossen. Ich konnte also nicht im Supermarkt fürs Abendessen einkaufen. Aber in der Nähe von unserem Hostel gab es eine Pizzeria. Als Besonderheit gab es die „Coat of Arms“ Pizza. (Wappen-Pizza). Das australische Wappen besteht aus einem Känguru und einem Emu, die ein Schild halten. Und was kommt dann auf eine „Wappen-Pizza“? Richtig, Kängurufleisch und Emu-Salami :D

Am nächsten Morgen bin ich dann erstmal in den Supermarkt einkaufen gegangen. Und da gabs im Sonderangebot doch tatsächlich richtiges Brot für 2$. So mit Körnern und Kruste und so. Das erste richtige Brot seit 4 Monaten. Man kann mir so kleinen Dingen glücklich werden :)

Mittags hab ich dann eine Tour durch das Hinterland von Coober Pedy gebucht.

Am Anfang der Tour kamen wir an einem abgestürzten Raumschiff vorbei. Kein echtes, die gibt’s auch hier nicht ;), sondern eine Requisiete aus dem Film „Pitch Black“ mit Vin Diesel. In Coober Pedy wurden schon etliche Filme gedreht. Hauptsächlich irgendwelche Endzeit-Filme. Warum bloß?^^

Danach sind wir zur angelikanischen Kirche gefahren, die natürlich unterirdisch ist. Ganz interessant, aber was das alte Ölfass unter dem Altar sollte, weiß ich irgendwie nicht. Vielleicht wird man ja im Ölfass getauft....

Nach der Kirche ging es zum Golfplatz von Coober Pedy. Ja hier gibt’s einen Golfplatz, wobei das hier alles etwas anders ist. Der Platz besteht nur aus hellgrauem Geröll. Gespielt wird deshalb mit bunten Bällen. Grass gibt’s nur am Abschlag. Unterwegs trägt jeder Golfer sein kleines persönliches Stück Grass mit sich herum von dem dann Abgeschlagen wird. Einfach aus dem Grund, damit man sich seinen Schläger nicht vollständig ruiniert, wenn man mal wieder voll in den Boden drischt.

Dann sind wir zu den Minen gefahren. Der Zutritt zu den Minen ist eigentlich streng verboten, aber mit der Tour ist es erlaubt. Wir durften nur den Bus nicht verlassen. Der Grund dafür sind die vielen ungesicherten Minenschächte Wie viele es davon um Coober Pedy gibt weiß keiner genau, aber vorsichtige Schätzungen gehen von mindesten 2 Millionen Schächten aus. Und bei 30 Metern Tiefe kann sich glaub ich jeder vorstellen, was passiert, wenn man da reinfällt. Dann ist Schicht im Schacht xD

Am Ende von dem Minenfeld durften wir aber doch noch den Bus verlassen und in einem Haufen Abraum nach Bruchstücken von Opalen suchen. Ein paar schöne Steine haben wir auch gefunden auch wenn es wohl keine wirklichen Opale sind.

Nach unserer kleinen Schatzsuche sind wir weiter zur Mine und Haus von Crocodile Harry gefahren. Am Eingang wurden wir schon von der Frau des Hausmeisters gewarnt, wir sollten nicht zu Nah ans Haus gehen. Sie hätte die letzten paar Tage mit einem Brownsnake Biss im Krankenhaus gelegen und die Schlange müsste da noch irgendwo sein. Ich liebe Australien :D

Naja,Crocodile Harry war ein deutscher Baron, der nach dem 2. Weltkrieg nach Australien gekommen ist, erst in Nordaustralien als Krokodiljäger gearbeitet hat und dann später nach Coober Pedy, um nach Opalen zu buddeln. Dort wurde er dann zu einer Art Legende. Die Mine war nicht wirklich interessant. Beeindruckend nur, dass die ganze Höhle per Hand und Dynamit gegraben wurde, ohne Hilfe von Maschinen.

Aber sein Haus war einfach nur genial. Im Prinzip eine ganz Normale Höhle, aber früher muss es wohl Muss für jeden Besucher von Coober Pedy gewesen sein, Crocodile Harry zu besuchen. Und gegen eine kleine Spende dufte man sich auf der Wand verewigen. Dementsprechend sieht die Höhle aus...

Außerdem gibt es noch viele andere Sachen die die Besucher dort als Andenken aufgehängt haben. Mützen, Flaggen, BH's und Ausweise, oder Visitenkarten. Darunter zum Beispiel auch ein Führerschein von einem Kerl aus Nottuln :D Kleine Welt und so...

Weiter ging es zu den Breakaways. Das sind Felsen, die mitten in der Wüste stehen. Sieht so ählich aus, wie Arizona in den Staaten. Und hinter den Breakaways liegen die Moonstone Plains. Und genaus so stell ich mir das Outback vor. Steinwüste. Kein Baum, nur kleine Sträucher, knochentrocken und heiß. Und das ganze dann auch noch bis zum Horizont.

Die letzte Station auf der Tour war der Dingozaun. Dieser Zaun, soll die Dingos aus dem Norden von den Schafweiden in Südaustralien fernhalten. Mit 5300km Länge ist der Dingozaun die längste Konstruktion der Welt.

Am nächsten Morgen dann die große Überraschung, bedeckt und Nieselregen. SO hab ich mir das Outback nicht vorgestellt. Nach dem Frühstück, mit richtigem Brot, nur ums es noch einmal zu betonen, war der Regen aber auch schon wieder weg. Ich bin erstmal zur Library gegangen, denn selbst in so einer kleinen Stadt mitten in der Wüste gibt es eine Library mit kostenlosen W-Lan :D

Danach bin ich zur serbisch-orthodoxen Kirche gelaufen, die die schönste der unterirdischen Kirchen hier in Coober Pedy sein soll. Und da hab ich auch gemerkt, dass die Karte die wir bekommen haben nicht maßstabsgetreu ist. Auf der Karte sah es vielleicht nach 15 Minuten Fußweg aus, in Wirklichkeit waren es 45 Minuten. Pro Weg... (Ja Toni und Franzi, ich bin schon wieder ne Ewigkeit irgendwo hingelaufen ;-) )

Auf dem Weg bin ich auch an dem Windrad vorbeigelaufen auf das die Leute hier in Coober Pedy mächtig stolz sind und bei der Tour am Vortag bei jeder Gelegenheit erwähnt wurde. Naja als Münsterländer konnte mich jetzt ein(!) Windrad nicht wirklich schocken. Wenn wir jedes Windrad in die Karte für Touristen einzeichnen würden, wäre das ne ziemlich bunte Karte :D

Ich bin immer weiter weg von Coober Pedy mitten in die Minen rein. Null Orientierung. Sieht alles gleich aus und zwischen den Hügeln sieht man auch keine Anhaltpunkte. Also immer meiner tollen Karte nach.

Ok das Windrad ist rechts von mir und wenn ich jetzt noch ignoriere, dass dies eine Rechtskurve ist, die es auf der Karte nicht gibt, dann müsste ich jetzt rechts abbiegen, dann wieder links und da... Warum zu Hölle zeigt der Wegweiser an der Straße jetzt in die andere Richtung???

Ok dann folge ich halt dem Wegweiser. Mit Karten, besonders solchen Karten, komm ich nicht weit... (Nein das war nicht der Grund warum aus 15 Minuten 45 wurden. Ich bin auf direktem Weg zur Kirche, auch wenn ich nicht immer sicher war, ob ich richtig bin...)

Und ich weiß beim besten Willen nicht, was die vor der Kirche gemacht haben. Überall befestigte Straßen, oder zumindest Schotterwege, aber vor der Kirche nur Steinstaub. Fein wie Mehl und knöcheltief. Meine Schuhe sahen nachher dementsprechend aus...

 

Die Kirche selbst war dann wirklich beeindruckend. Im Gegensatz zur angelikanischen Kirche vom Vortag, hatten die Erbauer bei dieser Kirche auch in die Tiefe gebuddelt. Deshalb war der Kirchenraum bestimmt 4-5 Meter hoch. Dazu dann noch ein Buntglasfenster an der Rückseite.

Als ich wieder im Hostel war liefen zufällig gerade deutsche Nachrichten im Fernsehen. Dortmund hat verloren und Bayern hat Schalke vermöbelt. Perfekt.

Gut gelaunt bin ich dann noch um 5 zur Känguru-Aufzuchtstation gegangen. Dort werden junge Kängurus aufgezogen, deren Mütter von Lastern überfahren, oder von Aboriginies gegessen wurde.

Um 5 war dann Kängurufütterung. Dazu haben wir eine Dose mit Futter bekommen und die Kängurus kamen dann rangehüpft und haben einem aus der Hand gefressen.

Zum Schluss hat der Pfleger dann noch das jüngste Känguru geholt und es mit der Flasche gefüttert

Jetzt bitte ein „Ahhhh soooo cute“!

Und das wars dann auch schon mit meinem Stopp in Coober Pedy. Jetzt geht’s wieder zurück nach Adelaide und am Donnerstag steht dann meine Zugfahrt nach Perth auf dem Plan :)

08Februar
2013

The Rock

The Rock

 

Meine „Must-Do“ Liste für Australien:

 

  • Fraser Island

  • Whit Sundays

  • Tauchen

  • Silvester in Sydney

  • Great Ocean Road

  • Ayers Rock/Uluru

  • Zugfahrt nach Perth ü (kommt noch, aber Ticket ist schon gebucht)

 

Wie ihr seht ist nur noch der Punkt Uluru offen und ich finde es ist auch einer der schwierigeren Punkte. Während alle anderen Punkte an der Küste sind, liegt der Uluru mitten in Australien, ungefähr 1500km von der Küste weg. Ende Oktober habe ich in Cairns schon einmal überlegt zum Uluru zu fliegen, aber weil ich mich ja dafür entschieden hatte, mit Cathrin und Theresa nach Brisbane zu fliegen, blieb als einzige sinnvolle Alternative, die Uluru-Tour am Ende meiner Reise von Adelaide aus zu machen.

Und weil ich ja mittlerweile auch ziemlich am Ende meiner Reise bin, bin ich vor ca. 2 Wochen auch in Adelaide angekommen und dann gingen die Überlegungen wieder los. Machen, oder nicht machen. Aber weil ich bis jetzt Alles auf meiner Liste abhaken konnte, wollte ich den letzten Punkt jetzt nicht offen lassen. Ich hab mich also einen Tag hingesetzt, hab die Busse gebucht, die Hostels und die „The Rock Tour“, die mir schon Ende August auf Fraser Island empfohlen wurde.

Und ich sollte es nicht bereuen...

Sonntag Abend ging es dann los. Busfahrt von Adelaide nach Alice Springs. Fast 19 Stunden lang. Neuer Rekord ;-)

Um Adelaide herum war noch alles voller „Wiesen“ (die braunen Flächen), und nach der Nacht war ich auch schon im Outback, wobei ich doch überrascht war, wie viel Bäume da noch stehen.

 

 

In Alice Springs bin dann erstmal zum Hostel gelaufen, bei fast 40°. Danach noch zum Supermarkt, zwei 2l Wasserflaschen kaufen, Abendessen und früh ins Bett. Am nächsten Morgen ging mein Wecker nämlich schon um 5 Uhr. Sorry Zimmernachbar, aber ich habe dich gewarnt :D

Glücklicherweise gab es in dem Hostel auch schon so früh am Morgen das kostenlose „Frühstück“. (Ich finde es ja schon komisch mit einem kostenlosen Frühstück zu werben und dann jedem 2 Scheiben Toast zu geben. Oft habe ich aus Langeweile schon 2 Scheiben Toast roh gegessen, bevor die ersten 4 Toast aus dem Toaster kommen...)

Um 6 Uhr wurde ich dann vor dem Hostel abgeholt.

Unsere Gruppe bestand aus 21 Leuten im Alter von 20 bis 67 Jahren. 2 Amerikaner, 2 Schweden, 2 Schweizer, 3 Holländer, 1 Engländer und -oh Wunder- 11 Deutsche.

Dazu dann noch unser Tourguide. Seinen richtigen Namen haben wir nie erfahren, nur seinen Spitznamen Wookie. Seine Familie meinte, er würde Chewbacca aus Star Wars ähneln. Deshalb Wookie :D

   

Unsere erste Station sollte der Kings Canyon sein. Aber die Tatsache, dass hier in Australien alles ziemlich weit entfernt ist, gilt erst Recht hier im Outback. Daher mussten wir erst 6 Stunden Busfahren. Und ich muss meine Aussage, ich hätte mich ans lange Busfahren gewöhnt, etwas abändern. Nachtfahrten sind voll ok, von mir aus auch 15-16 Stunden, aber Tagfahrten sind immernoch genauso beschissen, wie eh und je.

Als wir endlich am Kings Canyon angekommen waren, gab es die erste kleine Enttäuschung. Eigentlich wollten wir die 6km Route oben am Rand des Canyons entlang nehmen, aber weil die Temperatur nach 11 Uhr über 36° lagen, war die Route gesperrt. In den letzten Wochen sind einige Wanderer dort fast an Dehydrierung gestorben, deshalb sind die jetzt besonders vorsichtig...

Wir durften also nicht links die „Heartattack Steps“ hoch, sondern mussten rechts den 2km Weg durch den Canyon nehmen.

Vorher gabs von Wookie noch 2 grundlegende Verhaltensregeln für die Nationalparks.

The only things you take are your photographs and the only things your leave are your footprints.“

(Das einzige was du aus dem Park mitnimmst sind deine Fotos und das Einzige was du zurücklässt sind deine Fußabdrücke)

Der Canyon war schon recht beeindruckend. Links uns Rechts fast senkrechte Felswände und in der Mitte ein Wald aus Eukalytus. Am Ende des Weges war eine Aussichtsplattform von der man einen guten Blick durch den Canyon hatte. Dort haben wir dann auch unser Mittagessen und Wookie hat uns etwas über die Entstehung des Canyons erzählt und über die Pflanzen, die dort wachsen, und wie die Aboriginies diese genutzt haben.

 

Nach ca. 90 Minuten sind wir aber schon wieder zurück gegangen. Eigentlich hätten wir noch eine andere kurze Route nehmen können, aber die ist leider vor 2 Wochen bei einem Buschfeuer verbrannt. Habe wohl kein Glück mit Nationalparks. Vor 4 Wochen war der Blue Mountains Nationalpark ja auch schon gesperrt...

Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Zwischenstopp in Erldunda gemacht. Dort konnten wir Bier für die nächsten beiden Abende kaufen. Vorrausplanen, nicht die Stärke eines Backpackers, aber 12 schien eine vernünftige Nummer zu sein. :) Ich wollte nicht wie auf Fraser und den Whitsundays ohne, bzw mit zu wenig Bier rumsitzen...

Da wir mit der ganzen Tour Bierkisten gekauft haben, mussten wir 30,60,90,120,150,... Bier kaufen und wie nicht anders zu erwartet waren wir bei 101 Dosen. Das heißt 11 runter, oder 19 drauf. Selbsterverständlich haben wir auf 120 erhöht :-p

Auf dem Weg haben wir dann auch noch Mount Connor gesehen. Auch Fooluru (Idioten Uluru) genannt, weil es immer wieder vorkommt, dass Leute bis dort fahren, Fotos machen und wieder umdrehen im Glauben den Uluru gesehen zu haben.Merke, nicht jeder große Stein im Outback ist auch ein Uluru :D

 

Später haben wir noch auf freier Strecke kurz angehalten um Feuerholz zu sammeln. Dabei hab ich zweimal hingeschaut was ich da aufsammel, weil Daniel, der mir auf Fraser diese Tour empfohlen hatte, sagte damals, dass ihm beim Feuerholzsammeln eine Redback über den Arm gelaufen ist. Man muss es ja nicht provozieren ;-)

Im Camp angekommen, hat Wookie über dem Feuer unser Abendessen zubereiten. Chili-Con-Carne mit Reis. Sehr lecker.

 

Der Sonnenuntergang hier im Outback war schon sehr beeindruckend, aber der Sternenhimmel danach toppt das noch um Längen. Man sieht hier so viele Sterne und Sternschnuppen. Einfach unglaublich. Auf dem Foto sieht man nur die hellen Sterner, die ganzen kleinen sind gar nicht erst auf dem Foto. Links sieht man sogar eine Sternschnuppe. Wookie sagte der Rekord für Sternschnuppen liegt bei 31 in 2 Stunden in einer ganz normalen Nacht. Ich glaub in Deutschland habe ich keine 10 Sternschnuppen gesehen. Dafür brauch ich hier keine Stunde... Teilweise sieht man sogar Satelliten vorbei fliegen. Wusste gar nicht, dass sowas möglich ist...

   

Geschlafen haben wir in Swags. Das sind übergroße Schlafsäcke aus dickem reißfesten Stoff mit integrierter Matratze. Sehr genial die Dinger. Ausrollen, normalen Schlafsack reinlegen, fertig. Dauert keine 2 Minuten und ist erstaunlich gemütlich. Den Swag kann man mit einem Großen Lappen, Monsterflap genannt, verschließen, damit keine Viecher rein kommen. Aber dann sieht man auch keine Sterne mehr. Im Dunkeln schlafen kann ich auch im Hostel... Also Monsterflap offen gelassen, Sterne geguckt und gehofft, dass Spinnen und Käfer draußen bleiben :D

Am nächsten Morgen wurden wir dann um 5 Uhr, noch vor dem Sonnenaufgang, von Wookie geweckt.

 

Wir wollten nach Kata Tjuta, auch Olgas genannt, einer Felsformation 35km vom Uluru entfernt. Und weil die Wanderroute um 11 Uhr morgens wegen den Temperatur gesperrt wurde, mussten wir früh los, damit wir um 11 Uhr fertig sind.

Kata Tjuta besteht aus 36 Felsen von denen der höchste fast 600 Meter hoch ist. 200 Meter höher, als der Uluru.

 

Wir sind durch das Valley of the winds (Tal der Winde) gelaufen. Jeder konnte für sich entscheiden, ob er die ganze Route (7,5km) läuft, oder die um 2km kürzere Version. Ich hab, wie die meisten Anderen auch, die lange Variante gewählt. Am Anfang sind wir außen an den Felsen vorbei gelaufen. Auf der einen Seite die riesigen roten Felsen und auf der anderen Seite die endlose Weite der Wüste.

Später sind wir dann nach Kata Tjuta rein und sind dann zwischen den riesigen Felsen gelaufen. Das war noch beeindruckender. Am Ende kam noch ein richtig steiles Stück, aber dafür gabs dann oben den besten Lookout der ganzen Tour.

Dort haben wir erstmal Pause gemacht und viele Fotos. Unter andrem auch diese tollen Sprungfotos :D


Die Strecke ist, bis auf das kurze steile Stück, eigentlich nicht wirklich anstrengend, aber durch die Hitze wird es dann doch hart. Auch morgens um 9 war es schon brutal heiß und am Ende von unserem 3 Stunden Walk, war ich auch fertig mit meinen 4 Litern Wasser :D

Nach dem Mittagessen, Wraps, ging es weiter zum Uluru.

Im Besucherzentrum wurde das Leben der Anangu gezeigt, den Aboriginies, die schon seit tausenden von Jahren in dem Gebiet um den Uluru leben. Ausgestellt wurden Werkzeuge und Alltagsgegestände der Anangu. Es gab auch eine große Infowand, die den Kampf der Anangu um die Rückgabe ihres Landes zeigt. Am Ende der Ausstellung gab es noch das „Sorry-Buch“. Darin waren die ganzen Briefe von Leuten aus aller Welt, die sich dafür entschuldigen, dass sie Steine vom Uluru mit nach Hause genommen haben. Es gab auch noch einen Laden in dem original Aboriginie-Souveniers kaufen konnte.Eigentlich hatte ich überlebt mir hier einen Bumerang zu kaufen, aber 200$ waren dann doch viel zu viel. Hab mir dann für 20$ diese Eidechse geholt.

(Foto will noch gemacht werden ;-) )

Von dem Parkplatz vor dem Uluru geht auch der Kletterweg auf den Uluru los. Bevor jemand fragt, wir haben sind natürlich nicht hochgeklettert. Der Kletterweg war wegen den hohen Temperaturen gesperrt. Aber selbst wenn der Klettterweg geöffnet wäre hätten wir es nicht gemacht. Gründe dafür gibt’s genug. Die Anangu möchten nicht, dass Leute da hochklettern, weil ihnen der Uluru heilig ist. Kann ich gut verstehen. Wir klettern und picknicken ja auch nicht auf dem Altar im Kölner Dom... Das Klettern schadet auch dem Fels. Auf dem Foto sieht man gut den weißen Strich auf dem Fels. Die Anangu nennen ihn die Narbe des Uluru. Nicht vergessen sollte man auch, dass der Aufstieg auf den Uluru auch nicht ganz ungefährlich ist. Offiziell sind 36 Meneschen beim Aufstieg ums Leben gekommen, zu sehen an den Gedenktafeln neben dem Aufstieg. Fragt man aber die Ranger fragt, dann liegt die Todeszahl auch wohl über 200, weil alle, die nach dem Aufstieg im Hotel an Erschöpfung, oder Herzinfarkten sterben, schaffen es nicht in die offizielle Statistik.

Der einzige Grund warum der Kletterweg noch nicht geschlossen ist: Tourismus! Die Tourismusbranche hat einfach Angst, dass keine Touristen mehr in Outback kommen, wenn man nicht mehr auf dem Uluru rumklettern darf. Bescheuert, auch jetzt klettern weniger als ein Drittel der Touristen auf den Uluru. Aber Wookie sagte, dass der Kletterweg vielleicht 2014 geschlossen wird. Nicht aus Rücksicht auf die Anangu, sondern aus Kostengründen. Dem Staat ist es schlicht zu teuer, die Rettungsteams zu bezahlen, die die verunglückten Touris vom Uluru hohlen...

 

 

Anstatt zu klettern haben wir den Mala-Walk gemacht. Eine kleine Tour direkt am Uluru entlang. Dabei hat Wookie uns bei Gelegenheit immer wieder Geschichten aus der Welt der Anangu erzählt.

Wir sind immer wieder an kleinen Höhlen vorbeigekommen in denen man teilweise alte Wandmalereien sehen konnte.

Dabei muss man aber aufpassen. Es gibt am Uluru einige „Sensible Sites“. Das sind Bereiche, die eine besondere Bedeutung für die Anangu. Zum Beispiel gibt es eine Höhle nur für Frauen, die die Männer der Anangu nicht sehen dürfen. Wenn jetzt ein Anangu-Mann diese Höhle sieht, auch auf Fotos, oder im Internet, dann wird er auch heute noch dafür bestraft. Und mit Strafen sind die Anangu nicht gerade zimperlich...

Daher bitten die Anangu darum, die „Sensibel Sites“ nicht zu fotografieren. Außerdem riskiert man eine 5000$ Strafe, wenn man erwischt wird. Aber eigentlich sollte die Bitte der Anangu für jeden ausreichen...


Nach dem Mala-Walk sind wir in auf einen Campingplatz gefahren auf dem wir die nächste Nacht bleiben wollten. Dort gab es sogar einen kleinen Pool. Sooo gut bei 40°. Und danach die erste Dusche seit Beginn der Tour. Auch keine schlechte Idee ;-)

Um 6 sind wir aber schon wieder losgefahren, um den Sonnenuntergang am Uluru zu beobachten. Es gibt einen offiziellen „Sunset Point“ und wie bei jeder größeren Touristenattraktion hier in Australien, war auch der Sunset Point natürlich völlig überlaufen. Insgesamt standen dort 8 große Reisebusse und 3 kleine Tourbusse. Die Gruppe neben uns hatte ein Champanger Buffet aufgebaut mit Stühlen und Kellnern und so. Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ich hätte aber nicht tauschen wollen, denn wir hatten Essen. Und mit meinem Bier war ich auch mehr als glücklich :D

Vom Sonnenuntergang war ich doch etwas enttäuscht. Der Uluru änderte nicht wirklich seine Farbe, sondern wurde einfach nur dunkler. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech, weil es bewölkt war. Naja so rot wie auf den Postkarten glüht der Uluru wahrscheinlich auch nur in Photoshop :D

   

Als wir wieder auf dem Campingplatz waren, ist erst einmal ein Dingo an unserem Bus vorbeigelaufen. Erhöht den Spannungsfaktor doch ungemein, wenn man draußen im Swag schläft :D

Sind aber trotzdem am nächsten Morgen alle wieder aufgewacht. Los ging es schon um 4.30 Uhr, weil wir den Sonnenaufgang am Uluru sehen wollten. Auch dafür gibt es wieder einen offiziellen „Sunrise Point“. Wir sind aber zum gleichen Punkt gefahren, wir am Abend zuvor. Einfach um der Masse an Touristen aus dem Weg zu gehen.

Und der Sonnenaufgang war auch viel besser, als der Sonnenuntergang. Man sah richtig wie der Himmel immer heller wurde, bis die Sonne dann schließlich direkt neben dem Uluru aufgeangen ist.


Nach dem Sonnenaufgang sind wir wieder zum Uluru gefahren. Für den letzten Tag hatten wir uns den längsten Walk aufgespart. Einmal die große Schleife um den Uluru drumherum. Wir konnten wieder zwischen einer kurzen und der langen 10km Strecke wählen. Ich hab wieder die Lange genommen, aber dieses Mal hätte auch die kurze Strecke gereicht. Denn die ersten 3 Kilometer, die wir mehr gelaufen sind, waren nicht wirklich interessant.Wir sind erst vom Uluru weggelaufen und erst später wieder direkt am Felsen entlang. Dann kam mann auch immer wieder an riesigen Felsen und Höhlen mit Malereien vorbei. Dabei musste man aber auch wieder aufpassen, dass man keine „Sensible Sights“ fotografiert.

Nach dem Walk war ich aber auch echt fertig. Ich dachte eigentilch das ich mich mittlerweile ans lange Laufen gewöhnt hätte. Toni und Franzi aus Berlin haben sich schon lustig gemacht.

 „Alle deine Geschichten fangen damit an, dass du irgendwo von A nach B gelaufen bist...“

Offensichtlich nicht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich in den letzten beiden Nächten nicht wirklich viel geschlafen hatte :D

Und dann war unsere Tour auch schon vorbei. Es fehlte nur noch die 6-7 Stunden Busfahrt zurück nach Alice Springs. Auf dem Weg haben wir noch an einer Kamelfarm angehalten, aber irgendwie hatte bei den Temperaturen keiner von uns Lust auf Kamelereiten. Wir haben dann nur Fotos gemacht. Großes Kamel, kleines Kamel, Känguru und ab zurück in den klimatisierten Bus.


Abends haben wir uns dann noch mit etlichen Leuten in der Bar getroffen und die Tour bei ein paar Bier ausklingen lassen.

Heute am Tag nach der Tour fühlt es sich irgendwie komisch an. Schließlich war das meine letzte große Tour hier in Australien. So langsam wird mir bewusst, dass meine Reise bald zu Ende ist. Am Anfang wusste ich ja gar nicht welche Reiseroute ich hier in Australien nehme, aber in allen Überlegungen waren die letzten 5 Stationen immer

Adelaide - Alice Springs - The Rock Tour – Adelaide - Perth

Und jetzt ist fehlen nur noch der zweite Stopp in Adelaide und Perth. Und in 24 Tagen flieg ich schon zurück. Hört sich zwar noch ziemlich viel an, aber wenn man bedenkt dass ich schon 185 Tage in Australien bin, dann ist das auf einmal nicht mehr so viel. Aber es werden bestimmt noch 24 schöne Tage und mit der Zugfahrt von Adelaide nach Perth liegt ein Highlight ja auch noch vor mir...

 

 

07Februar
2013

Blog Wettbewerb

http://www.lexiophiles.com/english/vote-for-your-favorite-ix13-blog

Hey,

mein Blog wurde für den IX13 Wettbewerb nominiert. Das ist ein Wettbewerb für Reiseblogs. Work and Travel, Au Pair, Auslandssemester, Schüleraustauch... die ganze Palette. Also alle einmal für mich abstimmen.

Geht ganz einfach. Oben auf den Link klicken und dann meinen Blog "Ein Jonas in Australien" auswählen. Und denn Link auch Freunden und Familie zeigen, damit möglichst viele für mich abstimmen :D

Und btw bin ich heute von meiner Uluru-Tour zurückgekommen. Das heist in den nächsten 2-3 Tagen dürfte es dazu einen Eintrag geben. :)

18Januar
2013

Great Ocean Road

Der Trip war mal wirklich spontan. Mittwoch Abend war ich gerade beim Kochen, als plötzlich Rene in die Küche kam. Die Welt ist klein und Australien noch kleiner. Jetzt sind wir uns hier in Australien schon zweimal über den Weg gelaufen.

Rene war zusammen mit 3 Anderen gerade mit nem Mietauto aus Sydney gekommen und wollte zusammen mit einem von den dreien, Marko, am nächsten Tag zur Great Ocean Road fahren. Und weil die noch nen Platz im Auto frei hatten, bin ich einfach mal mitgefahren. Ganz spontan :D

Ich hab dann noch nachts bis halb drei meine Wäsche gewaschen, am nächsten Morgen aus dem Hostel ausgecheckt und los gings.

Nach einer ausgiebigen Runde Rucksack-Tetris im Kofferraum und dem obligatorischen 1$ Guten-Morgen-Kaffe vom 7/11 sind wir losgefahren.

Der Plan war erst durchs Hinterland zum Ende der Great Ocean Road zu fahren und dann über die Great Ocean Road zurück nach Melbourne. Die 200km durchs Hinterland waren nicht wirklich spektakulär, aber irgendwann waren wir dann endlich an der Great Ocean Road.

Und gleich der Erste Aussichtspunkt war wirklich beeinduckend.

 

Wir sind eigentilch bei fast jeden Aussichtspunkt angehalten.

 The Grotto

 

The Arch

 

London Bridge

Die London Bridge hatte mal 2 Bögen, aber 1990 ist ein Bogen eingestürzt. Die beiden Leute die das Pech hatten gerade auf dem äußeren Bogen zu stehen, konnten erst nach Stunden per Hubschrauber gerettet werden.

Und schließlich die 12 Apostel. Die bekannteste Felsformation an der Great Ocean Road. Leider vernebelte die Gischt vom Meer etwas die Aussicht, aber auch so war es noch schön genug :D

  

Und ja ich kann zählen... Mit der Zeit sind ein paar Stehlen eingestürzt. Deshalb sind es jetzt keine12 mehr ;-)

Übernachtet haben wir in einem kleinen Hostel in Apollo Bay und weil Rene Koch ist gabs auch mal wieder ein richtiges Abendessen. Selbstgemachte Pommes mit Burgern. Geil :D

 

Am nächsten Morgen hat es geregnet. Damit war jede Überlegung, zu welchem Strand wir fahren hinfällig.

 

Wir sind dann stattdessen zum Carisbrook Fall gefahren. Naja hab schon bessere Wasserfälle gesehen...

 

Danach kam ein für mich unerwartetes Highlight. Kenett River, nie gehört! Aber Marko und Rene wussten, dass man dort sehr wahrscheinlich Koalas sehen kann.

Und nach nicht einmal 10 Metern sitzt auch schon einer im Baum.

 

Leider war er am schlafen. Genauso wie die nächsten 15(!) Koalas die wir gesehen haben. Ist ja auch kein Wunder. Schließlich schlafen Koalas 20 Stunden am Tag. Die restlichen 4 Stunden verbringen sie damit, Eukalyptusblätter in sich hinein zu stopfen. Und das tat dann schließlich auch Koala Nummer 16 :D

Der saß völlig entspannt, wahrscheinlich high vom Eukalyptus ;-) , auf dem Baum und störte sich gar nicht, dass ungefähr 10 Leute um ihn herum standen und Fotos gemacht haben. Sehr cool!

Das war unser letzter größerer Stopp. Danach sind wir eigentlich bis nach Melbourne durchgefahren. Unterbrochen eigentich nur von ein paar kurzen Stopps direkt an der Küste, um die Aussicht auf dem ein oder anderen Foto festzuhalten :D

 

Auf dem Weg nach Melbourne bekam ich noch eine Nachricht von Frank aus Lette, mit dem ich vor Jahren mal zusammen im Skiurlaub war, ob ich zur Zeit in Melbourne wäre. Er könnte schwören ich hätte letzen Abend im Hostel neben ihm gesessen. Die Welt ist so klein, so winzig klein...

01Januar
2013

Silvester in Sydney

NYE in Sydney was simply fucking amazing :D

Bin aber gerade zu faul den Eintrag zuende zu schreiben, deshalb gibts jetzt erstmal nur ein Video von den ersten 2 Minuten Feuerwerk :D

20Dezember
2012

Canberra

Canberra

Urlaub vom Urlaub, oder so ähnlich. Der einzige Grund warum ich am Samstag nach Canberra gefahren bin, ist, dass ich nicht 6 Wochen am Stück in Sydney sein wollte. Es sagen zwar alle, dass in Canberra nicht viel los ist, aber wenn dann will ich mich selbst davon überzeugen und immerhin ist das die Hauptstadt von Australien. Zumindest Sightseeing sollte also möglich sein :D

Das in der Stadt nicht viel los ist zeigte sich schon bei der Hostelsuche. Laut Internet und Lonely Planet gibt es in Canberra ganze 3 (!) Hostels. Das erste hat keine Küche, das zweite ist das YHA und das dritte ist noch teurer. Ich hab also das YHA gebucht. Irgendwie muss sich unsere Mitgliedskarte ja auch bezahlt machen und dann weiß ich wenigstens, dass ich ein ordentliches Hostel habe.

Im Bus dann, kein anderer Backpacker. Scheint wirklich nicht so beliebt zu sein die Stadt. Und im Bus gabs dann auch noch eine Premiere. Bisher kannte ich die Aufforderung aufgrund einer Schlechtwetterfront die Sicherheitsgurte anzulegen nur aus dem Flugzeug und nicht aus dem Bus. Naja wir haben es überlebt xD

In Canberra habe ich dann im Hostel eingecheckt und was soll ich sagen. YHA halt, Luxus pur. TV-Raum, saubere Küche, Pool. Ich bin in einem 8er Zimmer mit Fenster. 2 Fenstern und man kann beide öffnen. Klingt jetzt nicht besonders, aber wenn man, wie ich, eine Woche lang in einem 8er Zimmer ohne Fenster geschlafen hat, bei dem man morgens nicht wusste, ob man in einem Pumakäfig, oder in einer Ausnüchterungszelle, aufgewacht ist, lernt man sowas durchaus zu schätzen :D

Am Abend habe ich nicht mehr viel gemacht. Zum Aldi, den gibt’s glaub ich überall, ebend ein paar Sachen fürs Abendessen und Frühstück einkaufen, Abendessen und dann noch etwas im TV-Room chillen.

Am Sonntag habe ich dann erstmal ausgeschlafen. Irgendwann gegen 12 habe ich mich dann mal aus dem Bett gequält. Nach einem ausgiebigen Toast-mit-Marmelade-Frühstück bin ich losgezogen, die Stadt zu erkunden. Und als erstes habe ich gemerkt wie groß Canberra ist. Oder eher gesagt weitläufig. In Sydney laufe ich eine halbe Stunde vom Hostel zum Hafen, aber dazwischen ist noch was. In Canberra laufe ich eine halbe Stunde vom Hostel zum Regierungsviertel und dazwischen ist nichts. Nur Straße...

Am Regierungsviertel sieht man sehr deutlich, dass Camberra eine Stadt ist, die am Reissbrett entworfen wurde. Das National War Memorial, die ANZAC-Parade, das Old Parliament House und der Parliament Hill mit dem neuen Parlament liegen alle auf einer Achse. Sieht recht cool aus, wenn man an einem Ende steht und die ganze Strecke entlang gucken kann. Insgesamt bin ich 2 Stunden durch Parlamentsviertel gelaufen, ich war jedoch weder im alten, noch im neuen Parlament. Dafür war es schon zu spät. Muss ich irgendwann man nachholen. Als ich um das Parlament herum gelaufen bin, ist auch ein ganzes Stück ein Polizeiaute neben mir hergefahren. Ich dachte, ob der vlt einfach nur Langeweile hat, bis ich am Ende des Weges gesehen habe, das der für Unbefugte gesperrt ist :D

Abends im Hostel habe ich einen Australier getroffen, der 3 Monate in Hamburg gewohnt hat. Jetzt sprechen sogar die Australier schon Deutsch...

Naja jedenfalls hat er gesagt ich solle Parlament House und War Memorial vergessen. Das absolute Highlight in Canberra wäre ein Imbiss hinterm Glasmuseum, der die weltbesten Burger servieren würde. Könnte man mal vorbei schauen ;-)

Am zweiten Tag bin ich zum National War Memorial gegangen. In fast jeder Stadt habe ich bis jetzt irgendwelche Ehrenmäler gesehen, entweder Gedenktafeln oder Kanonen oder Statuen. Um zu verstehen warum überall so viele Mahnmale stehen, ist vlt eine kleine Geschichtsstunde notwendig ;-)

 

Die Nation Australien wurde 1901 gegründet, war also beim Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 gerade mal 13 Jahre alt. Die australischen und neuseeländischen Soldaten bildeten das „Australian and New Zealand Army Corps“ (ANZAC) und waren stolz darauf ihre junge Nation zu repräsentieren. Die erste Schlacht für das ANZAC war die Landung in Gallipoli in der Türkei am 25.4.1915. Die ANZAC konnten die türkischen Verteidiger jedoch nicht überwinden und es entbrannte ein erbitterter Grabenkrieg. Als das ANZAC schließlich nach 8 Monaten evakuiert wurden, waren von 20.000 ANZAC-Soldaten 8.700 gefallen, oder verwundet. In der Schlacht um Gallipoli entstand auch der Mythos vom ANZAC, von Soldaten, die mutig, kameradschaftlich und ausdauernd gegen die gegnerischen Truppen kämpften. Die ANZAC-Soldaten werden bis heute als Helden verehrt. Viele sehen die Schlacht von Gallipoli als Beginn eines australischen Nationalbewusstseins.

 

Deshalb gibt es überall so viele Memorials und das National Memorial ist natürlich das größte.

Vor dem National Memorial liegt die Anzac Parade. Zu beiden Seiten gibt es kleinere Denkmäler unter anderem für die Gefallenen der einzelnen Teile der Armee (Infanterie , Airforce, Navy) und für die Gefallenen verschiedener Kriege (Korea, Vietnam). Ganz am Ende der Anzac Parade, also dirket vor dem National Memorian ist ein Denkmal für Mustafa Attatürk, den Befehlshaber der türkischen Truppen in Gallipoli. Die Australier haben großen Respekt für die türkischen Truppen, die ihr Heimatland verteidigt haben. So sollte man nach dem Krieg miteinander umgehen...

Das eigentliche War Memorial unterteilt sich in ein Kriegsmuseum und das eigentliche Ehrenmal. Ich hab heute nur das Museum geschafft. Hätte nicht gedacht, dass das so lange dauert. Naja das Ehremal besuche ich dann morgen.

Das Museum ist hat verschiedene Abschnitte. Zuerst war ich im Abschnitt, der den ersten Weltkrieg behandelt. Direkt am Anfang ist großer Raum, der sich nur mit der Schlacht um Gallipoli beschäftigt.

 

Im Teil, der den 2. Weltkrieg behandelt war ich nur danach nur kurz und im Teil, der die Kriege nach dem 2. Weltkrieg behandelt, war ich gar nicht, weil ich keine Zeit mehr hatte.

Dafür war ich zuvor viel zu lange in der Aircraft-Hall. Dort waren bestimmt 20 verschiedene Flugzeuge aus dem 1. und 2. Weltkrieg ausgestellt. Darunter auch eine Lancaster, ein 4-motoriger britischer Bomber, der von australischen Piloten geflogen wurde. Was ein riesen Ding =)

Ich stell einfach mal ein paar Fotos rein.

(Wer sich nicht so sehr für Flugzeuge interessiert, kann einfach runterscrollen, gleich kommen Kängurus ;D )

   

Das War Memorial schließt schon um 17 Uhr und weil ich noch nicht zurück zum Hostel wollte, bin ich noch durch den Nationalpark zum Mount Ainslie gelaufen, der direkt hinter dem War Memorial liegt.

Am Anfang war ich von dem Nationalpark nicht wirklich begeistert, einfach nur Eukalyptus-Wälder links und rechts, aber auf einmal hüpft ein Känguru keine 5 Meter vor mir über den Weg. Ein richtiges Känguru, und nicht son kleines, wie die Anderen, die ich bis jetzt gesehen habe. War leider ziemlich schnell wieder weg, aber auf einmal war der Nationalpark nicht mehr so langsweilig.

Am Gipfel angekommen, hatte man dann eine ziemlich gute Aussicht über Canberra. Der Mount Ainslie liegt genau auf der Achse War Memorial-Parliament Hill, oder eher gesagt, die Städteplaner haben die Achse so gelegt, dass sie auf den Mount Ainslie zuläuft...

Auf jedenfall kann man vom Gipfel über das War Memorial, die ANZAC Parade bis zum Parliament Hill gucken.

Am Dienstag Morgen musste ich erstmal meine Wäsche waschen. Wer sich jetzt fragt, warum ich das nicht schon in Sydney gemacht habe. Man plant hier nicht viel und sowas schon gar nicht. Irgendwann findet man halt im Rucksack kein sauberes T-Shirt mehr und dann weiss man, dass es wieder soweit ist :D

Auf jedenfall bin ich erst Nachmittags los. Ich bin wieder zum War Memorial, um mir dieses mal das eigentliche Ehrenmal anzugucken, was ich am Vortag ja nicht geschafft habe.

Das Ehrenmal besteht aus dem Remeberance Pool mit der Ewigen Flamme und einer Halle mit dem Grab des unbekannten Soldaten. Links und Rechts vom Rememberance Pool gibt es 2 Tafeln mit den Namen von allen 100.000 gefallenen australischen Soldaten. Ende Novemeber ist in Australien Remeberance Day, so etwas wie der australische Volkstrauertag. Daher waren die beiden Tafeln noch mit unzähligen roten Mohnblumen geschmückt.

Nach dem das War Memorial wieder geschlossen hatte, bin ich etwas ziellos Richtung Parliament Hill gelaufen. Irgendwann habe ich gemerkt, oder eher hat Google-Maps mir gesagt, dass ich ganz in der Nähe von der Burger-Bude bin, die mir der Australier empfohlen hat. Warum nicht?

Die Burgerschmiede „Brodburger“ ist hinter dem Glasmuseum und hätte der Australier mir die nicht empfohlen, dann hätte ich die nie im Leben gefunden. Es gab Chickenburger, Fischburger, Veggieburger (Bah!) und den legendären Brodburger, nachdem das Restaurant auch bekannt ist. Ich hab natürlich den Brodburger genommen ;-)

Und der war soooo gut. Bester Burger der Welt? Keine Ahnung. Bester Burger den ich bis jetzt gegessen habe? Auf jeden Fall!

Also wenn irgendwer von euch mal nach Canberra kommt. Brodburger! 12,50$ für ein Burger ist zwar nicht gerade günstig, aber der ist sein Geld definitiv wert.

Wer jetzt Angst hat, dass ich hier fett werde. Ich durfte nach meinem Burger noch 90 Minuten zurück zum Hostel laufen :D

Am Mittwoch stand dann der Black Mountain mit dem Telstra Tower auf dem Programm. Das Wetter war wie die beiden Tage zuvor super. Blauer Himmel Sonnen schein und irgendwas über 30°. Perfekter Tag um einen Berg hochzulaufen :D

Unten am Berg ist der National Botanical Garden. Dort wurden unterschiedliche australische Landschaften nachgebildet. Regewald, Eukalyptus-Wald, Steingarten,...

Ich bin jedoch gerade durch den Botanischen Garten durch, ohne ihn mir großartig anzuschauen. Mein Ziel war ja der Black Mountain. Hinter dem Botanischen Garten begann dann auch der teilweise doch recht steile Weg zum Gipfel. Der Weg verlief durch einen Eukalyptus-Wald und unterschied sich nicht wirklch von dem Weg zum Mount Ainslie. Nur gab es dieses Mal keine Kängurus :-/

Hier merkte ich auch wieder einen Vorteil von Canberra, den ich auch schon vorgestern im War Memorial bemerkt hatte. Hier ist einfach niemand und so muss auch nirgendwo warten, oder sich den Nationalpark mit anderen teilen ;-) Auf dem Weg zum Black Mountain sind mir in 90 Minuten 2 andere Leute begegnet...

Nach einer Stunde war ich oben angekommen. Oben auf dem Gipfel des Black Mountain steht der fast 200 Meter hohe Telstra Tower, der Fernsehturm von Canberra. Der Eintritt für die Besucherplattform kostete 7,50$. Halsabschneider, aber ich war nicht den Berg hochgelaufen, um dann wieder umzudrehen....

Oben auf dem Turm war man dann ca. 300 Meter über Canberra (Berg + Turm) und dem entsprechend atemberaubend war dann auch die Aussicht.

Auf dem Rückweg bin ich im Botanischen Garten dann noch an einer Wetter Station vorbeigelaufen. 24,9 Grad Lufttemperatur im Regenwald und 41 Grad im Eukalyptus-Wald. Ich will gar nicht wissen, wie warm es in der prallen Sonne war.

Im Hostel habe ich gemerkt, dass ich mir zumindest im Nacken nen guten Sonnenbrand abgeholt hab. Den ersten hier in Australien. Das gibt auf jedenfall nen guten T-Shirt Abdruck :D

Am Donnerstag Morgen war das Wetter nicht mehr so gut. Es war bewölkt und hat auch kurz geregnet. Deshalb bin ich wieder zum War Memorial gegangen. Das ist noch am nächsten dran an meinem Hostel. Ich hab mir die Ausstellung über die Kriege nach dem 2. Weltkrieg angeguckt und die Australier haben so ziemlich alles mitgenommen, was es an Kriegen gab. Korea, Vietnam, beide Golfkriege, Afghanistan, dazu noch etliche Peacekeeping Missionen der UN,...

Nach einer Stunde im War Memorial war das Wetter auch wieder besser und ich konnte zu meinem eigentlichen Ziel für Heute. Parliament House. Das Parliament House kann man vom War Memorial aus sehen, aber dank der bekloppten Stadtplanung muss man einen großen Bogen laufen und ist ewig unterwegs. Das Parlament an sich ist eher eine Ausstellung über die australische Politik. Es gibt eine Bildergalerie von allen bisherigen Ministerpräsdenten, eine 800 Jahre alte Version der Magna Carta, den Schreibtisch von Queen Victoria auf dem sie das Gesetz zur Unabhängigkeit Australiens unterschrieben hat, und und und... Das das Ganze eigentlich der Sitz der Regierung ist erkennt man nur an den beiden Parlamentskammern, die im hinteren Teil des Gebäudes sind. Leider war gerade keine Sitzung. Dort geht es teilweise hoch her und die australischen Politiker sind auch nichtg zimperlich in ihrer Wortwahl. Da wird der nächste Redner auch mal mit einem „Come in, sucker!“ begrüßt und wenn der Ministerpräsident meint, dass er manchmal selbst sein größter Gegner sei, kommt vom Oppostionsführer auch schon mal ein „Nein bis du nicht. Nicht solange ich hier bin!“ zurück :D

Sowas könnten wir in Deutschland auch mal gebrauchen. Würde die ganze Sache viel interessanter machen.

Nach dem Parlament bin ich noch durch Botschaftsviertel gelaufen. Scheinen nicht viele Leute da durch zu laufen. Die Wachleute haben einen ziemlich komisch angeguckt und stellenweise gabs nichtmal einen Bürgersteig. Die schönste Botschaft hatte mir Abstand China, dann Papaua-Neuguinea und vlt noch Thailand. Die Anderen waren einfach Bürogebäude, auch die deutsche Botschaft. Und dann haben die auch noch so einen fetten Bären von der WM 2006 vor der Tür stehen...

Am Abend gab es dann wieder das typische Essen bevor man das Hostel wechselt.

Eine stilvolle Auswahl aus „Alles-was-die-Futtertüte-noch-hergibt“ garniert mit etwas „Sinvolles-und-Essbares-vom-Freefood“ gebraten in geschnorrtem Öl und dazu ein Glas herzhaftes Leitungswasser :D

So jetzt noch eine Nacht in meinem Luxusbett schlafen und dann geht es morgen früh zurück nach Sydney. Weihnachtsgrillen am Strand =)

 

 

Nachtrag von letzter Nacht.

 

Lieber Hipster vom Bett neben mir,

wenn man Mitten in der Nacht auschecken muss, kann man seinen Koffer auch am Abend davor packen. Dann muss man auch nicht NACHTS UM HALB DREI das Licht im 8er Zimmer anmachen um geräuschvoll seine Sachen zu suchen. Und stell dein Handy aus oder zumindest auf lautlos, damit nicht alle mitbekommen wenn Mami ALLE 2 MINUTEN anruft!

13Dezember
2012

Sydney

Bald gibts einen neuen Blogeintrag.
Text ist schon geschrieben, jetzt muss ich nur noch die Fotos raussuchen.

Ich sitze gerade vorm Reisebüro und schnorre deren W-Lan und gleich wirds dunkel. Muss also bis morgen warten.

 

Sydney (27.11.)

Der nächste Stopp auf meiner Reise sollte also Sydney sein. Eigentlich wollte ich erst an Weihnachten in Sydney sein, aber egal. Die Fahrt im Greyhound von Byron Bay nach Sydney dauert 13 Stunden. Nichts besonderes. So lange Fahrten buche ich immer über Nacht. Zum einen kann man dann im Bus schlafen und zum anderen spart man sich eine Nacht im Hostel. Gar nicht dumm, ne ;D Die Fahrt begann aber erstmal mit einer Enttäuschung. Der Bus war brechend voll und ich hatte nicht einmal eine 2er Reihe für mich alleine. Kein Platz, um sich bequem auszustrecken. Schlafen hatte sich also wieder erledigt :-/

Neben mir saß ein Schwede, der vorher auch schon in unserem Hostel war. Die ersten 2 Stunde Fahrt war noch sehr entspannt, aber ab dann fing der Typ in der Reihe hinter uns an zu nerven. Der hatte sich für die 13 Stunden Fahrt einfach mal 2 Flaschen Wodka als Proviant mitgenommen und nachdem er sich in den ersten 2 Stunden die erste halbe Flasche reingeschraubt hatte, entfaltete der Alkohol so langsam seine Wirkung. Er fragte uns immer wieder wo er hinfährt (woher soll ich das wissen?!) und wo wir gerade sind. Ich hatte aber auch absolut keine Lust mich Nachts um 11 mit irgendwelchen betrunkenen Unbekannten zu unterhalten. Ich hab mir also meinen MP3-Player geschnappt und das Gelaber einfach ignoriert. Mein Sitznachbar hat auch einfach weiter seinen Film geguckt. Unser betrunkener Freund war dann der Überzeugung, dass wir gar keine Menschen wären, weil wir nicht mit ihm reden würden. So ging dass noch eine Stunde bis zum ersten Zwischenstopp. Ich hatte schon lange beschlossen mir nen anderen Platz zu suchen. Mein Sitznachbar hat sich jedoch beim Busfahrer beschwert. Unser mittlerweile schon ziemlich betrunkener Freund hat dann versucht den Busfahrer zu schlagen und damit war die Fahrt für ihn beendet. Er wurde dann kurzerhand von der Polizei eingesackt. Endlich Ruhe :)

In Sydney angekommen habe ich dann im Captain Cook eingecheckt, in dem auch Cathrin und Teresa waren. Jedoch hatten die beiden am gleichen Morgen ausgecheckt und das Hostel gewechselt. Nachdem ich dann am Hostel war, wusste ich auch warum. Das Hostel liegt direkt an einer Hauptstraße, über einem Pub. Und mein 6er Zimmer hatte vlt 10m². Auf dem Boden überall Rucksäcke und Müll, sodass kaum Platz zum Laufen blieb. Zum Glück haben 2 Leute noch ausgecheckt und nachdem deren Müllberg beseitigt war und das Zimmer einmal gesaugt wurde, sah es richtig gut aus. Blieb noch der Lärm der Straße, aber dafür gibt’s Ohrstöpsel. Mittlerweile lege ich die schon immer direkt unter meinem Kopfkissen, damit ich die Nachts nicht suchen muss :D

Am Montag Abend haben wir uns alle am Darling Harbour getroffen. Alle heißt Cathrin, Teresa, ich und Kay, der ja schon 4 Wochen in Sydney ist. Dort sind wir dann in ein Steakhaus gegangen, um Kays Geburtstag zu feiern. Für 30$ gabs ein 3 Gängemenü und ich weiss nicht, wann ich zuletzt so gut gegessen habe. Zuerst Känguru-Spieß, dann Steak und zum Schluss Creme Brulee. So gut! Für den Besuch im Restaurant habe ich auch mal wieder einen Pullover angezogen und Teresa hat gefragt, ob ich shoppen war, weil sie den Pullover noch nie gesehen hätte und Backpacker ja eigentlich nicht so eine große Klamottenauswahl hätten. Einfache Erklärung. Es war das erste Mal seit dem Hinflug, dass ich wieder einen Pullover getragen hab :D

Mittwoch sind Cathrin und ich zum Sydney Opera House und zur Harbour Bride gelaufen. Pflichtprogramm für jeden hier in Sydney. Das Opera House ist ja fast schon ein Wahrzeichen von Australien. Schon irgendwie komisch es auf einmal in echt zu sehen, wenn man es vorher nur von Bildern kennt.

Am Donnerstag Abend kam dann der Abschied von Teresa, die schon zurück nach Deutschland fliegt. Dafür sind wir in ein Bar mit Dachterasse gegangen. War sehr gemütlich und das Bier wahrscheinlich das teuerste in ganz Sydney :D

Der eigentliche Abschied war dann ziemlich kurz. Teresa und Cathrin sind in ihr Hostel zurückgegangen und ich in meins. Aber war schon ein sehr komisches Gefühl. Immerhin waren wir 4 fast 2 Monate zusammen unterwegs und ich hätte mir keine bessere Gruppe vorstellen können. Ich denke, dass wir in der Zeit richtig gute Freunde geworden sind und wir eine verdammt geile Zeit hier verbracht haben. Whitsundays, Magnetic Island, Wwoofen in Cairns... Und jetzt einen von uns zu verabschieden und genau zu wissen, dass wir 4 auf jeden Fall in Australien nicht mehr zusammen reisen werden... Aber ich geh fest davon aus, dass wir uns in Deutschland wiedersehen werden und die Planungen laufen ja schon :)

Freitag hab ich dann eine „kleine“ Sightseeing Tour durch Sydney gemacht. Botanic Garden, Opera House, Harbour Bridge und „The Rocks“. Liegt auf der Karte alles relativ nah beieinander, aber trotzdem war ich 6 Stunden unterwegs. Auf dem Rückweg bin ich wieder durch „The Rocks“ gelaufen und auf einmal kommt von irgendwo „Hey Jonas, was machst du denn hier?“ Hä? Wer zum Teufel kennt mich hier? Dreh mich um und auf einmal steht Ener vor mir :D Bis jetzt habe ich nur 2 Leute aus Münster getroffen und dann treffe ich zufällig jemanden, den ich sogar kenne. Die Welt ist klein...

Am Samstag war ich dann mit Cathrin und einigen anderen aus ihrem Hostel unterwegs. Das war mal eine richtig internationale Gruppe. Femke und noch ein Mädel aus Holland, Aden aus England, Ales und Marion auf Frankreich, 2 Kanadier. Wir sind zum Bondi Beach gefahren. Der wohl bekannteste Strand aus ganz Australien. Das Wetter war auch wieder typisch australisch. Blauer Himmel Sonnenschein und über 30°. Unser Engländer hätte sich wahrscheinlich Schatten gewünscht, weil er nach einer Stunde trotz Sonnencreme schon verbrannt war :D

Das Wasser war zwar ziemlich kalt, aber dafür gabs große Wellen mit denen man mitschwimmen konnte. Spass pur...

Gestern habe ich das Hostel gewechselt, weil ich halt immer was mit den Leuten aus dem anderen Hostel gemacht habe und ich, besonders Nachts, keine Lust hatte immer 20 Minuten zu laufen.

Wie es jetzt weiter geht weiss ich noch nicht. Ich hab jetzt erstmal noch eine Woche in Sydney gebucht. Über Silvester bin ich jetzt doch wahrscheinlich in Sydney, weil es doch noch freie Hostels gibt. Wenn ich mir hier in Sydney nen Job suche und finde, dann bleibe ich natürlich hier. Aber ohne Job kann ich nicht 6 Wochen in Sydney bleiben. Wäre glaub ich ziemlich langweilig und auch teuer. Steht also mal wieder alles in den Sternen :D

 

(5.12.)

Mittlerweile bin ich schon 2 Wochen hier in Sydney. Länger als geplant, aber mir gefällt es hier.

Am Donnerstag hat eine Autovermietung eine Backpacker Party organisiert, mit Free-Pizza und Freibier(!). Und da kostenloses Essen und Getränke Backpacker anzieht wie Motten das Licht, war der Laden voll.

Das war richtig cool. Es gab ein richtiges Buffet (nix Pizza). Für die Getränke haben die die Ladefläche von einem alten Pickup mit Eis und viel Bier aufgefüllt. Wir haben uns in einen Campervan reingesetzt und schon Pläne geschmiedet, das Ding zu kaufen und damit einen Roadtrip zu machen. Man darf ja noch träumen :D

Irgendwann haben die keine Leute mehr in den Laden gelassen und da die ersten schon wieder gegangen sind, wurde der Laden langsam leerer. Gar nicht so schlecht, mussten wir uns das Bier mit weniger Leuten teilen. Das letzte Bier habe ich übrigens gewonnen. Es ging darum, wer seine Hand am längsten ins Eiswasser tauchen kann und nach vlt 30 Sekunden war ich der Letzte. To Easy Keine Kälte gewöhnt die Australier :D Jeder, der einen Schneeball ohne Handschuhe rollen kann, hätte wahrscheinlich auch gewonnen. Aber die Australier kennen ja auch keinen Schnee :D

Am nächsten Tag sind dann Alex, Lena und Henni zu ihrem Roadtrip nach Melbourne aufgebrochen. Also blieben aus unserer Gruppe, nur noch Marion, Cathrin und Ich übrig und da Cathrin und Marion hier in Sydney einen Job gefunden haben und beide am Wochenende arbeiten, habe ich oft was mit den Leuten aus meinem Zimmer gemacht. Johannes aus Kassel, Sanne, Marisska und Jeroen aus Holland und Fred aus Belgien. Samstag sind wir zum Darling Harbour gegangen und haben uns das Feuerwerk angeguckt. Eines der besten Feuerwerke, die ich je gesehen habe und die machen das hier jede Woche. Einfach weil Samstag ist. Wer sichs leisten kann...

Sonntag waren wir dann beim Paddys Market. Dass ist ein riesiger Markt in Chinatown, auf dem die ganzen Asiaten ihre Sachen verkaufen. T-Shirts, Elektrozeug, T-Shirts, Souveniers, T-Shirts und gaaaanz viel Anderes Zeug. Natürlich alles Orginal. Wahrscheinlich ;-) Ich hab mir 4 T-Shirts für 20$ gekauft, um ein paar T-Shirts auszusortieren, die ich auf den Farmen versaut haben. (Die rote Erde lässt sich aufs Verrecken nicht auswaschen...)

 

13.12.2012

Hmm was soll ich sagen. Ich bin immer noch in Sydney. Viel zu lange schon. Nicht das mir Sydney nicht gefällt, aber mittlerweile habe ich hier alles gesehen und die Luft ist raus. Nachdem die Holländer in der letzten Woche alle weitergereist sind, bin ich die meiste Zeit mit Cathrin, Marion und ein paar französischen Freunden von Marion unterwegs. Aber ich weiss gar nicht mehr genau was wir die letzte Woche so alles gemacht haben. Man verfällt hier so langsam in einen Alltagstrott. Wenn gutes Wetter ist gehen wir zum Hyde Park, oder fahren auch mal zum Bondi Beach. Wenn das Wetter nicht so gut ist, dann schlägt man sich halt die Zeit im Hostel um die Ohren, oder man geht halt zum Reisebüro, um das kostenlose Internet zu nutzen.

Samstag waren wir wieder beim Feuerwerk. Nach 4 Monaten war ich zum ersten Mal mit einer Gruppe unterwegs, in der keine anderen Deutschen waren. Es gibt einfach viel zu viele von uns hier unten :D

Gestern war Carthrins Geburtstag. Das war auch der einzige Grund, warum ich nicht schon früher aus Sydney abgehauen bin. Immerhin haben wir schon meinen und Kays Geburtstag hier zusammen gefeiert.

Abends haben wir uns alle in unserem Hostel getroffen und zusammmen gekocht. Reis mit Chicken in Currysauße. Amazing :D Danach gabs noch Kuchen, den Kay und ich am Mittag gebacken hatten. Und -oh Wunder- er war sogar gelungen. Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet, weil der Temperaturregler vom Backofen nicht funktioniert hat und wir mehr oder weniger nach Gefühl gebacken haben. Naja ist ja gut gegangen :D

(Bild Kuchen vom unglaublich guten Kuchen ;-) )

Zum Abschluss sind wir dann mit der ganzen Gruppe weitergezogen und haben uns in Nachtleben von Kings Cross gestürzt.

Aber jetzt muss ich weg aus Sydney. Ich werde heute meinen Bus nach Canberra buchen. Warum Canberra? Keine Ahnung. Spontane Entscheidung. Ich wollte mal was anderes sehen und Canberra ist hier in der Nähe. Den nach Canberra geht es nach Sydney. Wieder Sydney. Ich hätte ja nicht damit gerechnet, aber ich habe für Weihnachten und Silvester noch ein Hostel in Sydney gefunden, was auch bezahlbar ist. Der einzige Haken an der Sache ist, dass ich bis zum 10. Januar buchen musste. Ich hab zwar absolut keine Lust wieder 3 Wochen in Sydney zu bleiben, aber Weihnachten und Silvester in Sydney war es mir wert. Die Chance bekomme ich nie wieder...

Und was dann nach Sydney kommt ist im Moment die große Frage. Bis zu meinem Rückflug blieben dann noch 7 Wochen. Ich hab mir jetzt mal eine ungefähre Reiseroute überlegt. Die genaue Route behalte ich mal für mich, weil es eh anders kommt :D

Für die Sachen, die ich unbedingt noch machen möchte brauche ich so 4-5 Wochen. Und die Westküste zum Beispiel ist außer 3 Tage Perth noch gar nicht in der Rechnung enthalten. Sollte also kein Problem sein, die restlichen 3 Wochen auch noch mit Programm zu füllen. Vom Geld her sollte das auch passen, wenn auch knapp. Wenn ich länger bleiben möchte, müsste ich arbeiten gehen. Um zum Beispiel weitere 4 Wochen zu Reisen, müsste ich mindestens 4-6 Wochen arbeiten. Das heißt ich müsste schon bis Anfang Juni verlängern, was mir zu etwas zu lang ist. Und diese Rechnung geht auch nur auf, wenn ich einen richtigen Job finde. Von Fruitpicking wollen wir hier mal nicht sprechen. Da habe ich ja in Childers gesehen, wie viel man da verdient. Da kann man froh sein, wenn man mit +-0 aus der Sache raus kommt und ich bleib nicht 4 Wochen länger, um 4 Wochen Äpfel zu pflücken :-P

19November
2012

Byron Bay

Byron Bay

Irgendwie werde ich faul und schreibe keine Blogeinträge mehr. Der letzte kommt noch aus Nimbin. Ich versuch das ganze jetzt mal auf einen aktuelleren Stand zu bringen.

Also nach Nimbin bin ich mit dem Bus nach Byron Bay gefahren und in das gleiche Hostel wie Cathrin und Teresa eingecheckt. Da die beiden aber nicht zu erreichen waren, habe ich mich erst mal mit einer Belgierin und nem Ami aus meinem Zimmer auf den Balkon gesetzt. Erstaunlich, wie schnell man hier immer wieder Leute kennen lernt.

Beim Abendessen habe ich dann auch Cathrin und Teresa wiedergetroffen. Sehr cool, immerhin war es schon fast 4 Wochen her, dass wir uns in Brisbane getrennt hatten. Die Zeit hier vergeht einfach so schnell...

Am Abend sind wir dann noch in einen Club in Byron Bay gegangen. Aber irgendwie war ich nicht wirklich in Partylaune und bei den Bierpreisen hier kann man sich auch nicht wirklich in Stimmung trinken. In der Stimmung war ich an dem Abend wahrscheinlich nicht der beste Gesprächspartner... Sorry xD

Am nächsten Tag sind wir durch den National Park zum östlichsten Punkt Australiens gelaufen. Sehr beeindruckend. Man steht an der Klippe und an drei Seiten ist einfach nichts außer endloser Ozean. Dazu noch heftiger Wind. Schwer das auf nem Foto festzuhalten, aber ich packs trotzdem mal rein.

An diesem Abend war Karaoke in unserem Hostel. Ich sags mal so. Wenn es eine Liste geben würde mit Sachen, die ich nicht kann, dann würde Singen wahrscheinlich weit oben stehen. Sehr weit oben. Für mich war also klar, dass ich da nicht mitmache, aber Cathrin und Teresa hatten sich schon länger vorgenommen mal beim Karaoke mitzumachen. Respekt, aber ich glaube der Free Drink war doch eher der Ansporn, als das Bedürfnis vor anderen Leuten zu singen.

Am Samstag Morgen sind Cathrin und Teresa mit einer Mitfahrgelegenheit nach Sydney gefahren. Und ich hab auch meinen Bus für Sonntag gebucht. Am Abend wollte ich eigentlich schon früh auf mein Zimmer, um diesen Blogeintrag zu schreiben und vor der Busfahrt noch einmal richtig zu schlafen. Leider habe ich die Rechnung ohne meine Zimmerkollegen gemacht. Die haben nämlich eine kleine Zimmerparty gemacht. Zu dem Mädel aus Belgien und dem Ami, der eigentlich schon seit 2 Tagen ausgecheckt hatte, aber trotzdem noch im Hostel war, kamen noch etliche Engländer und ein Däne. Und der Kerl war einfach nur verrückt. Positiv verrückt. War ein sehr lustiger Abend. Irgendwann kam dann die Security und meinte, wenn wir schon auf dem Zimmer trinken, dann sollen wir doch bitte die Tür zu machen, damit uns keiner hört. Soviel zum Alkoholverbot im Hostel...

 

Am letzten Tag in Byron Bay hat es dann leider geregnet und so ist mein Plan zum Strand zu gehen, sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Ich hab dann irgendwie versucht die Zeit im Hostel totzuschlagen. Mittags gabs noch ein BBQ im Hostel und abends habe ich noch lange mit einem Franzosen und einem Italiener zusammengesessen. Mittlerweile reicht mein Englisch auch mal für ein längeres Gespräch.

Am Abend gab es dann auch wieder eine Demonstration der australischen Pünktlichkeit. Der Shuttle-Bus zur Haltestelle sollte um 20:40 vom Hostel losfahren. Ich bin also um kurz nach halb neun zur Rezeption gegangen und da sagt die, dass der Bus schon vor 5 Minuten abgefahren ist. Sie hat ihn dann angerufen, damit er nochmal zurück kommt. Also entweder 10 Minuten zu früh, oder viel zu spät, aber pünktlich geht anscheinend nicht :D

15November
2012

Wwoofen in Nimbin

(8.11.2012)

 

Pamela C., Postbox-Nummer, Nimbin 2480, Telefonnummer, E-Mail Adresse

20 Morgen, nach permakulturellen Richtlinien angelegte, die das idyllische Tuntable Tal überblicken. 30 verschiedene Fruchtbäume und über 3000 Windschutz- und Forstwirtschaftsbäume, die seit kurzen die Anfänge einer Bambusplantage umfassen. Aktuelle und zukünftige Projekte umfassen Bäume pflanzen, Bauarbeiten und Gartenarbeit. 5 Minuten mit dem Auto nach Nimbin und 30 Minuten nach Lismore, 2-3 Leute im Haus, Leben als Familie, gemischte Mahlzeiten, Länge des Aufenthalts nach Vereinbarung, Keine Kinder”

 

So sieht eine Anzeige im Wwoof-Buch aus. Wie ihr seht, steht da nicht wirklich viel drinn und man muss viel zwischen den Zeilen lesen. Deshalb kann ich auch nicht sagen, dass die Anzeige falsch ist, aber ich hab mich wohl irgendwo zwischen den Zeilen verlesen :D
Ich habe gedacht, ich komme in einer Familie, die eine Obstbaumplantage bewirtschaftet. Nicht ganz :D Naja ich fang mal von vorne an...

Nach über einer Woche in Brisbane merkte ich, dass ich etwas intensiver nach einem Wwoof-Platz suchen muss, wenn ich nicht ewig in Brisbane bleiben wollte. Und dass ich nicht mehr günstig bei Lars im Auto schlafen konnte, machte die ganze Sache noch dringlicher.

Aber was will ich überhaupt?

Ein Wwoof-Platz in der Nähe von Nimbin wäre ideal, weil Cathrin und Teresa dort einen Wwoof-Platz haben und wir vielleicht später wieder zusammen reisen wollen.

Keine kleinen Kinder. Auf Kinderbespaßung und Babysitten habe ich nicht wirklich Lust. Gut wäre auch, wenn es mehrere Wwoofer wären, die aber trotzdem in der Familie leben. Und dann gerade in der Gegend um Nimbin (alte Hippie-Stadt, irgendwo in den 70ern hängen geblieben) alles weggstreichen, was zusehr nach Sekte, Hippiekommune, oder Drogenhölle klingt.

Alles was dann noch übrig geblieben ist, in eine Liste gepacken und abtelefoniert. Bei der ersten Farm habe ich noch eine Absage bekommen. Könnte auch daran liegen, dass ich die Zeitverschiebung zwischen Queensland und New South Wales vergessen und es in Nimbin schon fast 22 Uhr war :D

Kleiner Abstecher in das australische Zeitenwirrwarr.

New South Wales hat Sommerzeit, Queensland, was genau darüber liegt, hat keine Sommerzeit. War lustig, als die Uhren umgestellt wurden, keiner wusste wie spät es jetzt wirklich ist. Noch verrückter wird es zwischen South Australia und Western Australia. Die beiden Staaten liegen direkt nebeneinander, aber in unterschiedlichen Zeitzonen. Heißt South Australia wäre normalerweise eine Stunde weiter als Western Australia. Normalerweise. War der Leuten aus South Australia wohl zu blöd und deshalb haben die ihre ganz persönliche Zeitzone eröffnet. Sie sind jetzt 1,5 Stunden weiter als Western Australia. Wer jetzt denkt die halbe Stunde macht nicht viel aus, der hat Recht, aber nur für die Hälft des Jahres. Denn im Sommer wird das Ganze noch etwas auf die Spitze getrieben. South Australia hat die Sommerezeit, Western Australia nicht. Soll heißen, während der Sommerzeit ist South Australia seinem Nachbarstaat Western Australia 2,5 Stunden vorraus. Stell ich mir sehr lustig vor. Währnd ich mich morgens in Western Australia nochmal im Bett umdrehe, sitzt mein Nachbar aus South Australia schon seit mindestens 1,5 Stunden auf der Arbeit und das nur, weil er auf der falschen Seite der Grenze lebt xD

Hmm irgendwie vom Thema abgekommen...

Zurück zur Farmsuche. Bei der zweiten Farm, bei der ich angerufen habe, habe ich schon meine Zusage bekommen.

Hätte ich micht eher richtig bemüht, dann wäre ich wahrscheinlich schon viel früher aus Brisbane weg gewesen... :-/

Naja die Frau am Telefon klang auf jedenfall sehr freundlich und war Samstag zufällig in Brisbane und konnte mich einsammeln. Perfekt 50$ fürs Busticket gespart :)

Wir hatten ausgemacht, dass Pam mich um 12 Uhr abholt. Halb zwei war sie dann da, aber an die australische Pünktlichkeit hat man sich ja schon gewöhnt.

Als wir dann nach 2 Stunden Autofahrt auf der Farm angekommen waren, stellte sich heraus, dass die Farm keine Farm ist, sondern eigentlich nur ein Haus mit sehr großem Garten, in dem Pam alleine lebt. Ich bin zur Zeit auch der eizige Wwoofer hier. Eigentlich soziemlich alles, was ich nicht wollte und am Anfang war ich mir auch nicht sicher wie lange ich bleiben soll, aber jetzt fühle ich mich hier ganz wohl.

Das Haus ist richtig groß und schön.

Morgens beim Frühstück hat man von der Verandah einen wunderschönen Blick über die Wälder im Tal.

Ich habe auch mein eigenes Zimmer mit richtigem Bett. Ok es ist wieder zu kurz für mich, aber es ist so breit, dass ich mich ganz ausstrecken kann, wenn ich mich diagonal hinlege. Und sooo weich. Ok nicht anders als mein Bett in Deutschland, aber wenn man drei Monate im Hostel oder im Auto geschlafen hat, dann fühlt sich ein “normales” Bett so weich an xD

Ich hab auch nen eigenes Badezimmer, aber leider funktionier die Toilette nicht. Dafür gibt es unten im Haus eine wasserlose Komposttoilette. Sieht aus wie eine ganz normale Toilette, nur wenn man reinguckt sieht man nur ein großes schwarzes Loch und statt zu spülen schmeißt man nach getaner Arbeit eine Schaufel Sägespäne hinterher. Hört sich schlimmer an, als es ist. :D

Tiere gibt es hier nicht. Zumindest keine Haustiere. Draußen gibt es halt die ganz normalen australischen Wildtiere. Wallabies, Eidechsen, Spinnen, Schlangen...

Im Haus auch nichts ungewöhnliches. Nur Spinnen. Viele Spinnen. Nichts großes, oder gefährliches. Aber es ist glaub ich sinnlos anzufangen die Spinnen loszuwerden, also lässt man es einfach.

Und Kakerlaken gibts hier. Auch nichts außergewöhnliches hier, aber doch schon nervig. Gibt ja Leute, die behaupten, Spinnen höhren sich an, als würden sie mit Stöckelschuhen über den Boden tippeln. Im Gegensatz dazu marschieren Kakerlaken mit Springerstiefeln übers Parkett... Nicht zu überhören und das ist ziemlich nervig, wenn man abends im Bett liegt und die Viecher im Zimmer rumrennen.

Arbeiten muss ich hier natürlich auch. Aber das ist ganz anders, als auf der Farm in Cairns. Zum einen muss ich nur 4 Stunden arbeiten und zum anderen bin ich auch ziemlich frei, wann ich was mache. Pam gibt mir morgens ein paar Aufgaben, die ich über den Tag erledigen soll und ich kann dann entscheiden, wann ich was mache. Bis jetzt war es hauptsächlich Weeding (Unkrautjäten). Ziemlich langweilig, aber auch nicht anstrengend. Manches Unkraut hat jedoch eine Knolle, die mit raus muss und weil der Boden hier so steinhart ist (letzten richtigen Regen gabs hier im Juli) muss man den Boden mit der Harke aufbrechen und die Knollen dann per Hand ausbuddeln. Dauert ewig... Weil hier alles so trocken ist, ist eine Aufgabe auch immer Blumen und Sträucher im Garten gießen.

Am zweiten Tag sollte ich Scott, einem Bekannten von Pam, helfen im Garten eine Steinmauer an einer Böschung zu bauen. Erstmal die Böschung am unteren Ende abtragen. Hatte ich schon erwähnt dass der Boden hier steinhart ist? Graben mit Spaten und Schaufel? Vergiss es! Spitzhacke! Erst alles kleinschlagen und dann wegschaufeln. Nach 2 Stunden meinte Scott aber, dass es genug sei. Viel mehr hätte ich auch nicht gekonnt. Danach noch 2 Stunden mit der Schubkarre Steine von A nach B fahren. Im Gegensatz zum Graben war das schon Erholung :D

Am Mittwoch hatte ich beim Weeding auch wieder mein Schockerlebniss mit der australischen Tierwelt. Ich war unter einem Baum am buddeln und über mir hing ein großer toter Ast und bevor mir das ganze Zeug auf den Schädel fällt hab ich ihn runtergezogen und zur Seite geworfen. Dann guck ich wieder nach unten und da schlängelt sich eine riesige Schlange zwischen meinen Füßen entlang. Schock! Ohne Scheiß, ich glaub so hoch und so weit bin ich noch nie gesprungen :D Die Schlange hat das jedoch nicht wirklich interessiert und ist einfach weiter gekrochen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Schlange nicht giftig war, aber in einem Land wo 15 der 20 giftigsten Schlangen leben, sucht man im ersten doch das Weite, wenn da eine 2 Meter lange Schlange zwischen den Füßen rumkriecht :D

Abgesehn von solchen Ereignissen ist hier nicht viel los. An Tagen wo Pam Arbeiten ist, bin ich den ganzen Tag alleine. Und nach den 4 Stunden Arbeiten kann man hier nicht viel machen, außer auf der Verandah chillen, im Teich schwimmen und essen. Das australische Fernsehen ist keine wirkliche Alternative. Bis auf ein paar Ausnahmen ist das einfach unglaublich schlecht. Um halb eins kommen Nachrichten aus Deutschland. Die guck ich immer in meiner Mittagspause. Und dann kommt hin und wieder im Abendprogramm noch etwas, was man sich angucken kann. Und natürlich Komissar Rex am Sonntag Abend :D

Ich denke, dass ich Morgen oder Übermorgen mal nach Nimbin trampen werde. Vielleicht ergibt sich ja auch eine Möglichkeit sich dort mit Cathrin und Teresa zu treffen, aber dafür müsste ich die irgendwie erreichen, ohne Handy, Telefon, oder Internet. Naja mal gucken. Wird schon klappen...

 

9.11.2012

Heute war ein ziemlich beschissener Tag. Zum einen hat es heute zum ersten Mal seit ich hier in Australien bin richtig heftig geregnet und zum anderen ist mit das Schlimmste passiert, was hätte passieren können. Meine Kamera ist verreckt. Ich wollte das verregnete Tal fotografieren, Australien sieht nämlich selbst bei Regen noch sehr beeindruckend aus, aber von jetzt auf gleich ging nichts mehr. Das Objektiv bewegt sich kein Stück und bleibt auch nach dem Ausschalten ausgefahren. Und ich hab keine Ahnung warum. Ist ja nicht so, dass ich am Strand war und Sand ins Objektiv gekommen ist, oder ich die Kamera fallen gelassen habe... Einfach so. Kannst doch echt nicht sein. Da kauft man sich extra für viel Geld ne gute Kamera, um von Australien auch gute Bilder machen zu können. Und nach 3 Monaten und 1500 Fotos verreckt das Ding schon. Jetzt könnte sich die eigentlich recht schwachsinnige Idee meine alte Kamera auch mit nach Australien zunehmen als Gold wert erweisen, aber die ist so schlecht im Vergleich mit der Neuen :'-(

Naja besser als nichts...

Aber ich weiss auch nicht was ich mit der kaputten Kamera machen soll. Die hat ja noch Garantie, aber ich bin am anderen Ende der Welt. Ich könnte die jetzt nach Hause schicke, von da nach Amazon, von Amazon wieder nach Hause und von dort wieder nach Australien, aber dann bin ich bestimmt 4-6 Wochen ohne richtige Kamera unterwegs. Im besten Fall, wenn alles glatt läuft und wann passiert das schon... Und wenn ich die in der nächst größeren Stadt (Sydney?) zu einem Reparaturservice bringe, dann kostet das bestimmt nen Haufen Geld und die Garantie geht wahrscheinlich auch drauf, wenn die daran rumschrauben. Alles Scheiße!

 

11.11.2012

Argh, es ist passiert. Nachdem es die letzten beiden Tage quasi durchgeregnet hat, war es heute morgen so kalt, dass ich zum ersten mal, nach 96 Tagen in Australien, eine lange Hose anziehen musste. :( Am ersten hat es schon leicht geregnet und ich wollte schon aufhöhren zu arbeiten, weil mir im ersten Moment nicht eingefallen ist, dass man auch eine Regenjacke anziehen könnte. Schlichtweg vergessen, weil ich die hier noch nie gebraucht habe. Und jetzt sitze ich hier mit langer Hose. Wo soll das denn bitte noch hinführen. In 2 Wochen sind wir dann wahrscheinlich so weit, dass ich nen Pullover anziehen muss. Lange Hose, Pullover und Regenjacke. Ein Eskimo in Australien...

 

12.11.2012

Heute konnte ich wieder einen Haken auf meiner “Australien-Was-muss-ich-sehen”-Liste machen. Ich war ganz gemütlich beim Weeding und zwischen dem ganzen Unkraut lagen 2 Wellblech Platten. Aus irgendeinem Grund habe ich die Platten mit der Harke umgedreht und nicht per Hand. Gute Idee :] Unter der zweiten Platte saß eine “Red-Bellied Blacksnake”. Die hat sich zwar schnell wieder verkrochen, aber für nen Foto und den Haken auf der Liste hats gereicht.
Giftschlange – Check!

13.11.2012

Erkenntnis des Tages:
Egal was dir gerade die Beine hochkrabbelt, egaln ob Spinne, Ameise, Käfer oder Dinomücke, guck nach, was du in der Hand hast, bevor du damit aus Reflex zuschlägst. Es könnte eine Säge sein und die macht hässliche Kratzer auf dem Schienbein ;-)

So halb drei Nachts. Ab ins Bett. In drei Stunden klingelt der Wecker. Sonnenfinsternis =)

 

14.11.2012

Die Sonnenfinsternis wahr sehr geil. War zwar hart nach drei Stunden Schlaf um 6 Uhr wieder aufzustehen, aber hat sich definitiv gelohnt. War hier zwar keine totale Sonnenfinsternis, aber dafür hatte ich bestimmt den schönsten Platz, um sie zu beobachten. Am See in der Hollywoodschaukel :D

Aber hier interessiert sich da irgendwie auch keiner für. Wenn ich an die Sonnenfinsternis in Deutschland vor ein paar Jahren zurückdenke. Da wurde ein riesen Hype gemacht und überall konnte man diese Brillen kaufen und hier? Nix. In Cairs gab es ein Eclipse Festival, aber hier unten ist gar nichts. Nichtmal so Brillen konnte man kaufen. 3 Lagen Rettungsdecke und ne Sonnenbrille haben auch funktioniert ;-)

Heute habe ich auch gesehen, was immer nachts über das Dach klettert und so komische Geräusche macht. Das sind Eidechsen und was für welche. Buntwarane, bestimmt 1,5m lang. Ich will auch so coole Tiere zuhause. Man geht einfach nach draußen und findet Schlangen, Rieseneidechsen, Wallabies. Ok Alles was giftig ist, oder 8 Beine hat, brauch ich nicht, aber der Rest wäre schon cool.

Ich hab auch wieder gesehen wie klein die Welt ist. Ich hab aus Langeweile eine Zeitschrift von Pam durchgeblättert und was finde ich? Eine Werbeanzeige von Hülsta aus Stadtlohn :D

 

15.11.2012

Heute bin ich weiter nach Byron Bay gefahren. Ich wäre ab heute drei Tage allein gewesen und da Cathrin und Teresa gestern auch nach Byron Bay weitergezogen sind, war jetzt der passende Zeitpunkt, um aus Nimbin abzuhauen. Pam hat mich auf ihrem Weg nach Brisbane in Nimbin abgesetzt und von dort gings dann weiter mit dem Bus nach Byron. In Nimbin konnte ich dann nochmal die fazinierenden Bewohner von Nimbin erleben. Ich habe noch keinen Ort gesehen, wo alle so offensichtlich gekifft und gedealt haben und alle, inklusive Polizei, wissen es und keinen störts :D

Naja nächster Stop heisst jetzt Byron Bay, wo ich Cathrin und Teresa wiedertreffen werde. Kaum zu glaube, dass es schon fast 4 Wochen her ist, dass wir uns in Brisbane getrennt haben. Die beiden fahren Samstag weiter nach Sydney, weil Teresa nächste Woche Freitag schon zurück nach Deutschland fliegt.

Und ich? Keine Ahnung, ob ich auch nach Sydney gehe, oder irgendwas Anderes mache. Eigentlich wollte ich erst Weihnachten und Silvester in Sydney sein, wie jeder andere auch. Und genau deshalb sind seit 3 Monaten alle Hostels ausgebucht....

Sieht also wahrscheinlich so aus, dass ich jetzt nach Sydney fahre, mir Sydney angucke und dann Weihnachten und Silvester in einer anderen Stadt feier. Welche Stadt? Keine Ahnung. Vlt Melbourne, oder Hobart, oder was ganz Anderes... Ich werd sehen was kommt :D

02November
2012

Brisbane 2.0

Jetzt sind es doch 2 Wochen hier in Brisbane geworden. Eigentlich wollte ich nur wenige Tage hier bleiben. Und Brisbane hat auch konsequent versucht mich wieder loszuwerden. Immer und immer wieder. Ihr werdet sehen, was ich meine ;-)

Es ging schon los, dass an dem Samstag an dem wir gelandet sind hier in Brisbane ein Rugbyspiel war. Australien gegen Neuseeland. Vergleichbar mit Deutschland-Holland im Fußball, wahrscheinlich noch extremer. In der ganzen Innenstadt gab es kein freies Hostel mehr. Wir haben dann in Manly, einem Vorort von Brisbane ein Hostel gefunden. Die haben uns dann auch vom Flughafen abgeholt. Wir haben 20 Minuten vorm Flughafen und er hat in seinem Auto gewartet. Klassiker :D Und dann 4 Leute, 3 große Rucksäcke und 3 kleine Rucksäcke in seinem Kleinstwagen unterbringen. Hatte was von Tetris.

In Manly sind wir dann noch zum Strand, bzw. zum Wasser gegangen. Erinnerte an Nordsee. Graues Wasser, Sturm, Wellen. Im Gegensatz zu Cathrin und Teresa konnte ich dem Drang widerstehen, dass riesige Klettergerüst am Strand zu entern :D

Cathrin und Teresa hatten auch schon für Montag einen neues Wwoof-Platz gefunden. Es war also klar, dass dies einer unserer letzten gemeinsamen Abende werden würde. Wir sind also zurück zum Strand und haben dort gegrillt.

Abgesehen von dem kurzen Einnicken im TV-Raum in Cairns war ich seit fast 40 Stunden auf den Beinen und ich hab mich deshalb schon früh mit Ohrstöpseln schlafen gegangen. Ich hab deshalb auch nicht mitbekommen, wie die 4 anderen aus unserem Zimmer mitten in der Nacht ziemlich betrunken zurückgekommen sind. Soll wohl ziemlich chaotisch gewesen sein.Soll Leute gegeben haben, die auf einmal einen Unbekannten neben sich im Bett liegen hatten. Ich weiss warum ich immer oben schlafe. Betrunkene können nicht klettern ;D

Am nächsten Morgen sind wir dann mit dem Zug in die Innenstadt gefahren und weil wir keinen Ticketautomaten gefunden haben, wollten wir unsere Tickets im Zug kaufen und sind direkt einem Kontolleur in die Arme gelaufen. Der hat uns erstmal erklärt, dass das hier nicht geht und dass das jetzt eigentlich 220$ für jeden kostet. Ich dachte 40 Euro in Deutschland wäre teuer...

Er hat es jedoch bei der Ermahnung belassen, nachdem wir ihm erklärt hatten, dass wir zum ersten Mal mit dem Zug fahren und auch erst seit 1 Woche in Australien sind.... Glück gehabt ;-)

Am Sonntag Abend haben wir uns dann mit Lars getroffen, der hier in Brisbane einen Job hat, und zusammen gegessen. Gute Backpackerküche. Einmal das Free-Food Regal plündern und gucken was man daraus so kochen kann. Gab dann Reis und Polenta (O-Ton Lars: „Ist das nicht ein Pokémon?“ :D) mit Bolognesesauße. Und nur das Fleisch für die Sauße mussten wir kaufen.

Ab 8 Uhr konnte man sich dann ganz offiziell an allen Taschen bedienen, die von ihren Besitzern nicht beschriftet worden waren. Während Teresa und Cathrin darauf gewartet haben, dass es 8 Uhr wird, haben Lars und ich uns auf den Weg gemacht etwas Goon für den Abend zu kaufen. Und ich muss sagen mit einer Packung Kekse und 2 Gläsern Fake-Nutella waren die Mädels erfolgreicher als wir. Wir beide sind in den ersten Bottleshop gegangen, der hatte aber nur Bier. Zu teuer... Und dann sind wir über eine Stunde durch Brisbane gelaufen ohne einen Bottleshop zu finden, der noch geöffnet hatte. Am Ende sind wir zum ersten Bottleshop zurückgelaufen und haben doch 2 Sixpacks Bier gekauft...

Mit dem Bier sind wir dann zum Fluss gelaufen und haben uns an einen Steg gesetzt. Richtig idyllisch. Aber wie gesagt Brisbane wollte uns loswerden und Brisbane schickte uns 2 Idioten. Beide ziemlich betrunken. Einer von denen ist schnell weitergegangen, aber der Andere war doch ziemlich anhänglich. Er wollte uns ständig umarmen, im nächsten Moment hat er uns gedroht und dann meinte er wir wären alle wieder beste Freunde. Nach einer Zeit ging er uns allen ziemlich auf die Nerven und Lars und ich haben ihm dann ziemlich deutlich gesagt, er solle uns endlich in Ruhe lassen. Hätte nicht gedacht, dass der sich in seinem Zustand noch mit Worten überzeugen lässt...

Nach einer Weile sind wir dann auch am Fluss zurückgelaufen und von weitem sah ich schon den Typ, der vorher schnell weitergegangen war. Um einer weiteren Diskussion aus dem Weg zu gehen haben wir dann einen anderen Weg genommen. Der Typ ist uns jedoch hinterhergerannt, hat irgendwas geredet von wegen er hätte wen umgebracht und wir sollten uns um seine Schwester kümmern. Jaja bla bla werd erstmal nüchtern. Er ist dann weiter gerannt, aber nicht ohne Teresa vorher noch von der Brücke in den Pool zu stoßen. Lars und zwei Australier haben noch versucht ihn einzuholen, aber leider ohne Erfolg. Das wär wahrscheinlich nicht bei Worten geblieben... Die Australier erzählten uns auch, dass der Typ gerade jemand Anderes verdroschen hat. Wie sich herausstellte, war das sein Freund, der uns vorher noch so auf die Nerven gegangen war und als ich gesehen habe, dass es ihm nicht allzu schlecht geht sank mein Mitleid doch stark gegen Null. Nach kurzer Zeit kamen auch Polizei und Krankenwagen und wir merkten, dass die Freundlichkeit der Australier offensichtlich endet, sobald sie eine Polizei- oder Sannitäteruniform tragen. Es hat ewig gedauert bis Teresa, klitschnass, Mitten in der Nacht, mal eine Decke bekommen hat. Und die Polizei hat uns erst zugesagt uns zum Hostel zu bringen, hat uns dann bestimmt ne halbe Stunde warten lassen und uns dann gesagt, dass sie es doch nicht machen und wir uns ein Taxi rufen sollten. Selbstverständlich konnte der Polizist uns kein Taxi rufen und Telefonnummern hatte er natürlich auch nicht. Durften wir also noch durch die Stadt laufen und nen Taxi suchen. Dass das dann 12$ für 5 Minuten Fahrt kostete war dann auch egal.

Am nächsten Morgen sind Cathrin und Teresa dann mit dem Bus weiter gefahren und ich muss sagen der Abschied ist mir doch schwer gefallen. Immerhin waren wir die letzten 5 Wochen zusammen unterwegs und auf einmal war ich wieder alleine. Das war ziemlich ungewohnt und hat mich auch ein bisschen aus der Bahn geworfen. Die nächsten Tage habe ich dann auch nichts besonderes gemacht. Am Mittwoch bin ich dann zu Lars ins Hostel gezogen und hab bei ihm im Auto gepennt. Hat dann nur 10$ pro Nacht gekostet. Und wer jetzt denkt das wäre bestimmt voll unbequem. Es war das erste „Bett“ in Australien in dem ich mich ganz ausstrecken konnte...

Und die Leute, die ebenfalls auf dem Parkplatz in ihren Autos übernachtet haben, waren auch richtig cool drauf. Da hat Brisbane dann auch wieder Spass gemacht.

Aber Brisbane wollte mich immernoch loswerden und da die Sache am Fluss ja offensichtlich nicht ausgereicht hat war es nur eine Zeit bis irgendetwas anderes passiert. Montag war es dann soweit.

Ich will nicht zusehr ins Detail gehen. Zusammengefasst kann man aber sagen, dass wir mit dem Auto zum Strrand gefahren sind und mit dem Zug zurückgekommen sind. In der zwischenzeit haben wir noch am Strand gegrillt und einen Unfall gebaut. Nichts passiert, nur Blechschaden, aber Lars Auto ist halt Schrott. Ich bin davon jetzt nicht so betroffen, aber für Lars ist es so ziemlich die größte Katastrophe, die hätte passieren können. Mit dem Auto ist zum einen sein günstiger Schlafplatz und sein Transportmittel weg und zum anderen kommen da noch die Kosten für den Unfall. Ironischerweise sind wir nur mit dem Auto gefahren, damit es nach 4 Wochen mal wieder bewegt wird und keine Standschäden bekommt...

Die Polizei hat auch wieder ihre Unfreundlichkeit unter Beweis gestellt. Keine Frage oder gar Hilfe, wie wir beide jetzt vom Arsch der Welt zurück nach Brisbane kommen. Unfall aufnehmen, Alkoholtest, Strafzettel schreiben (330$!!!!) und tschüss.

Als wir dann endlich wieder im Hostel waren, kam das nächte Problem. Das einzige freie Zimmer war ein Private-Room für 120$ pro Nacht. Wir konnten dann im Fernsehraum übernachten. Kostete auch nur 20$ für jeden! Kulanz? Fehlanzeige!
Am nächsten Tag haben wir dann ein 8er Zimmer bekommen. Für 30$... Lars ist jetzt in ein günstiges Hostel gezogen.

Ich hab ab Samstag einen Platz auf einer Farm. Zufälligerweise auch in Nimbin, wo Cathrin und Teresa auch sind. Irgendwie schon komisch bei wildfremden Leuten, von denen man nicht viel mehr weiss als der Name und die Adresse, anzurufen und zu fragen, ob man bei den wohnen und arbeiten kann. Aber die Frau klang am Telefon schon sehr freundlich :)
Jetzt wo sicher war, dass ich weiterreise, ließ Brisbane mich auch in Ruhe. Keine fießen Attentate mehr :D
Ich hab dann noch etwas vom Kulturprogramm gemacht. Museum, Kunstgallerie, Kirche, Botanischer Garten. Im Botanischen Garten war noch ein Sponsorenlauf. Hab ich nichts von mitbekommen, aber auf einmal sollte ich „kurz“ warten und dann sind 4500 Läufer vorbei gekommen :D

So morgen geht’s nach Nimbin. Gerade hat mich mein Host nochmal angerufen, weil die mich morgen aus Brisbane mitnehmen kann. 50$ Bus gesparrt. Vorrausgesetz wir finden uns, weil sie kennt die Straße von meinem Hostel nicht und ich kenn mich noch weniger in Brisbane aus.

Naja wird schon klappen – No worries mate :D

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