Ein Jonas in Australien

Berichte von 08/2012

26August
2012

Rainbow Beach

26.08.12

Hatte ich im letzten Blogeintrag geschrieben, dass meine Reiseplanung sehr spontan werden würden? Sie wurden es mal wieder. Gestern saß ich im Reisebüro, weil es dort freies Internet gab, um mein Bus nach Hervey Bay zu buchen. Nachdem ich meinen Bus gebucht hatte und gerade dabei war ein Hostel in Hervey Bay zu buchen, fragte mich plötzlich Steve, der der Inhaber von dem Reisebüro ist und zufällig an meinem PC vorbeikam, warum ich nach Hervey Bay fahren würde und was ich dort machen wollte. Ähm ja warum eigentlich Hervey Bay? Ich wollte nach Fraser Island und Hervey Bay lag auf dem Weg nach Norden. Er fragte mich, ober mir mal ein bisschen was über Hervey Ba, Rainbow Beach und Fraser Island erzählen dürfte.Klar warum nicht, der hat bestimmt mehr Ahnung als ich. Meine Informationen sind ja eigentlich nur die paar Sätze aus dem Lonely Planet. Aus den paar Informationen wurde dann ein ganzer Wasserfall, aber der Kern der Sache war, dass Rainbow Beach besser ist als Hervey Bay und der Lonely Planet doof ist :D

Nach einem weiteren Gespräch, diesmal aber mehr über Gott und die Welt, hat er mir dann ein, meiner Meinung nach, echt gutes Angebot gemacht über 5 Tage Rainbow Beach inklusive 3 Tagestour auf Fraser Island. Und da es mir eigentlich nur um Fraser Island ging und es mir relativ egal war, ob ich jetzt von Hervey Bay, oder von Rainbow Beach nach Fraser fahre, habe ich das Angebot auch angenommen.

Heute morgen bin ich dann schon um 7 Uhr aufgestanden. Zum einen, weil ich selbst um halb zehn meinen Bus erreichen musste, und zum anderen um Greta zu verabschieden, die bereits eine Stunde früher los musste. Ganz schön komisch wenn auf einmal alle Freunde mit denen mal die letzten 19 Tage unterwegs war weg sind und man wieder ganz alleine ist. Fühlte sich so an wie Frankfurt Flughafen direkt hinter der Sicherheitskontrolle, nur dass ich damals wusste, das da irgendwo 8 andere Leute waren, die mit mir reisen würden. Und jetzt fährt man ganz alleine in eine unbekannte Stadt, ohne zu wissen welche Leute man da trifft. Auf der einen Seite ist das genau das, was ich machen wollte, aber auf den anderen Seite macht man sich auch so seine Gedanken, ob das alles nicht eine Nummer zu groß war. Und auf einer dreistündigen Busfahrt hat man viel Zeit zum denken...

In Rainbow Beach angekommen löste sich meine erste Sorge, das Hostel nicht zu finden, gleich in Luft auf, weil der Bus dirket vorm Hostel gehalten hat. Eigentlich eine bescheuerte Idee, das Hostel nicht zu finden, aber wie gesagt in 3 Stunden hat man viel Zeit zum denken :D

Im Hostel angekommen habe ich 2 andere Deutsche getroffen, die aber leider die Fraser Tour einen Tag vor, bzw einen Tag nach mir machen. Ich kenn also immer noch niemanden, der die Tour mit mir macht. Aber morgen bei der Einführungsveranstaltung werde ich die dann wohl kennenlernen...

In meinem Zimmer habe ich auf jedenfall schonmal einen Schweden wiedergetroffen, mit dem wir uns in Noosa schon kurz darüber unterhalten haben, wie gut und vor allem günstig das deutsche Bier ist. Die Welt ist klein und wie klein sie ist merkte ich dann, als ich mit 3 Anderen zum Strand ging. Da lief mir nach 30 Metern Kay über den Weg, der in Brisbane geblieben war, als Greta, Eric und ich nach Noosa gefahren sind. Und jetzt wohnt er ein Hostel neben mir. Verrückt :D

Das Abendessen hielt dann gleich zwei Enttäuschungen für mich bereit. Die erste waren die Nudeln, die hier übrigens dreimal so teuer sind, wie in Noosa oder Brisbane. Ich wunderte mich schon über diese schwarzen Stückchen im Wasser, als ich die Nudeln ins Wasser kippte und bei einem Blick in die Tüte bewegten sich die Stückchen auch noch. Käfer! Echt wiederlich! Also durfte ich meine volle und teuer bezahlte Packung Nudeln in den Müll schmeißen. Zum Glück gab mir eine andere Backpackerin was von ihren Nudeln ab, sodass ich wenigstens etwas zu essen hatte. Danke nochmal dafür :)

Die zweite Entäuschung gabs dann an der Bar. In diesem Hostel sind die meisten Gäste Urlauber, die offensichtlich nicht so sehr aufs Geld achten müssen wie ich und die sich abends auch schon mal an die Bar setzten und da möchte man ja nicht mit leeren Händen daneben sitzen. Also zur schnell zur Bar und ein Pint (0,5l) bestellt. Und weil ich keine Ahnung von australischem Bier habe, habe ich auf die Frage was ich haben wolle, einfach mal den mittleren Zapfhahn gewählt und prompt die Niete gezogen. Cider - Apfelwein. Na toll 5$ für ein Glas Apfelschorle. Der Vorteil von dem Ganzen war, dass ich den ganzen Abend nichts anderes mehr getrunken habe, weil ich bestimmt 2 Stunden gebraucht habe, um das Glas Apfelsaft zu trinken. Nächstes Mal sag ich einfach ich möchte ein Bier. Egal was. Das versteht hoffentlich jeder...

Ansonsten war der Abend ganz lustig und es wurde zum ersten Mal ausschließlich Englisch gesprochen. Ich habe zwar Alles verstanden, aber das Sprechen fällt mir doch noch schwer. Mir fallen einfach nicht schnell genug die richtigen Wörter ein und dann sitzen da die Schweden und Norweger, die einfach mal Englisch fließend sprechen können... Da hängt man dann immer ein zwei Sätze hinterher. Naja ich denke das ändert sich noch, wenn man länger hier ist und immer Englisch sprechen muss.

Es hat heute auch zum ersten Mal, seitdem ich hier in Australien bin, geregnet. War ja eigentlich auch klar, dass zum Regenbogenstrand auch Regen gehört :D

Hoffentlich regnet es während der Fraser Tour nicht....

25August
2012

Noosa 2.0

Jetzt sind wir schon eine Woche hier in Noosa.  Irgendwie vergeht die Zeit doch recht schnell. Kaum zu glauben, dass es schon zwei Wochen her ist, das ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen bin.

An unserem ersten Tag hier in Noosa sind wir wie geplant direkt zum Strand gegangen. Erstmal schön in der Sonne liegen und die Seele baumeln lassen. Hatte schon was von Urlaub... im Urlaub ;-) Und dann zum ersten Mal im Pazifik schwimmen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt, aber schließlich hatten wir uns schon, seitdem wir aus dem Greyhound das Meer gesehen hatten, darauf gefreut. In den folgenden Tagen sollten wir nicht mehr so viel Glück mit dem Meer haben. Immer wenn wir dahin gegangen sind, wurde es windig und kalt. Obwohl es zuvor immer sonnig und warm war. Sollte wohl nicht sein...

Am zweiten Tag sind wir durch den Nationalpark hier in Noosa gelaufen. Erst ein ganzen Stück an der Küste entlang. Von dort haben wir auch Delfine und Wale gesehen. Ich hätte sie wahrscheinlich nicht entdeckt und wäre einfach weiter gelaufen, aber wenn eine Horde Japaner das Meer fotografiert, muss da ja irgendetwas besonderes sein :D

Auf dem Rückweg sind wir dann durch den Wald gelaufen. Ich hatte eigentlich gehofft einen Koala zu sehen, aber so wie Eric durch den Wald gerannt ist, hätten auch Haie und tote Wale in den Bäumen hängen könnten und wir wären daran vorbei gelaufen. Einen kleinen Umweg haben wir auch noch eingebaut, weil Eric und ich meinten die Karte besser lesen zu können als Greta :D    Abends gabs dann das bis jetzt beste Essen hier. Kartoffelpüree mit Gemüse(!) und Fisch. Hätte mir jemand vor meinem Abflug erzählt ich würde hier mal Kartoffelpüree essen, was nicht aus der Tüte kommt, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht...

Einen Tag sind wir auch noch nach Eumundi zu einem Markt gefahren, der laut Lonely Planet sehr bekannt sein soll. Fast 7$ für eine Busfahrt von vielleicht 20min fand ich zwar ziemlich teuer, aber wir wollten ja mal was unternehmen. Der Markt war dann jedoch eine ziemliche Enttäuschung. Fast nur Klamotten und Fressbuden. Es gab auch Buden mit "German Sausage", aber 6$ für ne Bratwurst war mir der Spass dann doch nicht wert.

Und irgendwie sind wir dann auf die Idee gekommen, das man den Rückweg doch eigentlich auch zu Fuß gehen könnte. Gibt wahrscheinlich klügere Sachen, als in der Mittagssonne 20km an der Hauptstraße nach Hause zu laufen, aber es war lustig. 3km vor Noosa hat uns dann ein netter Australier eingesammelt und uns bis zum Rand von Noosa mitgenommen. Er sagte er hätte schon von weitem erkannt, dass wir Deutsche wären. Woran auch immer...

Abends haben wir uns noch mit Max und Henning, 2 Freunde von Lars, getroffen, die aus Brisbane gekommen waren und nun hier in Noosa in ihrem Auto campen wollten.

 

Gestern morgen ist Eric dann nach Childers gefahren, um da sein Glück bei der Suche nach einem Fruitpicking-Job zu versuchen. Greta und ich hatten, etwas angestachelt durch den Wal im Nationalpark, eine Whale-Watching-Tour gebucht. Zum Glück wurde die um 3 Stunden nach hinten verschoben. So mussten wir erst den Bus um 9 Uhr nehmen und nicht den um 6. Wir mussten nur 2 Orte weiter, aber das dauert hier halt 2 Stunden :D

Vor der Tour bekam jeder eine Tablette gegen Seekrankheit. Könnte also interessant werden, aber wir hatten ja mit Absicht eine Tour im Speedboot gebucht und nicht im großen Boot. Der Skipper erzählte uns auch gleich, dass wir im schnellsten Boot der Stadt sitzen, es aber mit den 10 Leuten (2 Guides und 8 Touris) an Bord "nur" 65 kmh schaffe. Nach eine Donut zum Wachwerden, bei dem das Boot bei hohem Tempo und 45° Schräglage fast auf der Stelle gedreht wird, sind wir auch schon zu den Walen gefahren. Nach nur 30 Minuten und nachdem wir auf dem Weg eher zufällig noch eine Gruppe Delfine und eine Schildkröte gesehen hatten hatte der Skipper eine Walkuh mit ihrem Kalb gefunden. Diesen sind wir dann 2 Stunden lang gefolgt. Irgendwann fing das Walkalb dann auch noch an zu springen. Das war schon recht beeindruckend und darauf hatten auch alle gewartet, aber es ist ganz schön schwer aus einem Boot, das sich immer auf und ab bewegt, heraus zu fotografieren. Als das Kalb zum zweiten Mal angefangen hat zu springen wollte die Mutter auch mal zeigen, was sie so kann. Leider hab ich es nicht geschafft davon ein gescheites Foto zu machen, aber ich denke jeder kann sich vorstellen, wie beeidruckend es ist, wenn keine 100m vom Boot ein 15 Meter langer und über 15 Tonnen schwerer Wal aus dem Wasser springt.

Heute beim Frühstück fuhren auf einmal Max und Henning auf den Parkplatz von unserem Hostel und erzählten, dass sie beim Schlafen im Auto erwischt wurden und ihnen eine Strafe von 300$ droht, wenn sie nochmal erwischt werden. Ich versteh zwar nicht, warum es illegal ist in seinem Auto zu schlafen, wenn man Lust darauf hat, aber irgendeinen Sinn wird das schon machen... vielleicht... irgendwann... irgendwo...

Mittags waren wir nochmal im Nationalpark, weil uns vorgestern jemand gesagt hat, dass er dort einen Koala gesehen hat. Geht ja nicht, dass der einen sieht und wir nicht.

Wir haben zwar wieder Delfine und Wale an der Küste gesehen, aber natürlich keinen Koala. Ich glaube, die gibts hier gar nicht und die ganzen Geschichten sind nur Propaganda, damit die Leute in den Nationalpark gehen :D

Auf dem Weg zu Supermarkt wurden wir von einem Reisebüro zu einer Backpacker-Party eingeladen und weil hier Abends nicht wirklich was los ist und es dort bei Spielen und Verlosungen was zu gewinnen gab. Das erste Spiel war Limbo und vom Niveau her also noch normal. Ich wurde von irgendeinem Animateur zum mitmachen genötigt, war der Größte von allen Teilnehmern, bin aber immerhin nicht als Erster ausgeschieden und auch erst in Runde drei. Immerhin.... Für das nächste Spiel wurden 8 2er Pärchen gesucht, die dann irgendwelche Aufgaben erledigen mussten. In weiser Vorraussicht hat niemand von uns mitgemacht. War ne verdammt gute Entscheidung, weil das Niveau der Spiele war doch recht unterirdisch. Beispiel gefällig? "Bringe so schnell wie möglich eine Boxershort und einen BH nach vorne. Geht natürlich am schnellsten, wenn man sich direkt vorne auf der Tanzfläche die Boxershorts auszieht.... Und das Niveau sollte noch weiter sinken, aber darauf will ich jetzt besser nicht weiter eingehen. Nachdem das Spiel vorbei war, haben wir beschlossen, dass uns das doch zu blöd ist und sind zurück ins Hostel gegangen.

Morgen haben wir unseren letzten Tag hier in Noosa, weil Greta Sonntagzurück nach Brisbane fährt, um von dort 7h ins Niemansland zu ihrem Job fährt, und ich auch am Sonntag weiter will. Wahrscheinlich nach Hervey Bay, um von dort noch eine Tour nach Fraser Island zu machen, bevor ich mir bei Bunderberg nach einem Job umschaue. Aber wenn ich daran denke, wie oft ich meine Pläne verworfen habe, bevor ich mit Eric und Greta von Brisbane nach Noosa gefahren bin... Mal gucken was ich morgen buche, wenn ich im Internetcafe sitze. Spontan wirds auf jeden Fall ;-)

   

25August
2012

Noosa

17.08.2012

Tschüss Brisbane

Gestern sind wir in     s Büro unsere Organisation gegangen, wo Kay und ich uns das WWOOF-Buch gekauft haben. Ich habe mich aber dann doch umentschieden und das wwoofen auf später verlegt und mir stattdessen einein Greyhound-Pass bis nach Cairns geholt, um am nächsten Tag mit Eric und Greta nach Noosa zu fahren. Auf dem Rückweg bekam Greta dann einen Anruf von der Jobagentur, um ihr zu sagen, dass sie und Marie den Kellnerjob im Nirgendwo sicher haben. Marie hatte jedoch auch schon das Angebot für einen Nanny-Job in Brisbane. Gibt wahrscheinlich nicht viele Backpacker, die sich zwischen zwei Jobs entscheiden müssen. Abends saßen wir noch in einem Park, um noch etwas vor unserem Abschied zu trinken. Unsere Gruppe würde sich ja am nächsten Morgen trennen.

Am nächsten Morgen sind Greta, Eric und ich um 10 Uhr mit dem Greyhound nach Noosa losgefahren. Auf der Karte liegt Noosa nur ein ganz kleines Stück über Brisbane. Sind aber immer noch 3 Stunde Busfahrt. Australien ist halt groß :D

Aus dem Bus, der überigens unerwartet gemütlich war, konnten wir während der Fahrt zum ersten Mal das Meer sehen, was die Vorfreude doch ungemein steigerte. In Noosa angekommen haben wir unser Gepäck geschultert, die 20 Kg lassen sich doch erstaunlich leicht tragen, und sind zur Touristen-Info gelaufen. Wir wurden zwar gewarnt, dass der Weg sehr hügelig ist, aber für 1,5km wollten wir uns kein Busticket kaufen. Wir sind ja Backpacker und 1,5 km ist ja mal ein guter Test. Man muss ja nicht gleich mit 15km anfangen wie Lars, der doch in Cairns angekommen ist , nachdem er stundenlang gelaufen ist, zum falschen Flughafen und sich dann doch ein Taxi mit ein paar anderen Deutschen geteilt hat :D

Zurück zum Thema. In der Touri-Info angekommen wollten wir uns eigentlich nur nach Hostels erkundigen, aber die haben uns direkt mal einen super Deal ausgehandelt. 5 Nächte im YHA im 4er Zimmer für 100$. Das haben wir natürlich sofort angenommen. Glaube nicht, das wir hier irgendwo für unter 20$ pro Nacht was gefunden hätten. Und das Hostel ist einfach mal unglaublich. Ein schoenes Holzhaus halb im Wald und nur 2 Minuten vom Meer weg. Und überall fliegen kleine Papageien rum. (Wer die kleinen bunten Papageien aus dem Zoo in Münster kennt, die man füttern kann, sowas fliegt hier die ganze Zeit rum). Um das Ganze zu feiern haben wir erstmal groß eingekauft und uns Sandwiches gemacht. So richtig mit Salat, Tomate und Käse. Könnte man sogar als gesund bezeichnen. Damit haben wir uns dann erstmal schön an den Pazifik gesetzt und entspannt. Morgen gehen wir zum ersten Mal schwimmen hier in Australien :D

16August
2012

Doch alles anders...

15.08.2012  <-- Dieses Datum ist richtig, das Datum über dem Beitrag sagt nur, wann ich Zeit hatte, das Ganze online zu stellen ;-)


Wie ich gestern bereits gesagt habe. Die Pläne hier ändern sich jeden Tag und das teilweise sogar mehrfach.
Heute morgen bin ich in dem Glauben aufgewacht, dass wir früh aufstehen, um in einen Koalapark hier in Brisbane zu fahren, und dass wir in den nächsten Tagen nach Bundaberg in ein Working-Hostel ziehen. Jetzt einen halben Tag später ist nichts von dem passiert. Das frühe Aufstehen hatte sich schon dadurch erledigt, dass Eric bis halb 7 morgens mit einer der beiden Kanadierinnen unterwegs war und wir die Gruppe im anderen Hostel nicht erreichen konnten. Nach einem ausgiebigem Cornflakes mi Milch Frühstück sind wir dann um 2 Uhr zur Bibliothek gegangen, um zu gucken was wir jetzt weiter machen. Dort kam dann der Auftritt von Lars. Morgens hatte er noch mit einem anderen Backpacker telefoniert, der sein Auto verkaufen wollte. In der Bibliothek suchte er dann das Angebot einer Busreise mit anschließendem Trip nach Fraser Island heraus, was wirklich gut war, weil es sehr günstig war, nur um sich dann einen Flug nach Cairns zu buchen. An Spontanität ist der Typ wohl kaum zu überbieten. Der Flug ist um 6 Uhr morgens und er möchte zum Flughafen laufen, weil 40 Dollar für ein Taxi ja viel zu viel ist und 15km für einen Backpacker ja ganz ok wären. Nachts im Dunkeln, in einer unbekannten Stadt mi 20 Kilo Gepäck... good luck and have fun... bin mal gespannt, ob er ankommt. Greta und Marie haben von einer Job Agentur noch einen Kellnerjob 10 Stunden westlich von Brisbane. Also wahrscheinlich in der Mitte des Nichts. 300 Dollar die Woche plus Essen und Unterkunft. Klingt ja ganz gut, aber dafür 6 Wochen ins Nichts fahren? Ich würde es glaub ich nicht machen. Aber weil er bis 22 Uhr aber noch nicht zurückgerufen hat und der Job somit noch nicht sicher ist (Was ist hier überhaupt sicher?) gehen wir morgen in das Büro unserer Organisation, um uns das WWOOF-Buch zu kaufen und einen Buspass nach Cairns. Damit kann man inerhalb von 3 Monaten nach Cairns fahren (ca. 1700km) und auf dem  Weg immer wieder Zwischenstopps einlegen. Und mit dem WWOOF-Buch kann man gegen Unterkunft und Essen auf Farmen aushelfen.
Verrückt, gestern dachte ich noch wir fahren zusammen für ein paar Wochen nach Bundaberg und jetzt ist es fast sicher, dass wir ab übermorgen alle alleine unterwegs sind. Scheint also, als ob das Abenteuer übermorgen richtig losgeht. Ganz alleine unterwegs in Australien.

16August
2012

1. Woche

14.08.2012
So heut vor einer Woche  bin ich in Fraknfurt in meinen Flieger nach Australien gestiegen. Wird Zeit für nen zweiten Blogeintrag.
Zuerst unsere Gruppe besteht nur noch aus 7 statt 9 Leuten. Eine aus unserer Gruppe ist zur Sprachschule und der Österreicher ist nach 3 Tagen 12 Stunden mit dem Bus in irgendein Kaff ins Outback gefahren, um für 4 Wochen auf einer Farm zu arbeiten. Aber wir 7 versuchen eigentlich alles zusammen zu machen auch wenn wir mitlerweile auf 2 Hostels verteilt sind.
Die Tage hier gehen eigentlich ziemlich schnell um. Mag vielleicht daran liegen, dass wir es nie schaffen uns vor 10 Uhr zu treffen, aber glaube eher es liegt daran, dass es Abends um 6 schon dunkel ist. Die Stunden dazwischen haben wir in eigentich damit verbracht, zum Büro unserer Organisation zu laufen, um unseren CV (Lebenslauf) zu schreiben, oder zur öffentlichen Bibliothek zu laufen, um dank kostenlosem Internet nach Jobs zu suchen. Wir haben sogar eine passende Stelle gefunden. Erdbeerenpflücken nur 30min entfernt von Brisbane. Auf die Stelle haben wir uns alle mal unabhängig voneinander beworben. Schlussendlich haben wir den Job aber nicht bekommen,weil wir kein Auto haben. Naja war ja schon mal ein Anfang und ne Bewerbung auf Englisch zu schreiben war auch mal ganz interessant :-D
Nach 5 Tagen musste ich das Hostel wechseln, nachdem ich die letzte Nacht schon alleine in meinem Hostel war, weil die anderen keine Zusatznächte gebucht hatten. Schon komisch mit 3 wildfremden Leuten in einem Zimmer zu schlafen. Und einer dieser 3 Leute war ne echte Katastrophe. Das erste was er mich gefragt hat, war, ob er ich Zimmer rauchen dürfte. Zur Info eigentlich darf man wegen den Rauchmeldern nichteinmal Deo im Zimmer verwenden... Dann hat er die ganze Nacht geschnarcht wie son Baumfäller und am Morgen hat der erstmal meine Badelatschen  mitgehen lassen. Arschloch !
Aber jetzt bin ich wieder mit 3 anderen Leuten aus unserer Gruppe in einem Hostel. Auf unserem Zimmer ist noch ein Engländer, den ich aber bis jetzt kaum gesehen habe, und 2 Kanadierinnen. Mit denen waren wir gestern zu einem öffentlichen Grillplatz, von denen es hier in Brrisbane am Fluss einige gibt. Danach waren wir noch in de , nach eigener Aussage, billigsten Bar Brisbane, die praktischerweise direkt neben unserem Hostel ist :D  Dort kostet dann ein Jig Bier (1,1 l ) auch "nur" 12 Dollar. Aber wie schon im ersten Blogeintrag geschrieben, ist Alkohol hier einfach nur unglaublich teuer. Wir haben auch schon Goon probiert. Für die Leute, die noch nicht in Australien waren. Goon ist ein 4 Liter Karton Wein für 14 Dollar. Schmeckt eigentlich auch ganz gut, nur der nächste morgen ist hart. Wirklich hart :D
Was das Essen angeht läuft es eigentlich immer darauf hinaus, dass wir in den Supermarkt gehen, nach den billigsten Sachen, oder Sonderangeboten gucken und dann überlegen, was man daraus kochen könnte. Am dritten Tag haben wir jedoch die Öffnungszeiten des Supermarkts verpasst und mussten deshalb Instantnudeln vom Kiosk nehmen. Schmeckte nicht wirklich, aber man war nachher wenigstens einigermaßen satt. Trotzdem hab ich mein zweites Paket vorsichtshalber mal verschenkt ;) Als Entschädigung haben wir am nächsten Tag zur Entschädigung im Supermarkt eine 22er Packung Würstchen für 3 Dollar gefunden. Schnäpperken und Fleisch auf dem Teller. Dazu baked beans für 65 Cent die Dose. Fertig Backpackerherz was willst du mehr :D
Eigentlich wollte ich in den nächsten Tagen nach Cairns gehen, weil hier in Brisbane nicht wirklich was los ist. Aber jetzt überlegen wir mit allen Leuten nach Bundaberg in ein Working Hostel zu fahren, um ein bisschen Geld zu verdienen. Mal gucken was kommt, ändert sich eh jeden Tag...

11August
2012

Die ersten Schritte

So nachdem der erste Eintrag irgendwo im Nirvana verschwunden ist, selbstverständlich vor dem Speichern, gibt es jetzt halt einen etwas längeren Beitrag vom  Flug und den ersten beiden Tagen...


Nach dem Einchecken begann mein Australien-Abenteuer. Zum ersten Mal alleine verreisen und dann gleich für 7 Monate. Ziemlich komisches Gefühl...

Aber nach dem Sicherheitscheck hab ich direkt jemanden gefunden, der auch den Travelworks-Anhänger an seinem Rucksack hatte. Somit waren wir schonmal zu zweit und kurze Zeit später haben wir noch 5 andere Leute gefunden. Damit war unsere 9-köpfige Gruppe ja schon fast komplett. Lief ja schonmal ganz gut, weil ich eigentlich dachte bis Brisbane niemanden aus meiner Reisegruppe zu treffen...

Der Flug nach Dubai war relativ entspannt. Schlafen konnte ich zwar nicht, obwohl ich einen Platz am Gang hatte und meine Beine hätte ausstrecken können. Aber meine netten indischen Sitznachbarn mussten ja mindestens einmal pro Stunde aufstehen und mindestens genausohäufig hat irgendeine Stewardess nen Essenswagen oder so durch den Gang geschoben. Aber zum Glück hat Emirates ja ein sehr gutes Entertainmentprogramm in ihrem Flieger untergebracht. Einen Kinofilm (Avengers), ein Metallica-Album und diversen Solitär-Spielen später war der 6h Flug auch schon vorbei.
In Dubai bin ich dann in der typischen deutschen Sommerkleidung (Pullover und Regenjacke) aus dem Flugzeug gestiegen, war ja schließlich 6 Uhr morgens. Ich hätte vlt dem Piloten bei seiner Ansage zuhören sollen, denn in Dubai sind es auch morgens um 6 schon 35°...
Wir sind dann relativ schnell in den klimatisierten Flughafen geflüchtet. Dieser unterschied sich außer durch seine Größe nicht großartig von anderen Flughäfen. Also schnell 10 Euro in Arabdollar gewechselt, um im Dutyfree-Shop 2 Flaschen Wasser zu kaufen, um dann festzustellen, dass die doch Euro nehmen. Egal Versuch macht klug... Die Raucher aus unserer Gruppe haben sich noch einmal mit günstigen Zigaretten eingedeckt. Dann schnell noch nen Platz zum liegen, schlafen, sitzen suchen und irgendwie die 4 Stunden Aufenthalt rumkriegen.

An der obligatorischen Sicherheitskontrolle vor dem Abflug, wir hatten den Sicherheitsbreich in Dubai nie verlassen, durfte ich meine ungeöffnete Wasserflasche wieder angeben. Anscheinend haben die in der Wüste jetzt soviel Wasser, dass man volle Wasserflaschen in den Müll schmeißen muss...

Der Flug nach Brisbane war mit 14 Stunden schon deutlich anstrengender. Ich hatte zwar wieder einen Platz am Gang, aber wieder wurde mir verboten meine Beine im Gang anzustrecken (" I don't want to kill myself..."). Aber ich konnte mich einigermaßen austrecken, wenn ich meinen Sitz ganz nach hinten gekippt habe und die Schuhe meines Vordermannes nach Vorne schiebe. Also Ohrstöpsel rein, Schlafbrille auf und zumindest für 2 Stunden sowas ähnliches wie Schlaf. Blieb immer noch Zeit für 3 Kinofilme und die ein oder andere Partie Schiffeversenken...
Endlich in Brisbane angekommen musste ich durch die Einreisekontrolle. Der Typ am Schalter hat das aber ziemlich schnell abgewickelt. Der hatte morgens um 6 da wahrscheinlich genausoviel Bock drauf wie ich. Nachdem mein Gepäck noch von einem Spürhund noch auf verbotene Lebensmittel durchsucht wurde, war die ganze Einreiseprozedur auch schon vorbei. Da hatte ich doch etwas Angst vor... 

In der DMAX-Aussie-Zoll-Sendung werde ich aber nicht auftauchen. Die waren gerade erst dabei ihre Kameras aufzubauen :D

Nachdem uns unser Bus vor dem Hostel abgesetzt hatte, erfuhren wir, dass wir doch erst um 14 Uhr einchecken könne. Immhin konnten wir schonmal duschen. War nach dem langen Flug auch nötig...

Wir haben dann noch etwas Brisbane zu Fuß erkundet. Überigens bei blauem Himmel und 26°! Schon mal gar nicht schlecht für den ersten Tag in Australien mitten im Winter :D
Nach dem Einchecken waren wir noch im Supermarkt, um irgendwas fürs Abendessen zu kaufen. Beim Kochen fühlte ich mich etwas komisch, wenn die ganzen Asiaten aufwendig irgendwelche Hühnchen-Gemüse-Curry-Pfannen kochen und man selbst nur 2 Töpfe Spaghetti "kocht" und Tomatensoße aufwärmt. Aber dafür hat das ganze auch nur 70 Cent pro Person gekostet und satt gemacht. Erstaunlicherweise ist sogar die Hälfte noch übrig geblieben, aber sowas passiert halt wenn 9 hungrige Personen einkaufen gehen :D
Nach dem Essen sind wir auch schon um kurz vor Acht ins Bett gegangen, um am nächsten Morgen pünktlich zum Einführungskurs wieder wach zu sein.

Das Frühstück am nächsten Morgen war zwar lecker, aber 2 Toast mit Schinken und nem Spiegelei machen nicht wirklich satt. Und 3,50$ für nen kleinen Kaffee war mir auch etwas zu teuer.
Dann gingen wir zum Büro unserer Organisaton für das Einführungsseminar. Fazit aus der ganzen Veranstaltung für mich war, dass es hier sehr viele Sachen gibt, die  man sehen/machen will, das ganze nen Haufen Kohle kostet und es im Moment echt schwer ist nen Job zu finden. Sogar als Fruitpicker. Mal Gucken wie das unter einen Hut passt...
Am Abend gab es in unserem Hostel für 5$ noch ein Aussie-Barbecue. Sehr lecker, aber von den Portionen werde zumindest ich nicht satt. Zum Glück hatten wir ja noch unsere Spaghetti vom Vortag. Danach sind wir dann noch auf der Suche nach nem Bier durch die Stadt gegangen und das billigste was wir gefunden haben war doch tatsächich Öttinger. Sonst nur Six-Packs für 15$ aufwärts. War aber auch nen scheiß Laden. Hoffentlich... :D

Ich werde wahrscheinlich noch nen paar Tage in Brisbane bleiben und mich dann nach Norden auf den Weg machen auf der Suche nach nem Job.

  Rucksack Mein Bett Unser Zimmer  FlugzeugIrgendein Park in BrisbaneVogel

06August
2012

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.