Ein Jonas in Australien

Berichte von 09/2012

29Sept
2012

Nachtleben Townsville

Nachtleben Townsville

Nachdem wir heute und gestern nur Absagen bei der Jobsuche bekommen haben, wollten wir uns zur Aufmunterung ins Nachtleben von Townsville stürzen. Und ich hatte auch richtig Lust, weil letzten Samstag in Airlie Beach nicht wirklich mitfeiern konnte, weil ich mir ja am Samstag Morgen die Schulter ausgekugelt hatte. Und schon mal versucht zu tanzen, wenn man einen Arm nicht bewegen darf. Geht gar nicht und sieht wahrscheinlich auch noch ziemlich scheiße aus :-P

Aber heute sollte es was werden. Also haben Kay und ich vorm Essen noch schnell eine Box Goon(*) vom Bottleshop geholt. Zufällig war in dem Laden eine Promo-Aktion von Jägermeister bei der man neue Jägermeister Mixgetränke testen konnte. Das erste schmeckte ganz gut, das zweite nicht. Und 4 Dosen sollten auch „nur“ 20$ kosten. Einmal laut gelacht und weitergehts :D Aber hey immerhin gabs Jägermeister. Der Abend ging also schon gut los.

 

Nach dem Essen haben wir noch ne Runde Poker gespielt, um noch etwas Zeit zu überbrücken. Aus leidiger Erfahrung weiß man ja mittlerweile, dass man zumindest in Deutschland vor 10 das Haus nicht verlassen sollte. Schon mal vor 10 im Ballhaus gewesen? Das macht man kein zweites mal und warum sollte das hier anders sein. Die Pokerrunde bot natürlich auch eine perfekte Gelegenheit, um noch das ein oder andere Glas Goon zu trinken. Weil auch das hat man schon in Deutschland gelernt. Gehe nicht nüchtern in nen Club, wenn du nicht musst.

Um 23 Uhr, als alle Pokerchips mal wieder bei Kay gelandet waren und unsere Goonbox auch schon deutlich leichter war, sind wir losgezogen.

Als erstes sind wir in so eine Mexikanerkneipe gegangen. Sah ganz nett aus, aber die wollten 15$ für ein Long Island Icetea. Da hab ich mich doch in die Davidwache gewünscht. Da bekomm ich fürs gleiche Geld 3 Long Island und bin damit recht gut bedient für den Abend.

Wir haben dann recht schnell beschlossen es woanders zu probieren und sind ein paar Meter weiter in „the bank“ gegangen. Nach der obligatorischen ID-Kontrolle am Eingang haben Cathrin und Teresa die Kasse einfach mal links liegen lassen und sind so reingegangen. Kay und ich durften natürlich bezahlen :-/ Aber vielleicht geht da drin ja die Party. Also 10$ (!) Eintritt bezahlt und den Mädels hinterher. Und dann? Nichts! Vielleicht 40 Leute im Club. Wir 4 sind dann auf die Tanzfläche gegangen und waren die einzigen... Hallo Townsville, Studentenstadt, 180000 Einwohner, größte Stadt in Nordaustralien, Freitag Abend, 12 Uhr und wir stehen alleine auf der Tanzfläche. Gehts noch. Das war uns dann doch zu blöd und wir sind wieder raus.

Wir sind dann weiter zum Casino hier in Townsville. Wir haben nämlich beschlossen, weil es ja mit der Jobsuche nicht klappt, dass Kay uns unsere weitere Reise mit Poker finanzieren muss. Am Eingang haben die anderen Drei ihre Führerscheine vorgezeigt und ich meinen Perso. Bei allen kein Problem nur mich fragt er was das denn für eine Karte sei. Bitte was? Perso, ID-Card. Die wurde nur zu dem Zweck erfunden, um sich damit auszuweisen. War dann am Ende auch kein Problem...

Im Casino gabs dann leider keine Pokerrunde. Nur Spielautomaten mit bestimmt 15 Knöpfen und einem Spiel was ich nicht verstanden hab. Und ich hatte auch nicht sonderlich Lust mich damit zu beschäftigen. Warum gibt’s keine Einarmige Banditen. Geld rein, Hebel ziehen, 3 Gleiche gibt Geld. Versteht jeder, aber nein man muss es ja kompliziert machen.

An den Spieltischen wurde Blackjack und Roulette gespielt. Blackjack kann ich nicht und beim Roulette betrug der Mindesteinsatz für ein Feld mit 1:1 Chance (Schwarz oder Rot) 10$. Das war also nichts. Kay überlegt noch sich Sonntag für eine Pokerrunde zu registrieren, aber bei 50$ geht man da glaub ich ganz schnell unter...

Auf dem Rückweg vom Casino sind wir dann noch einmal in „the bank“ gegangen, aber weil es immer noch so trostlos war, wie 2 Stunden davor sind wir auch direkt wieder raus gegangen.

Wir haben uns dann noch in unserem Hostel an den Pool gesetzt und haben nach einem weiteren Glas Goon den Abend beendet. Nachtleben von Townsville, ich bin entäuscht von dir.

Morgen wollen wir es nochmal probieren. Da ist nämlich das Football Finale hier in Australien uns seit Wochen fiebern alle diesem Spiel entgegen. Man muss sich das ungefähr so vorstellen, als wenn Bayern und Dortmund am letzten Spieltag punktgleich an der Tabellespitze stehen und dann gegeneinander spielen. Und weil die Australier ziemlich verrückt sind, was Sport angeht, sollte morgen zumindest in den Bars gute Stimmung sein. Hoffentlich :D

 

 

(*) Goon

Da die meisten glaub ich nicht wissen, was Goon ist, hier mal eine kleine Erklärung.

Vorne weg, die Alkoholgesetze hier in Australien sind ziemlich krank. Natürlich ist es verboten auf der Straße zu trinken und Alkohol kann man auch nicht im Supermarkt kaufen, sondern nur in speziellen Bottleshops. Und beim Kauf muss man immer den Ausweis vorzeigen. Nicht nur der Käufer, sondern bitte jeder aus der Gruppe. Wenn einer keinen Ausweis hat, tja schade, gibt’s halt heute nichts. Und versuch erst gar nicht eine Viertelstunde später alleine wieder zu kommen...

(Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ist alles schon vorgekommen)

Und dann die Preise. Jeseits von Gut und Böse. Flasche Jägermeister 50$, Kiste Bier (30 Dosen) 40$, Sixpack Bier 15$,...

Bleibt eigentich nur besagter Goon. Goon ist ein 4-Liter Kanister Wein. Steht zumindest drauf. Es steht aber auch drauf, dass Ei- und Milchprodukte enthalten sein könne. Also besser nicht nachdenken was man da gerade trinkt. Goon gibt’s in allen möglichen Sorten. Eigentlich alles was ein normales Weinregal auch hergibt. Weißwein, Rotwein, trocken, halbtrocken, fruchtig,...

Die Preise liegen zwischen 10$ und 15$ pro Kiste und der Geschmack liegt irgendwo zwischen „grausam“ und „geht wohl“. Schlimmer als der Geschmack ist jedoch der Tag danach. Mittlerweile geht’s. Vielleicht weil ich mich daran gewöhnt habe, oder kurz vorm Schlafengehen noch mal viel Wasser trinke, aber als wir das Zeug in Brisbane zum ersten Mal getrunken haben, war der nächste Morgen echt Horror.

Aber wenn man etwas trinken will und nicht im Geld schwimmt, führt hier in Australien wohl kein Weg am Goon vorbei.

23Sept
2012

Whitsundays

Gestern bin ich von meiner Segeltour in den Whitsundays zurückgekommen. Die Whitsundays sind eine Gruppe von über 76 kleinen Inseln und wir zwischen die Inseln hin und her gesegelt. Okay gesegelt sind wir nicht wirklich, weil wir die drei Tage absolut keinen Wind hatten, aber dafür hatten wir die ganze Zeit das beste Wetter und das Meer war spiegelglatt.

Unser Boot war die Samurai, eine fast 20 Meter lange, ehemalige Rennyacht. Aber wegen kein Wind sind wir nur langsam übers Meer getuckert.

Samurai

Am ersten Tag mussten wir um 9.15 am Hafen sein und weil wir erst um 9 aus dem Hostel ausgecheckt haben wurde es mal wieder etwas hektisch :D

Am Hafen haben wir dann unsere 3-köpfige Crew kennen und auch die anderen 15 Leute aus unserer Gruppe. Und hey Überraschung außer uns 4 nur noch ein anderer Deutscher. An Bord wurden dann die Betten zugeteilt. Cathrin, Theresa und ich bekamen eine eine Sitzgruppe,die man in ein Bett umbauen konnte. Nicht bequem, aber ich hab schon schlimmeres gesehen...

Am ersten Tag sind wir nach Whiteheaven Beach gefahren und ich glaube es kaum einen schöneren Strand, als diesen. Blaues, kristallklares Wasser und ein schneeweißer Strand. Ich konnte gar nicht aufhören Fotos zu machen, weil man dreht sich um und denkt sich „Das sieht ja mal richtig gut aus, davon muss ich ein Foto machen“ Und das immer und immer wieder...

Wir haben direkt am Meer auf „unserer“ kleinen Insel gelegen, die soeben aus dem Wasser ragte. Traumhaft schön...

Im Meer geschwommen habe ich jedoch nicht, weil ich keine Lust hatte meinen Stinger-Suit (Neoprenanzug) anzuziehen. Auf den Whitsundays sollte man überall so eine Stinger-Suit tragen, weil es überall Quallen gibt, die, wie so vieles hier in Australien, auch mal gefährlich sein können. Hin und wieder hat man mal eine Tentakel ins Gesicht, oder an die Hände bekommen und so wie das schon gebrannt hat, wollte man das nicht am ganzen Körper haben. So unbequem der Anzug auch war, sinnvoll war er allemal.

    

Am Abend haben wir dann noch mit ein ein paar Franzosen und Engländern Teufelskreis gespielt. Ich mag das Spiel einfach nicht, und dass die es mit Ich-hab-noch-nie verbunden haben, machte es nur noch schlimmer, aber so viel trinken konnten wir eh nicht, weil wir am nächsten Morgen unseren Tauchgang haben würden und wir dafür nüchtern sein mussten. Beim Schlafen habe ich gemerkt, dass unsere Bett-Sitzgruppe nicht nur unbequem, sondern auch ziemlich klein ist. Wenn ich mich ausgestreckt habe, hingen die letzten 20-30cm von mir im Gang und damit war der Gang auch schon wieder halb versperrt :D Soll Nächte gegeben haben in denen ich mehr geschlafen habe...

Am nächsten Morgen war dann unser Tauchgang. Wir wurden in 4er Gruppen eingeteilt und weil wir in Gruppe 2 waren konnten wir vorher noch am Strand schnorcheln. Und alleine das war schon unglaublich. Man schwimmt über dem bunten Korallenriff und überall sind Fische in allen möglichen Farben, die auch nicht wegschwimmen, wenn man an ihnen vorbei schwimmt. Man hat das Gefühl in einem unendlich großen Aquarium zu schwimmen.

Dann waren wir dran mit unserem Tauchgang. Nachdem wir unsere Ausrüstung bekommen haben, haben wir ein paar Übungen gemacht. Die erste war sich einfach hinzusetzen und unter Wasser zu atmen und ich hab es direkt verbockt :D Irgendwie habe ich es nicht geschafft unter Wasser ruhig und tief ein- und auszuatmen, sondern habe nur kurz und hektisch geatmet und auf einmal fingen meine ganzen Finger und Hände an zu kribbeln. Nicht gut, also wieder zurück nach oben. Da dachte ich eigentlich schon das wars, aber unser Tauchlehrer sagte, ich solle tief einatmen und mich aufs ausatmen konzentrieren. Das mit dem tief einatmen hat er vielleicht später noch bereut, aber jetzt klappte es. Die anderen Übungen waren, unter Wasser das Wasser aus der Taucherbrille zu entfernen und unter Wasser das Atemmundstück wieder in den Mund zu nehmen. Nachdem die beiden Übungen beim ersten Versuch klappten, stellte sich auch ein Gefühl von Sicherheit ein. Dann ging es los und es hat Spass gemacht. Das Riff sieht zwar 200m vor der Küste beim Tauchen nicht anders aus, als 30 vor der Küste, aber man merkt gar nicht das man tief unter Wasser ist. Erst wenn man mal nach oben schaut, merkt man, dass man 7-8 Meter unter Wasser ist. Die halbe Stunde ging aber doch sehr schnell vorbei. Nach dem Tauchgang musste erst mal an meiner Ausrüstung die Flasche, die eigentlich für 5 Gruppen reichen sollte, gewechselt werden. Naja er hat zu mir gesagt tief ein- und ausatmen und unter Wasser nicht die Luft anhalten und das hab ich wohl ganz gut hinbekommen :D

Nachmittags sind wir dann noch nach Hayman Island gefahren. Der Strand dort war über und über mit abgestorbenen Korallen bedeckt. Irgendwie lächerlich. Hier sitze ich auf einem ganzen Berg Korallen, aber mitnehmen darf man keine... Das Riff vor der Insel war noch schöner, als das vorherige und es gab auch mehr Fische. Unter anderem „Elvis“. Ein über 1m langer Fisch, der so ruhig ist, dass man ihn sogar anfassen kann. Der Anfang war für uns 4 jedoch etwas ernüchternd. Wir haben nichts außergewöhnliches gesehen, aber wirklich alle anderen haben Rochen, Schildkröten, oder eben Elvis gesehen. Beim zweiten Mal schnorcheln waren dann aber auch wir erfolgreich und haben auch alles gesehen, bis auf eine Schildkröte. Nachdem ich dann noch lange alleine geschnorchelt habe, sind Kay und ich die Strecke zurück zum Schiff geschwommen, anstatt das Schlauchboot zu nehmen. Ganz komisches Gefühl im Meer zu schwimmen und unter einem sieht man einfach nichts. Und die Strecke sieht vom Strand auch viel kürzer aus, als sie wirklich ist. Am Ende waren es bestimmt 400-500m und ich war ziemlich fertig, als ich am Schiff angekommen war. Abends haben wir uns den Sonnenuntergang angeguckt. Mal ehrlich gibt es einen besseren Platz für Sonnenuntergänge, als auf einem Segelschiff.

In dieser Nacht haben wir vier auf dem Deck übernachtet. Schlafsäcke waren jedoch auf dem Schiff verboten und somit musste das Prinzip Zwiebelschale wärmen. Alles anziehen, was die Reisetasche hergibt und gucken ob es reicht. Der Sternenhimmel ist doch sehr beeindruckend, wenn von nirgendwo Licht kommt. Man sieht viel mehr Sterne und Sternschnuppen.

Irgendwann gegen halb 2 bin ich aufgewacht. Erster Gedanke: Wo zum Teufel bin ich. Zweiter Gedanke: Warum liege ich hier alleine. Nachdem ich mich einmal umgeschaut hatte, wusste ich auch wieder wo ich war und das zumindest Kay auch noch da ist. Dann hab ich noch den Atem eines Wals gehört. Er muss also ziemlich nah gewesen sein, aber es war dunkel und meine Taschenlampe war irgendwo, nur nicht in meiner Tasche. Verdammt...

Um 4 bin ich dann nochmal wach geworden, weil da auch Kay nach unten gegangen ist. Alleine wollte ich auch nicht oben bleiben, aber weil sich Cathrin und Teresa unsere Schlafecke zu zweit gut aufgeteilt hatten und ich die beiden nicht wieder wecken wollte bin ich wieder nach oben. Ich hab mir die Kaputze vom Fleecepulli übers Gesicht gezogen und mich in den Windschatten der großen Kühlbox gelegt. So konnte man es doch erstaunlich gut aushalten.

Am letzten Tag sind wir zu einer kleinen Sandinsel gefahren. Diese lag direkt vor Hayman Island. Sollte noch wichtig werden an diesem Tag. An dieser Sandinsel sollte es viele Schildkröten geben und weil wir am Tag davor keine gesehen haben war dies das Ziel für den Tag. Wir sind jedoch nur vom Schiff zum Strand geschwommen und nur kurz geschnorchelt. Dann rief jedoch eine Französin aus unserer Gruppe, dass sie eine gefunden hätte. Ich bin dann als einziger von uns 4 zurück ins Wasser, um mir die Schildkröte anzusehen. Ich bin dann ein Stück über der Schildkröte geschwommen und dann zu ihr runter getaucht, um mit ihr auf einer Höhe zu schwimmen. Wirklich beeindruckend, besonders weil die Schildkröte nicht weggeschwommen ist und man einfach 1-2 Meter neben ihr schwimmen konnte. Als ich das zweite Mal runter getaucht bin und gerade auf der Höhe der Schildkröte war, auf einmal -Bam- rechte Schulter ausgekugelt. Ernsthaft, beim Schnorcheln, ganz ohne Vorwarnung. Gibt wahrscheinlich nicht viele, die das schaffen. Immerhin tat es nicht weh, aber trotzdem begann jetzt der etwas ätzende Teil des Tages...

Zum Glück war ich nicht weit vom Strand weg und mit den Flossen kann man auch schwimmen ohne die Arme zu benutzen. Esther und Mikael, die mit mir geschnorchelt haben, hatten auch bemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmte (sah bestimmt auch komisch aus :D ) und sind mit mir zum Strand geschwommen. Nochmal Danke dafür.

Rick, unser Skipper, hat mich dann mit dem kleinen Schlauchboot vom Strand aufgesammelt und rüber nach Hayman Island gebracht. Wie gesagt, sollte noch wichtig sein, dass Hayman Island in der Nähe war. Dort gibt es ein Luxus Resort (ab 2500$ die Nacht) mit Krankenstation. Ich denke es kann sich jeder vorstellen, dass es nicht spaßig ist mit ner ausgekugelten Schulter in nem kleinen Schlauchboot übers Meer zu fahren. Jetzt begann die ganze Sache auch etwas schmerzhaft zu werden.

(Hayman Island und in der Mitte das Luxus Hotel.)

In der Krankenstation waren nur 2 Krankenschwestern, die immer via Telefon einen Arzt aus Sydney um Rat fragen mussten Ich bekam nur mit, dass die das noch nie gemacht hat und ich zum Arzt nach Airlie Beach muss. In dem Moment bekam ich doch etwas Panik, immerhin war Airlie Beach noch über 4 Stunden weg. Sie sagte jedoch auch, dass man versuchen könnte, dass sich die Schulter von selbst wieder einrenkt. Klang schmerzhaft, aber immerhin noch besser als 4 Stunden segeln bis zum Arzt in Airlie Beach. Erstmal musste jedoch der Stinger-Suit weg. Linker Arm ok, Reisverschluss auf dem Rücken ok, beim rechten Arm wäre ich aber fast die Wände hoch gerannt. Das tat mal richtig weh... Den Versuch haben wir dann auch schnell beendet und die Krankenschwester hat den Ärmel aufgeschnitten. Sorry Rick für den Anzug... Ich sollte mich dann auf den Bauch drehen und den Arm lang runterhängen lassen. Nicht lustig. Dann bekam ich eine Flasche in die Hand, die den Arm nach unten zieht und nach kurzer Zeit ist die Schulter auch von selbst wieder eingerenkt. Glück gehabt. Doch keine 4 Stunden Segeln mit ausgerenkter Schulter :D Zum Schluss gabs noch 2 Schmerztabletten, wohlgemerkt nachdem alles vorbei war. Insgesamt hat die ganze Aktion in der Krankenstation nur ca. 30 Minuten gedauert. Gekostet hat es trotzdem 200$. Besser nicht drüber nachdenken. Luxushotel Luxuspreise...

Auf dem Rückweg nach Airlie Beach haben wir dann doch noch einen Wal gesehen. Und dann sind noch 2 Delfine aufgetaucht und sind auf der Bugwelle unseres Schiffes gesurft. Zwar nur ganz kurz,aber fürs Foto hats gereicht. Selbst einer von der Crew sagte, dass er sowas noch nicht gesehen hat, aber in solchen Sachen haben ich einfach Glück.

 

11Sept
2012

Childers

Die letze Woche war ich in einem Working Hostel in Childers. Ist nicht viel bei rumgekommen, aber war trotzdem eine gute Erfahrung. Ich hab mich mal jeden Tag hingesetzt und etwas geschrieben. Im Nachhinein schon krass wie sich meine Stimmung von einen auf den anderen Tag teilweise um 180° gedreht hat :D

 

Childers Tag 1

Nachdem Kay und ich gestern in Childers im Hostel angekommen waren, Lars und Eric wiedergetroffen haben und uns alle gesagt haben, wie scheiße das hier ist und wie wenig Geld man verdient, begann heute morgen um 7.40 Uhr unser erster Arbeitstag. Cherry-Tomaten Pflücken.

Die Arbeit ist zwar hart, aber nicht so hart wie ich gedacht habe. Aber wir haben auch nur 4,5 Stunden gearbeitet und es war bewölkt, sodass es nicht so heiß war, wie die Tage zuvor. Aber man hockt/kniet die ganze Zeit im Dreck, steckt mit dem Kopf in den Tomaten und pflückt. Ich glaube nicht, dass meine Schuhe jemals wieder sauber werden und die Hände sind nach der Arbeit pechschwarz. Aber immerhin werden die wieder sauber. So halb, nach 10 Minuten waschen...

Die Ausbeute war für mich heute doch eher ernüchternd. Ich hab in der Zeit 6,5 Eimer (geschätzt 7-8 Liter pro Eimer) Tomaten gepflückt und dafür 39$ bekommen. Abzüglich Steuern, Hostel, Essen Spritgeld habe ich heute 4,5 Stunden gearbeitet und 2$ Verlust gemacht...

Aber ich hab die Hoffnung, das ich noch schneller werde. Eric und Lars, die das schon eine Woche machen, haben zum Beispiel 11,5 bzw. 12,5 Eimer gepflückt. Dann macht man auch Gewinn bei der Arbeit.

  Tomaten, überall TomatenLars beim PickenDreckhände

Childers Tag 2

Gestern hab ich gedacht Tomatenpflücken wäre nicht so hart, heute hab ich gemerkt, dass dem nicht so ist. Schon beim Bücken nach der ersten Tomate, machte mir mein Rücken deutlich, dass das heute ein langer Tag werden würde... Wusste gar nicht das man so einen Muskelkater im Rücken haben kann. Ich hab mich dann auf einen Eimer gesetzt und im Sitzen gepflückt. Damit war auch von Anfang an klar, dass ich nicht wirklich schnell sein würde. Erschwerend kam noch hinzu, dass ich heute versucht habe mit Handschuhen zu pflücken, um nicht ganz so viel Dreck und Pestizide an die Hände zu bekommen. Der Versuch war aber nicht so erfolgreich, weil ich mit den Handschuhen beim Pflücken die Stängel nicht von den Tomaten kriege und nachher einzeln abzupfen muss und noch langsamer werde. Dann muss ich halt mit dem Dreck an den Händen leben. Und nichts anfassen, was man nachher noch essen will, nicht durchs Gesicht wischen und schon gar nicht in die Augen... Heute Abend habe ich mir aber noch Staubmasken geholt, damit man den Ganzen Dreck wenigstens nicht einatmet, wenn man mit dem Gesicht in den Tomaten hängt. Insgesamt hab ich heute 7,25 Eimer gepflückt. Sollte also reichen, um Hostel und Essen zu bezahlen. Aber reich werde ich hier bestimmt nicht...

Das lustige hier in dem Hostel ist, dass alle die gleiche Drecksarbeit machen und alle gleichermaßen über die Arbeit und die Superwiser schimpfen. Das verbindet alle.
Abends saßen wir dann noch mit ein paar Leuten zusammen und haben ein bisschen Wein getrunken. Gibt auch Sachen hier, die Spass machen.

 

Childers Tag 3

Heute hatten wir einen Tag frei. Eigentlich der Sinn unseres Aufenthalt im Working Hostel, aber ich war ganz froh drumm. Und das Wetter war auch auf unserer Seite. War es die Tage an denen wir Arbeiten mussten immer bedenkt gewesen, war es heute wieder sonnig. Eric und Lars sind mit zwei Mädels aus dem Hostel zum Strand gefahren, aber weil dann nur noch 1 Platz frei war, sind Kay und ich am Hostel geblieben. Wir haben dann mit 2 anderen Mädels aus dem Hostel, Cathrin und Theresa, auf der Wiese hinter dem Hostel gechillt. Später waren wir noch in der Bücherei im Internet, wo Cathrin und Theresa ihre Weiterfahrt nach Arlie Beach und ihre Tour zu den Whitsundays gebucht haben. Sie haben auch gefragt, ob wir mitkommen wollen, aber obwohl das Angebot sehr verlockend ist, werde ich hier bleiben, um noch etwas Geld zu verdienen.

 

Childers Tag 4

Das wars für mich. Das ist alles Verarsche hier. Heute mussten wir wieder arbeiten und wir haben mit den kleinen Tomaten angefangen mit denen wir Dienstag aufgehört haben. Sogar die gleichen Reihen, die wir Dienstag schon abgeerntet haben. War also nicht so ergiebig. Ich hab zusammen mit Eric gepflückt und der zieht einen mit seinem hohen Tempo schon gut mit. Ich hab in den ersten 2,5 Stunden fast 4 Eimer gepflückt. Ganz gut für mich. Dann sind wir jedoch zu winzigen Tomaten gewechselt. Und es sollten alle Größen gepflückt werden. Die größten Tomaten hatten die Größe von Weintrauben und die kleinsten die Größe von Erbsen.

winzige Tomaten

Und man bekommt für einen Eimer auch nur 6$. Genauso viel wie für einen Eimer Cherrytomaten, nur das man für die Cherrytomaten ein Drittel der Zeit benötigt. Wie gesagt nur Verarsche hier. Insgesamt habe ich heute nicht einmal 7 Eimer gepflückt. Ich bräuchte 9,5 Eimer pro Arbeitstag um zumindest die Kosten für Hostel und Essen zu decken. Nach drei Arbeitstagen bin ich jedoch schon 8,5 Eimer im Minus. Ich bin also meilenweit davon entfernt überhaupt mit Plus-Minus-Null aus der Woche heraus zu kommen. Ich pflücke 5 Stunden pro Tag Tomaten , lebe in nicht gerade dem besten Hostel und zahl am Ende noch drauf. Nicht ganz der Sinn der Sache. Das können auch die netten Leute und die gute Stimmung im Hostel nicht ausgleichen. Schließlich bin ich hierhin gekommen, um Geld zu verdienen. Ich habe dem Boss vom Hostel heute Abend gesagt, dass ich am Sonntag nach einer Woche wieder abreise und werde dann mit den anderen nach Airlie Beach fahren. Kay fährt am Sonntag auch und Eric und Lars sind sich auch noch nicht sicher, ob die noch eine Woche hier bleiben.

Abends haben wir 6 in unserem Zimmer noch Inception geguckt, aber auf Englisch hab ich den Film nicht wirklich verstanden. Und das ich immer wieder eingeschlafen bin machte das nicht besser :D

Filmabend

 

Childers Tag 5

Heute hatten wir wieder einen freien Tag. Egal ich hab mit dem Arbeiten hier eh abgeschlossen. Verliere ich halt 20$ mehr am Tag muss dafür aber auch nicht 5 Stunden Tomaten pfücken...
So konnte ich ausschlafen und mit den anderen am Pool liegen.

Nachmittags haben Cathrin, Theresa, Kay und ich unser Hostel in Airlie Beach gebucht und auch unsere Whitsudays Segeltour. Das wird gut. Eigentlich wollte ich die Tour ja erst machen, wenn ich sie von meinem hier erarbeiteten Geld bezahlen kann, aber bei dem Lohn hier, hätte ich dafür 5 Wochen hier arbeiten müssen.... Naja egal, lebe ich halt weiter von meinem Ersparten und such mir später einen Job mit guter, oder zumindest fairer Bezahlung.

Mein Elektrorasierer hat mich heute auch im Stich gelassen. Hat wohl das Shampoo nicht vertragen, was da drübergelaufen ist ;-) Beim Versuch das Ding zu reparieren hab ich mir dann noch einen richtig Stromschlag abgeholt. Scheiß Idee das Ding zu zerlegen, wenn der Stecker noch eingesteckt ist :D Aber aus Fehlern lernt man und ab morgen wird sich dann halt wieder per Hand rasiert.

Abends haben wir richtig gut gekocht. Nudeln mit Shrimps und Wein. Luxus pur, aber wenn man mit 6 Leuten kocht, dann kostet das auch nur 4-5$ pro Person.

Abendessen  Yummy

Danach haben wir bei uns im Zimmer aus mehreren Matratzen eine Sitzecke gebaut und wieder einen Film geguckt. Dieses mal war auch noch Tiina aus Finnland dabei, die gestern angekommen ist.

Das ist richtig interessant was man hier alles für Leute trifft. Allein wenn ich daran denke aus wie vielen verschiedenen Ländern ich schon Leute getroffen habe. USA, Kanda, England, Irland, Schweden, Norwegen, Finnland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Italien, Österreich, Israel, Thailand, Taiwan,...

Nach dem Film habe ich noch zu Hause angerufen, um meiner kleinen Schwester zum Geburtstag zu gratulieren. Ich glaube, da war jemand sehr überrascht :D

 

Childers Tag 6

Heute hatten wir, welch Wunder, einen freien Tag. Es haben von den geschätzt 60 Leuten im Hostel nur 5 einen Job bekommen. War also gut was los im Hostel....
Am Pool habe ich mir auch meinen ersten Sonnenbrand hier in Australien eingefangen. Der Abdruck der Uhr auf meinem Arm ist jetzt rot statt weiß :-P

Aber man merkt, dass es hier Frühling wird und wir weiter im Norden sind. Die Sonne brennt doch schon ganz schön und man muss sich eigentlich immer eincremen, wenn man länger in der Sonne liegen will. Immerhin müssen wir bei dem Wetter nicht auf dem Acker stehen.

 

Childers Tag 7

Heute mussten wir um 10 Uhr auschecken und weil ich meinen Rucksack gestern nicht gepackt hatte wurde es etwas hektisch :-P

Unsere 150$ Kaution haben wir auch nicht in bar wieder zurück bekommen, sondern nur einen Beleg, dass es überwiesen wird. Bin ja mal gespannt, ob das Geld irgendwann auf meinem Konto ankommt...

Nach dem Auschecken durften wir uns nicht mehr auf dem Gelände des Hostels aufhalten und einen Gepäckraum gab es auch nicht. Also mussten wir 8 Stunden mit unserem Gepäck in Childers auf unseren Bus warten. Wir haben uns dann mit unserem ganzen Krempel vor die Bücherei gesetzt und die Zeit mit Gratis-Internet, Filmen, Kartenspielen und Musik überbrückt. Unser Reiseproviant bestand aus ein paar Orangen, die wir aus dem Garten des Hostels gepflückt hatten und einer Packung Müsliriegel. Die Packung hatte ich eigentlich als Verpflegung fürs Fruitpicken gekauft, aber danach keinen Tag mehr gearbeitet...

Zurück zum Thema. Die Packung war mittags irgendwann leer und es war klar das die Orangen nicht für die nächsten Stunden, geschweige denn für die 13 Stunden Busfahrt reichen würden. Ohne nachzudenken und verwöhnt davon, dass bis jetzt in jedem Ort die Läden an sieben Tagen geöffnet haben, bin ich zum Woolworth gelaufen. Nach 20 Minuten Fußmarsch musste ich jedoch feststellen, dass die Uhren in Childers offensichtlich anders ticken. Woolworth hatte zu...

Auf dem Rückweg hab ich dann schon überlegt, die nächsten 20 Stunden nichts zu essen, oder noch irgendjemand nach Essen zu fragen. Auf dem Rückweg kam ich jedoch am IGA vorbei, der zum Glück noch geöffnet hatte. Der eigentliche Plan war Sandwiches zu machen, mit Salat, Sauße, Käse und so. Aus Kostengründen wurden daraus Brötchen mit Käse und Wurst. Zusammen mit eine Packung Müsliriegel und einer Packung Kekse für die Fahrt kostete das mal geschmeidige 15$...

Umgerechnet 2 Stunden Erbsen-Tomaten pflücken für ein Mittagessen...

Nachdem wir uns von von den anderen verabschiedet hatten, sind wir zur Bushaltestelle gelaufen, um dort nochmal eine Stunde, inklusive 30 Minuten Verspätung, auf den Bus zu warten. Und dann kam die Krönung von dem ganzen Tag. Endlich im Bus sind wir ungelogen 3 Minuten unterwegs, als der Bus an der Tankstelle direkt hinter Childers abbiegt für eine 30-minütige Essenspause...

So schnell wollte uns Childers anscheinend noch nicht gehen lassen, aber nach der Pause, die wir beiden übrigens als einzige im Bus verbrachten, war unsere Zeit in Childers endlich vorbei und die 13-stündige Fahrt nach Airlie Beach began.

08Sept
2012

Hervey Bay

Hervey Bay

Letzten Sonntag bin ich mit dem Greyhound weiter nach Hervey Bay gefahren. Nur 2 Stunden Busfahrt. Quasi gleich um die Ecke. Aus australischer Sicht :D

Nach einer weiteren halben Stunde Fusmarsch bin ich in meinem Hostel angekommen. Und wer läuft mir noch vor dem Einchecken über den Weg? Kay, der gerade von seiner Fraser-Tour zurückgekommen war. Die Welt ist klein.

Das Hostel war sehr gemütlich, aber es war nix los. Und der eigentliche Grund, warum ich von Rainbow Beach nach Hervey Bay gefahren bin, war eigentlich, dass ich in eine Stadt fahre, in der mehr los ist. Aber egal. Immerhin gabs hier Handyempfang und Kay hatte freies Internet, das er freundlicherweise mit mir geteilt hat.

Am Montag bekam ich dann eine E-Mail von der Organisation, dass meine Bankkarte nach 4 Wochen endlich in Brisbane angekommen ist. Und dieses Mal wollte ich wirklich waren bis ich die Karte habe. Wollte ich ja auch schon in Brisbane und Noosa machen. Also musste ich wohl etwas länger als die geplanten 2-3 Tage in Hervey Bay bleiben. Und in Hervey Bay ist genausoviel los wie in Rainbow Beach. Nämlich gar nichts. Der einzige Unterschied ist, dass Hervey Bay größer ist. Deshalb läuft man halt zum Supermarkt 25 statt 5 Minuten und zum Strand 10 Minuten statt 5. Naja geht der Tag schneller rum...

Ansonsten waren wir viel in unserem Hostel. Zeit totschlagen. Aber dafür hatten wir Abends auch Zeit ordentlich zu kochen. Nicht nur Nudeln mit Tomatensoße, sondern auch mal Bratkartoffeln mit Ei, oder Wraps.

Nach 5 Tagen, oder 140 Schachpartien gegen den Computer, 30 Spielen Mahjong (kann man das Spiel überhaupt gewinnen?) und Internet im Wert von weit über 100$ (zum Glück bekam Kay das kostenlos) kamen am Freitag auch endlich unsere Bankkarte n an. Weil wir aber mit den Karten noch zur Bank mussten (Stunde Fußweg für beide Wege) konnten wir am Freitag nicht mehr unsere weitere Reise planen.

Dienstag hatte ich von Lars gehört, dass er und Eric gerade in einem Working Hostel in Childers arbeiten. Also hab ich da am Samstag mal angerufen. Erstes Telefongespräch auf Englisch hier in Australien. Ich hab nicht alles verstanden, was er gesagt hat und er hat bestimmt nicht alles verstanden, was ich gesagt habe. Aber er hatte Arbeit für mich und Kay und wir konnten am nächsten Tag schon kommen. War ja einfacher als gedacht. Ab Montag werden wir dann Zucchinis pflücken. Abends haben wir dann noch mit zwei anderen Mädels aus unserem Zimmer gegrillt und das ein oder andere Gläschen Wein getrunken und dann war unsere Zeit in Hervey Bay auch vorbei. Endlich....

    Essen  Essen EssenGrillen

02Sept
2012

Fraser Island

Gestern bin ich von meiner Fraser Island Tour zurückgekommen und ich muss sagen es war richtig gut.

Die Informationsveranstaltung am Tag vor der Tour habe ich leider verpasst, aber ich finde daran bin ich relativ unschuldig, weil sie einfach ohne Ankündigung um 2 Stunden nach vorne verlegt wurde und ich zu der Zeit noch in Rainbow Beach im Nationalpark unterwegs war. Einziger Nachteil war, dass ich nicht wusste in welcher Gruppe ich bin und dass ich mir kein Bier für die Tour vorbestellen konnte. Beides Sachen die man noch verschmerzen kann...

Am ersten Tag der Tour wurde ich jedoch bei Auschecken aus dem Hostel schon abgefangen, damit ich mir mit ein paar Anderen, die ebenfalls nicht bei der Infoveranstaltung waren, zumindest den Film angucke. Darin ging es ums Fahren auf Sand und generelle Verhaltensweisen auf Fraser. Da lernte ich auch meine Gruppe kennen. Wir waren ein recht cooler Haufen aus 3 Deutschen, einem Pärchen aus Irland, 2 Italienerinnen und einem Engländer. Dann wurden uns die Autos gezeigt, mit denen wir auf Fraser fahren würden. Toyota Land Cruiser. Ein riesen Gefährt. 5 Meter lang, 2 Meter hoch und 2,5 Tonnen schwer und ich war froh eine Tour gebucht zu haben, bei der man selber fahren durfte und nicht mit einem Bus über die Insel gefahren wird. Wobei ich doch schon Respekt davor hatte das Ding zu fahren, besonders weil halt noch 7 andere Leute in dem Auto saßen. Aber als ich am 2. bzw 3. Tag fahren durfte wars einfach nur geil. Ich glaube,dass jemand der es nicht gemacht hat, sich  nicht vorstellen kann, wie viel Spass es macht mit 80 Sachen über den Strand zu fahren. Und auf dem harten Sand direkt am Wasser fährt es sich wie auf einer Straße und im weichen Sand rutscht man wie auf Schnee. Bei meinem Fahrt am 2. Tag musste ich auch eine Strecke durch richtig tiefen Sand fahren. Unser Tourguide Jake hat mir kurz erklärt was ich zu machen habe und dann los. Auf Low-Gear umschalten für schweres Gelände, anfahren im 2. Gang, weil einem sonst der Motor um die Ohren fliegt, hochschalten in den 3., Gaspedal bis zum Boden durchtreten und die 200 Pferde unter der Haube ihre Arbeit machen lassen. Ich bin sogar durchgekommen ohne mich festzufahren, aber auf der anderen Seite angekommen hat unsere Karre gequalmt und gestunken. Irgendwie hat die Klimaanlage gefressen und der Keilriemen ist dann auf der Riemenscheibe geschmolzen. Die blöden Sprüche meiner Mitfahrer hab ich einfach mal ignoriert, weil ich ja genau das gemacht hatte, was Jake mit gesagt hatte. Bei der kurzen Reperatur (Taschenmesser, Keilriemen durchschneiden, Fertig) konnten wir auch direkt die Beule aus der Motorhaube drücken, die entstanden war, als wir uns für ein Foto mit 4 Leuten drauf gestellt haben. Egal, die 10$ für die Autoversicherung müssen sich ja auch lohnen ;-)

 Am ersten Tag sind wir zum Lake Wabby gefahren. Der Süßwassersee lag  mitten im Wald und grenzte an eine große Sanddüne. Auf dem Weg zum See haben, lag mittem auf dem Weg eine Schlange und obwohl sie nur ca. 40cm lang war, haben wir alle einen großen Bogen drumherum gemacht. Besonders, weil mit der Brown Snake und dem Taipan zwei extrem giftige Schlangen auf Fraser leben. Außerdem waren wir am Wrack der Maheno, einem Luxusdamper, der vor über 70 Jahren dort gestrandet ist. Am zweiten Tag sind wir nach Ellies Creek gefahren, einem Fluss, dessen Wasser so klar ist, dass man es sogar trinken kann. Dann sind wir weiter zu den Champagne Pools gefahren (auf diesem Stück hab ich die Klimaanlage zerlegt). Die Pools sind kleine Becken in den Felsen, die von den Wellen mit Wasser gefüllt werden, aber keinen direkte Verbindung zum Meer haben und deshalb die einzige Stelle auf Fraser ist, wo man im Meer baden kann. Im Ozean kann man nicht schwimmen, weil die Strömung zu stark ist. Und wenn das einen nicht tötet übernehmen das die Haie ;D

Zuletzt sind wir noch nach Indian Head gefahren. Das ist ein großer Felsen der weit ins Meer ragt und von dem man eine schöne Aussicht auf die angrenzenden Strände hat. Außerdem haben wir dort im Wasser Rochen, kleine Haie und man wieder Wale gesehen.

Am letzten Tag sind wir zum Lake McKenzie gefahren. Dafür mussten wir 45 Minuten über eine Sandpiste durch den Urwald fahren. Man wurde ganz schön durchgeschüttelt und da war auch klar, warum man nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb auf die Insel darf.

Lake McKenzie ist ein wunderschöner See mitten im Urwald mit kristallklarem Wasser  und weißem Sandstrand. Leider wurde über die Hälfte des Strandes vor einem Jahr bei einer Überschwemmung weggespült und seitdem schimmert das Wasser auch nicht mehr so blau wie man es auf den Fotos im Internet sieht. Aber trotzdem immer noch der mit Abstand schönste See den ich bis jetzt gesehen habe.

Geschlafen haben wir in Zelten, die in einem Camp im Wald aufgebaut waren. In diesem Camp haben wir auch gekocht, Lagerfeuer gemacht und Abends Party gemacht. Und mitten im Wald campen ist auch eine Erfahrung. Da läuft einem nachts auf dem Weg zur Toilette auch schon mal ein Dingo über den Weg. Und man gewöhnt sich auch an die Spinnen auf der Toilette und in der Dusche. Die Spinne in unserem Zelt war zum Glück so klein (vlt so groß wie eine 2 Euro-Münze), dass man sie noch ganz klassich mit einem Schuh erschlagen konnte. Sicher ist sicher :D

Die Abende im Camp waren lustig. Besonders am Lagerfeuer die Geschichten von anderen Backpackern zu höhren, die schon mehrere Monate in Australien sind. Das macht Lust auf mehr.

Heute Morgen musste ich überraschend das Hostel wechseln. Eigentlich wollte ich noch eine Nacht nachbuchen, um meine ganze Wäsche zu waschen, aber das Hostel war völlig ausgebucht. Somit durfte ich meinen ganzen Rucksack wieder einpacken, nachdem ich vorher alles ausgepackt und nach Farben (hell und dunkel ;-) )aufgeteilt hatte. Zum Glück gabs im Hostel nebenan noch ein Bett für mich. Muss ich halt hier meine Wäsche waschen und meine weitere Reise planen, wobei ich wieder nicht weiß wo es für mich hingeht. Ich hoffe ich finde mal Leute mit denen ich zusammen reisen kann, aber die Leute mit denen ich die letzten Tage zusammen war, reisen alle in den Süden und von da komm ich ja gerade...

DingoLake WabbyUrwald auf FraserSchlangeWrack der SS MahenoEllies CreekIndian HeadLaker McKenzieLaker McKenzieLaker McKenzieUnser AutoBester Fahrer ;-)Fahren am StrandUps :DMeine GruppeUnser Camp