Ein Jonas in Australien

Berichte von 11/2012

19November
2012

Byron Bay

Byron Bay

Irgendwie werde ich faul und schreibe keine Blogeinträge mehr. Der letzte kommt noch aus Nimbin. Ich versuch das ganze jetzt mal auf einen aktuelleren Stand zu bringen.

Also nach Nimbin bin ich mit dem Bus nach Byron Bay gefahren und in das gleiche Hostel wie Cathrin und Teresa eingecheckt. Da die beiden aber nicht zu erreichen waren, habe ich mich erst mal mit einer Belgierin und nem Ami aus meinem Zimmer auf den Balkon gesetzt. Erstaunlich, wie schnell man hier immer wieder Leute kennen lernt.

Beim Abendessen habe ich dann auch Cathrin und Teresa wiedergetroffen. Sehr cool, immerhin war es schon fast 4 Wochen her, dass wir uns in Brisbane getrennt hatten. Die Zeit hier vergeht einfach so schnell...

Am Abend sind wir dann noch in einen Club in Byron Bay gegangen. Aber irgendwie war ich nicht wirklich in Partylaune und bei den Bierpreisen hier kann man sich auch nicht wirklich in Stimmung trinken. In der Stimmung war ich an dem Abend wahrscheinlich nicht der beste Gesprächspartner... Sorry xD

Am nächsten Tag sind wir durch den National Park zum östlichsten Punkt Australiens gelaufen. Sehr beeindruckend. Man steht an der Klippe und an drei Seiten ist einfach nichts außer endloser Ozean. Dazu noch heftiger Wind. Schwer das auf nem Foto festzuhalten, aber ich packs trotzdem mal rein.

An diesem Abend war Karaoke in unserem Hostel. Ich sags mal so. Wenn es eine Liste geben würde mit Sachen, die ich nicht kann, dann würde Singen wahrscheinlich weit oben stehen. Sehr weit oben. Für mich war also klar, dass ich da nicht mitmache, aber Cathrin und Teresa hatten sich schon länger vorgenommen mal beim Karaoke mitzumachen. Respekt, aber ich glaube der Free Drink war doch eher der Ansporn, als das Bedürfnis vor anderen Leuten zu singen.

Am Samstag Morgen sind Cathrin und Teresa mit einer Mitfahrgelegenheit nach Sydney gefahren. Und ich hab auch meinen Bus für Sonntag gebucht. Am Abend wollte ich eigentlich schon früh auf mein Zimmer, um diesen Blogeintrag zu schreiben und vor der Busfahrt noch einmal richtig zu schlafen. Leider habe ich die Rechnung ohne meine Zimmerkollegen gemacht. Die haben nämlich eine kleine Zimmerparty gemacht. Zu dem Mädel aus Belgien und dem Ami, der eigentlich schon seit 2 Tagen ausgecheckt hatte, aber trotzdem noch im Hostel war, kamen noch etliche Engländer und ein Däne. Und der Kerl war einfach nur verrückt. Positiv verrückt. War ein sehr lustiger Abend. Irgendwann kam dann die Security und meinte, wenn wir schon auf dem Zimmer trinken, dann sollen wir doch bitte die Tür zu machen, damit uns keiner hört. Soviel zum Alkoholverbot im Hostel...

 

Am letzten Tag in Byron Bay hat es dann leider geregnet und so ist mein Plan zum Strand zu gehen, sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Ich hab dann irgendwie versucht die Zeit im Hostel totzuschlagen. Mittags gabs noch ein BBQ im Hostel und abends habe ich noch lange mit einem Franzosen und einem Italiener zusammengesessen. Mittlerweile reicht mein Englisch auch mal für ein längeres Gespräch.

Am Abend gab es dann auch wieder eine Demonstration der australischen Pünktlichkeit. Der Shuttle-Bus zur Haltestelle sollte um 20:40 vom Hostel losfahren. Ich bin also um kurz nach halb neun zur Rezeption gegangen und da sagt die, dass der Bus schon vor 5 Minuten abgefahren ist. Sie hat ihn dann angerufen, damit er nochmal zurück kommt. Also entweder 10 Minuten zu früh, oder viel zu spät, aber pünktlich geht anscheinend nicht :D

15November
2012

Wwoofen in Nimbin

(8.11.2012)

 

Pamela C., Postbox-Nummer, Nimbin 2480, Telefonnummer, E-Mail Adresse

20 Morgen, nach permakulturellen Richtlinien angelegte, die das idyllische Tuntable Tal überblicken. 30 verschiedene Fruchtbäume und über 3000 Windschutz- und Forstwirtschaftsbäume, die seit kurzen die Anfänge einer Bambusplantage umfassen. Aktuelle und zukünftige Projekte umfassen Bäume pflanzen, Bauarbeiten und Gartenarbeit. 5 Minuten mit dem Auto nach Nimbin und 30 Minuten nach Lismore, 2-3 Leute im Haus, Leben als Familie, gemischte Mahlzeiten, Länge des Aufenthalts nach Vereinbarung, Keine Kinder”

 

So sieht eine Anzeige im Wwoof-Buch aus. Wie ihr seht, steht da nicht wirklich viel drinn und man muss viel zwischen den Zeilen lesen. Deshalb kann ich auch nicht sagen, dass die Anzeige falsch ist, aber ich hab mich wohl irgendwo zwischen den Zeilen verlesen :D
Ich habe gedacht, ich komme in einer Familie, die eine Obstbaumplantage bewirtschaftet. Nicht ganz :D Naja ich fang mal von vorne an...

Nach über einer Woche in Brisbane merkte ich, dass ich etwas intensiver nach einem Wwoof-Platz suchen muss, wenn ich nicht ewig in Brisbane bleiben wollte. Und dass ich nicht mehr günstig bei Lars im Auto schlafen konnte, machte die ganze Sache noch dringlicher.

Aber was will ich überhaupt?

Ein Wwoof-Platz in der Nähe von Nimbin wäre ideal, weil Cathrin und Teresa dort einen Wwoof-Platz haben und wir vielleicht später wieder zusammen reisen wollen.

Keine kleinen Kinder. Auf Kinderbespaßung und Babysitten habe ich nicht wirklich Lust. Gut wäre auch, wenn es mehrere Wwoofer wären, die aber trotzdem in der Familie leben. Und dann gerade in der Gegend um Nimbin (alte Hippie-Stadt, irgendwo in den 70ern hängen geblieben) alles weggstreichen, was zusehr nach Sekte, Hippiekommune, oder Drogenhölle klingt.

Alles was dann noch übrig geblieben ist, in eine Liste gepacken und abtelefoniert. Bei der ersten Farm habe ich noch eine Absage bekommen. Könnte auch daran liegen, dass ich die Zeitverschiebung zwischen Queensland und New South Wales vergessen und es in Nimbin schon fast 22 Uhr war :D

Kleiner Abstecher in das australische Zeitenwirrwarr.

New South Wales hat Sommerzeit, Queensland, was genau darüber liegt, hat keine Sommerzeit. War lustig, als die Uhren umgestellt wurden, keiner wusste wie spät es jetzt wirklich ist. Noch verrückter wird es zwischen South Australia und Western Australia. Die beiden Staaten liegen direkt nebeneinander, aber in unterschiedlichen Zeitzonen. Heißt South Australia wäre normalerweise eine Stunde weiter als Western Australia. Normalerweise. War der Leuten aus South Australia wohl zu blöd und deshalb haben die ihre ganz persönliche Zeitzone eröffnet. Sie sind jetzt 1,5 Stunden weiter als Western Australia. Wer jetzt denkt die halbe Stunde macht nicht viel aus, der hat Recht, aber nur für die Hälft des Jahres. Denn im Sommer wird das Ganze noch etwas auf die Spitze getrieben. South Australia hat die Sommerezeit, Western Australia nicht. Soll heißen, während der Sommerzeit ist South Australia seinem Nachbarstaat Western Australia 2,5 Stunden vorraus. Stell ich mir sehr lustig vor. Währnd ich mich morgens in Western Australia nochmal im Bett umdrehe, sitzt mein Nachbar aus South Australia schon seit mindestens 1,5 Stunden auf der Arbeit und das nur, weil er auf der falschen Seite der Grenze lebt xD

Hmm irgendwie vom Thema abgekommen...

Zurück zur Farmsuche. Bei der zweiten Farm, bei der ich angerufen habe, habe ich schon meine Zusage bekommen.

Hätte ich micht eher richtig bemüht, dann wäre ich wahrscheinlich schon viel früher aus Brisbane weg gewesen... :-/

Naja die Frau am Telefon klang auf jedenfall sehr freundlich und war Samstag zufällig in Brisbane und konnte mich einsammeln. Perfekt 50$ fürs Busticket gespart :)

Wir hatten ausgemacht, dass Pam mich um 12 Uhr abholt. Halb zwei war sie dann da, aber an die australische Pünktlichkeit hat man sich ja schon gewöhnt.

Als wir dann nach 2 Stunden Autofahrt auf der Farm angekommen waren, stellte sich heraus, dass die Farm keine Farm ist, sondern eigentlich nur ein Haus mit sehr großem Garten, in dem Pam alleine lebt. Ich bin zur Zeit auch der eizige Wwoofer hier. Eigentlich soziemlich alles, was ich nicht wollte und am Anfang war ich mir auch nicht sicher wie lange ich bleiben soll, aber jetzt fühle ich mich hier ganz wohl.

Das Haus ist richtig groß und schön.

Morgens beim Frühstück hat man von der Verandah einen wunderschönen Blick über die Wälder im Tal.

Ich habe auch mein eigenes Zimmer mit richtigem Bett. Ok es ist wieder zu kurz für mich, aber es ist so breit, dass ich mich ganz ausstrecken kann, wenn ich mich diagonal hinlege. Und sooo weich. Ok nicht anders als mein Bett in Deutschland, aber wenn man drei Monate im Hostel oder im Auto geschlafen hat, dann fühlt sich ein “normales” Bett so weich an xD

Ich hab auch nen eigenes Badezimmer, aber leider funktionier die Toilette nicht. Dafür gibt es unten im Haus eine wasserlose Komposttoilette. Sieht aus wie eine ganz normale Toilette, nur wenn man reinguckt sieht man nur ein großes schwarzes Loch und statt zu spülen schmeißt man nach getaner Arbeit eine Schaufel Sägespäne hinterher. Hört sich schlimmer an, als es ist. :D

Tiere gibt es hier nicht. Zumindest keine Haustiere. Draußen gibt es halt die ganz normalen australischen Wildtiere. Wallabies, Eidechsen, Spinnen, Schlangen...

Im Haus auch nichts ungewöhnliches. Nur Spinnen. Viele Spinnen. Nichts großes, oder gefährliches. Aber es ist glaub ich sinnlos anzufangen die Spinnen loszuwerden, also lässt man es einfach.

Und Kakerlaken gibts hier. Auch nichts außergewöhnliches hier, aber doch schon nervig. Gibt ja Leute, die behaupten, Spinnen höhren sich an, als würden sie mit Stöckelschuhen über den Boden tippeln. Im Gegensatz dazu marschieren Kakerlaken mit Springerstiefeln übers Parkett... Nicht zu überhören und das ist ziemlich nervig, wenn man abends im Bett liegt und die Viecher im Zimmer rumrennen.

Arbeiten muss ich hier natürlich auch. Aber das ist ganz anders, als auf der Farm in Cairns. Zum einen muss ich nur 4 Stunden arbeiten und zum anderen bin ich auch ziemlich frei, wann ich was mache. Pam gibt mir morgens ein paar Aufgaben, die ich über den Tag erledigen soll und ich kann dann entscheiden, wann ich was mache. Bis jetzt war es hauptsächlich Weeding (Unkrautjäten). Ziemlich langweilig, aber auch nicht anstrengend. Manches Unkraut hat jedoch eine Knolle, die mit raus muss und weil der Boden hier so steinhart ist (letzten richtigen Regen gabs hier im Juli) muss man den Boden mit der Harke aufbrechen und die Knollen dann per Hand ausbuddeln. Dauert ewig... Weil hier alles so trocken ist, ist eine Aufgabe auch immer Blumen und Sträucher im Garten gießen.

Am zweiten Tag sollte ich Scott, einem Bekannten von Pam, helfen im Garten eine Steinmauer an einer Böschung zu bauen. Erstmal die Böschung am unteren Ende abtragen. Hatte ich schon erwähnt dass der Boden hier steinhart ist? Graben mit Spaten und Schaufel? Vergiss es! Spitzhacke! Erst alles kleinschlagen und dann wegschaufeln. Nach 2 Stunden meinte Scott aber, dass es genug sei. Viel mehr hätte ich auch nicht gekonnt. Danach noch 2 Stunden mit der Schubkarre Steine von A nach B fahren. Im Gegensatz zum Graben war das schon Erholung :D

Am Mittwoch hatte ich beim Weeding auch wieder mein Schockerlebniss mit der australischen Tierwelt. Ich war unter einem Baum am buddeln und über mir hing ein großer toter Ast und bevor mir das ganze Zeug auf den Schädel fällt hab ich ihn runtergezogen und zur Seite geworfen. Dann guck ich wieder nach unten und da schlängelt sich eine riesige Schlange zwischen meinen Füßen entlang. Schock! Ohne Scheiß, ich glaub so hoch und so weit bin ich noch nie gesprungen :D Die Schlange hat das jedoch nicht wirklich interessiert und ist einfach weiter gekrochen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Schlange nicht giftig war, aber in einem Land wo 15 der 20 giftigsten Schlangen leben, sucht man im ersten doch das Weite, wenn da eine 2 Meter lange Schlange zwischen den Füßen rumkriecht :D

Abgesehn von solchen Ereignissen ist hier nicht viel los. An Tagen wo Pam Arbeiten ist, bin ich den ganzen Tag alleine. Und nach den 4 Stunden Arbeiten kann man hier nicht viel machen, außer auf der Verandah chillen, im Teich schwimmen und essen. Das australische Fernsehen ist keine wirkliche Alternative. Bis auf ein paar Ausnahmen ist das einfach unglaublich schlecht. Um halb eins kommen Nachrichten aus Deutschland. Die guck ich immer in meiner Mittagspause. Und dann kommt hin und wieder im Abendprogramm noch etwas, was man sich angucken kann. Und natürlich Komissar Rex am Sonntag Abend :D

Ich denke, dass ich Morgen oder Übermorgen mal nach Nimbin trampen werde. Vielleicht ergibt sich ja auch eine Möglichkeit sich dort mit Cathrin und Teresa zu treffen, aber dafür müsste ich die irgendwie erreichen, ohne Handy, Telefon, oder Internet. Naja mal gucken. Wird schon klappen...

 

9.11.2012

Heute war ein ziemlich beschissener Tag. Zum einen hat es heute zum ersten Mal seit ich hier in Australien bin richtig heftig geregnet und zum anderen ist mit das Schlimmste passiert, was hätte passieren können. Meine Kamera ist verreckt. Ich wollte das verregnete Tal fotografieren, Australien sieht nämlich selbst bei Regen noch sehr beeindruckend aus, aber von jetzt auf gleich ging nichts mehr. Das Objektiv bewegt sich kein Stück und bleibt auch nach dem Ausschalten ausgefahren. Und ich hab keine Ahnung warum. Ist ja nicht so, dass ich am Strand war und Sand ins Objektiv gekommen ist, oder ich die Kamera fallen gelassen habe... Einfach so. Kannst doch echt nicht sein. Da kauft man sich extra für viel Geld ne gute Kamera, um von Australien auch gute Bilder machen zu können. Und nach 3 Monaten und 1500 Fotos verreckt das Ding schon. Jetzt könnte sich die eigentlich recht schwachsinnige Idee meine alte Kamera auch mit nach Australien zunehmen als Gold wert erweisen, aber die ist so schlecht im Vergleich mit der Neuen :'-(

Naja besser als nichts...

Aber ich weiss auch nicht was ich mit der kaputten Kamera machen soll. Die hat ja noch Garantie, aber ich bin am anderen Ende der Welt. Ich könnte die jetzt nach Hause schicke, von da nach Amazon, von Amazon wieder nach Hause und von dort wieder nach Australien, aber dann bin ich bestimmt 4-6 Wochen ohne richtige Kamera unterwegs. Im besten Fall, wenn alles glatt läuft und wann passiert das schon... Und wenn ich die in der nächst größeren Stadt (Sydney?) zu einem Reparaturservice bringe, dann kostet das bestimmt nen Haufen Geld und die Garantie geht wahrscheinlich auch drauf, wenn die daran rumschrauben. Alles Scheiße!

 

11.11.2012

Argh, es ist passiert. Nachdem es die letzten beiden Tage quasi durchgeregnet hat, war es heute morgen so kalt, dass ich zum ersten mal, nach 96 Tagen in Australien, eine lange Hose anziehen musste. :( Am ersten hat es schon leicht geregnet und ich wollte schon aufhöhren zu arbeiten, weil mir im ersten Moment nicht eingefallen ist, dass man auch eine Regenjacke anziehen könnte. Schlichtweg vergessen, weil ich die hier noch nie gebraucht habe. Und jetzt sitze ich hier mit langer Hose. Wo soll das denn bitte noch hinführen. In 2 Wochen sind wir dann wahrscheinlich so weit, dass ich nen Pullover anziehen muss. Lange Hose, Pullover und Regenjacke. Ein Eskimo in Australien...

 

12.11.2012

Heute konnte ich wieder einen Haken auf meiner “Australien-Was-muss-ich-sehen”-Liste machen. Ich war ganz gemütlich beim Weeding und zwischen dem ganzen Unkraut lagen 2 Wellblech Platten. Aus irgendeinem Grund habe ich die Platten mit der Harke umgedreht und nicht per Hand. Gute Idee :] Unter der zweiten Platte saß eine “Red-Bellied Blacksnake”. Die hat sich zwar schnell wieder verkrochen, aber für nen Foto und den Haken auf der Liste hats gereicht.
Giftschlange – Check!

13.11.2012

Erkenntnis des Tages:
Egal was dir gerade die Beine hochkrabbelt, egaln ob Spinne, Ameise, Käfer oder Dinomücke, guck nach, was du in der Hand hast, bevor du damit aus Reflex zuschlägst. Es könnte eine Säge sein und die macht hässliche Kratzer auf dem Schienbein ;-)

So halb drei Nachts. Ab ins Bett. In drei Stunden klingelt der Wecker. Sonnenfinsternis =)

 

14.11.2012

Die Sonnenfinsternis wahr sehr geil. War zwar hart nach drei Stunden Schlaf um 6 Uhr wieder aufzustehen, aber hat sich definitiv gelohnt. War hier zwar keine totale Sonnenfinsternis, aber dafür hatte ich bestimmt den schönsten Platz, um sie zu beobachten. Am See in der Hollywoodschaukel :D

Aber hier interessiert sich da irgendwie auch keiner für. Wenn ich an die Sonnenfinsternis in Deutschland vor ein paar Jahren zurückdenke. Da wurde ein riesen Hype gemacht und überall konnte man diese Brillen kaufen und hier? Nix. In Cairs gab es ein Eclipse Festival, aber hier unten ist gar nichts. Nichtmal so Brillen konnte man kaufen. 3 Lagen Rettungsdecke und ne Sonnenbrille haben auch funktioniert ;-)

Heute habe ich auch gesehen, was immer nachts über das Dach klettert und so komische Geräusche macht. Das sind Eidechsen und was für welche. Buntwarane, bestimmt 1,5m lang. Ich will auch so coole Tiere zuhause. Man geht einfach nach draußen und findet Schlangen, Rieseneidechsen, Wallabies. Ok Alles was giftig ist, oder 8 Beine hat, brauch ich nicht, aber der Rest wäre schon cool.

Ich hab auch wieder gesehen wie klein die Welt ist. Ich hab aus Langeweile eine Zeitschrift von Pam durchgeblättert und was finde ich? Eine Werbeanzeige von Hülsta aus Stadtlohn :D

 

15.11.2012

Heute bin ich weiter nach Byron Bay gefahren. Ich wäre ab heute drei Tage allein gewesen und da Cathrin und Teresa gestern auch nach Byron Bay weitergezogen sind, war jetzt der passende Zeitpunkt, um aus Nimbin abzuhauen. Pam hat mich auf ihrem Weg nach Brisbane in Nimbin abgesetzt und von dort gings dann weiter mit dem Bus nach Byron. In Nimbin konnte ich dann nochmal die fazinierenden Bewohner von Nimbin erleben. Ich habe noch keinen Ort gesehen, wo alle so offensichtlich gekifft und gedealt haben und alle, inklusive Polizei, wissen es und keinen störts :D

Naja nächster Stop heisst jetzt Byron Bay, wo ich Cathrin und Teresa wiedertreffen werde. Kaum zu glaube, dass es schon fast 4 Wochen her ist, dass wir uns in Brisbane getrennt haben. Die beiden fahren Samstag weiter nach Sydney, weil Teresa nächste Woche Freitag schon zurück nach Deutschland fliegt.

Und ich? Keine Ahnung, ob ich auch nach Sydney gehe, oder irgendwas Anderes mache. Eigentlich wollte ich erst Weihnachten und Silvester in Sydney sein, wie jeder andere auch. Und genau deshalb sind seit 3 Monaten alle Hostels ausgebucht....

Sieht also wahrscheinlich so aus, dass ich jetzt nach Sydney fahre, mir Sydney angucke und dann Weihnachten und Silvester in einer anderen Stadt feier. Welche Stadt? Keine Ahnung. Vlt Melbourne, oder Hobart, oder was ganz Anderes... Ich werd sehen was kommt :D

02November
2012

Brisbane 2.0

Jetzt sind es doch 2 Wochen hier in Brisbane geworden. Eigentlich wollte ich nur wenige Tage hier bleiben. Und Brisbane hat auch konsequent versucht mich wieder loszuwerden. Immer und immer wieder. Ihr werdet sehen, was ich meine ;-)

Es ging schon los, dass an dem Samstag an dem wir gelandet sind hier in Brisbane ein Rugbyspiel war. Australien gegen Neuseeland. Vergleichbar mit Deutschland-Holland im Fußball, wahrscheinlich noch extremer. In der ganzen Innenstadt gab es kein freies Hostel mehr. Wir haben dann in Manly, einem Vorort von Brisbane ein Hostel gefunden. Die haben uns dann auch vom Flughafen abgeholt. Wir haben 20 Minuten vorm Flughafen und er hat in seinem Auto gewartet. Klassiker :D Und dann 4 Leute, 3 große Rucksäcke und 3 kleine Rucksäcke in seinem Kleinstwagen unterbringen. Hatte was von Tetris.

In Manly sind wir dann noch zum Strand, bzw. zum Wasser gegangen. Erinnerte an Nordsee. Graues Wasser, Sturm, Wellen. Im Gegensatz zu Cathrin und Teresa konnte ich dem Drang widerstehen, dass riesige Klettergerüst am Strand zu entern :D

Cathrin und Teresa hatten auch schon für Montag einen neues Wwoof-Platz gefunden. Es war also klar, dass dies einer unserer letzten gemeinsamen Abende werden würde. Wir sind also zurück zum Strand und haben dort gegrillt.

Abgesehen von dem kurzen Einnicken im TV-Raum in Cairns war ich seit fast 40 Stunden auf den Beinen und ich hab mich deshalb schon früh mit Ohrstöpseln schlafen gegangen. Ich hab deshalb auch nicht mitbekommen, wie die 4 anderen aus unserem Zimmer mitten in der Nacht ziemlich betrunken zurückgekommen sind. Soll wohl ziemlich chaotisch gewesen sein.Soll Leute gegeben haben, die auf einmal einen Unbekannten neben sich im Bett liegen hatten. Ich weiss warum ich immer oben schlafe. Betrunkene können nicht klettern ;D

Am nächsten Morgen sind wir dann mit dem Zug in die Innenstadt gefahren und weil wir keinen Ticketautomaten gefunden haben, wollten wir unsere Tickets im Zug kaufen und sind direkt einem Kontolleur in die Arme gelaufen. Der hat uns erstmal erklärt, dass das hier nicht geht und dass das jetzt eigentlich 220$ für jeden kostet. Ich dachte 40 Euro in Deutschland wäre teuer...

Er hat es jedoch bei der Ermahnung belassen, nachdem wir ihm erklärt hatten, dass wir zum ersten Mal mit dem Zug fahren und auch erst seit 1 Woche in Australien sind.... Glück gehabt ;-)

Am Sonntag Abend haben wir uns dann mit Lars getroffen, der hier in Brisbane einen Job hat, und zusammen gegessen. Gute Backpackerküche. Einmal das Free-Food Regal plündern und gucken was man daraus so kochen kann. Gab dann Reis und Polenta (O-Ton Lars: „Ist das nicht ein Pokémon?“ :D) mit Bolognesesauße. Und nur das Fleisch für die Sauße mussten wir kaufen.

Ab 8 Uhr konnte man sich dann ganz offiziell an allen Taschen bedienen, die von ihren Besitzern nicht beschriftet worden waren. Während Teresa und Cathrin darauf gewartet haben, dass es 8 Uhr wird, haben Lars und ich uns auf den Weg gemacht etwas Goon für den Abend zu kaufen. Und ich muss sagen mit einer Packung Kekse und 2 Gläsern Fake-Nutella waren die Mädels erfolgreicher als wir. Wir beide sind in den ersten Bottleshop gegangen, der hatte aber nur Bier. Zu teuer... Und dann sind wir über eine Stunde durch Brisbane gelaufen ohne einen Bottleshop zu finden, der noch geöffnet hatte. Am Ende sind wir zum ersten Bottleshop zurückgelaufen und haben doch 2 Sixpacks Bier gekauft...

Mit dem Bier sind wir dann zum Fluss gelaufen und haben uns an einen Steg gesetzt. Richtig idyllisch. Aber wie gesagt Brisbane wollte uns loswerden und Brisbane schickte uns 2 Idioten. Beide ziemlich betrunken. Einer von denen ist schnell weitergegangen, aber der Andere war doch ziemlich anhänglich. Er wollte uns ständig umarmen, im nächsten Moment hat er uns gedroht und dann meinte er wir wären alle wieder beste Freunde. Nach einer Zeit ging er uns allen ziemlich auf die Nerven und Lars und ich haben ihm dann ziemlich deutlich gesagt, er solle uns endlich in Ruhe lassen. Hätte nicht gedacht, dass der sich in seinem Zustand noch mit Worten überzeugen lässt...

Nach einer Weile sind wir dann auch am Fluss zurückgelaufen und von weitem sah ich schon den Typ, der vorher schnell weitergegangen war. Um einer weiteren Diskussion aus dem Weg zu gehen haben wir dann einen anderen Weg genommen. Der Typ ist uns jedoch hinterhergerannt, hat irgendwas geredet von wegen er hätte wen umgebracht und wir sollten uns um seine Schwester kümmern. Jaja bla bla werd erstmal nüchtern. Er ist dann weiter gerannt, aber nicht ohne Teresa vorher noch von der Brücke in den Pool zu stoßen. Lars und zwei Australier haben noch versucht ihn einzuholen, aber leider ohne Erfolg. Das wär wahrscheinlich nicht bei Worten geblieben... Die Australier erzählten uns auch, dass der Typ gerade jemand Anderes verdroschen hat. Wie sich herausstellte, war das sein Freund, der uns vorher noch so auf die Nerven gegangen war und als ich gesehen habe, dass es ihm nicht allzu schlecht geht sank mein Mitleid doch stark gegen Null. Nach kurzer Zeit kamen auch Polizei und Krankenwagen und wir merkten, dass die Freundlichkeit der Australier offensichtlich endet, sobald sie eine Polizei- oder Sannitäteruniform tragen. Es hat ewig gedauert bis Teresa, klitschnass, Mitten in der Nacht, mal eine Decke bekommen hat. Und die Polizei hat uns erst zugesagt uns zum Hostel zu bringen, hat uns dann bestimmt ne halbe Stunde warten lassen und uns dann gesagt, dass sie es doch nicht machen und wir uns ein Taxi rufen sollten. Selbstverständlich konnte der Polizist uns kein Taxi rufen und Telefonnummern hatte er natürlich auch nicht. Durften wir also noch durch die Stadt laufen und nen Taxi suchen. Dass das dann 12$ für 5 Minuten Fahrt kostete war dann auch egal.

Am nächsten Morgen sind Cathrin und Teresa dann mit dem Bus weiter gefahren und ich muss sagen der Abschied ist mir doch schwer gefallen. Immerhin waren wir die letzten 5 Wochen zusammen unterwegs und auf einmal war ich wieder alleine. Das war ziemlich ungewohnt und hat mich auch ein bisschen aus der Bahn geworfen. Die nächsten Tage habe ich dann auch nichts besonderes gemacht. Am Mittwoch bin ich dann zu Lars ins Hostel gezogen und hab bei ihm im Auto gepennt. Hat dann nur 10$ pro Nacht gekostet. Und wer jetzt denkt das wäre bestimmt voll unbequem. Es war das erste „Bett“ in Australien in dem ich mich ganz ausstrecken konnte...

Und die Leute, die ebenfalls auf dem Parkplatz in ihren Autos übernachtet haben, waren auch richtig cool drauf. Da hat Brisbane dann auch wieder Spass gemacht.

Aber Brisbane wollte mich immernoch loswerden und da die Sache am Fluss ja offensichtlich nicht ausgereicht hat war es nur eine Zeit bis irgendetwas anderes passiert. Montag war es dann soweit.

Ich will nicht zusehr ins Detail gehen. Zusammengefasst kann man aber sagen, dass wir mit dem Auto zum Strrand gefahren sind und mit dem Zug zurückgekommen sind. In der zwischenzeit haben wir noch am Strand gegrillt und einen Unfall gebaut. Nichts passiert, nur Blechschaden, aber Lars Auto ist halt Schrott. Ich bin davon jetzt nicht so betroffen, aber für Lars ist es so ziemlich die größte Katastrophe, die hätte passieren können. Mit dem Auto ist zum einen sein günstiger Schlafplatz und sein Transportmittel weg und zum anderen kommen da noch die Kosten für den Unfall. Ironischerweise sind wir nur mit dem Auto gefahren, damit es nach 4 Wochen mal wieder bewegt wird und keine Standschäden bekommt...

Die Polizei hat auch wieder ihre Unfreundlichkeit unter Beweis gestellt. Keine Frage oder gar Hilfe, wie wir beide jetzt vom Arsch der Welt zurück nach Brisbane kommen. Unfall aufnehmen, Alkoholtest, Strafzettel schreiben (330$!!!!) und tschüss.

Als wir dann endlich wieder im Hostel waren, kam das nächte Problem. Das einzige freie Zimmer war ein Private-Room für 120$ pro Nacht. Wir konnten dann im Fernsehraum übernachten. Kostete auch nur 20$ für jeden! Kulanz? Fehlanzeige!
Am nächsten Tag haben wir dann ein 8er Zimmer bekommen. Für 30$... Lars ist jetzt in ein günstiges Hostel gezogen.

Ich hab ab Samstag einen Platz auf einer Farm. Zufälligerweise auch in Nimbin, wo Cathrin und Teresa auch sind. Irgendwie schon komisch bei wildfremden Leuten, von denen man nicht viel mehr weiss als der Name und die Adresse, anzurufen und zu fragen, ob man bei den wohnen und arbeiten kann. Aber die Frau klang am Telefon schon sehr freundlich :)
Jetzt wo sicher war, dass ich weiterreise, ließ Brisbane mich auch in Ruhe. Keine fießen Attentate mehr :D
Ich hab dann noch etwas vom Kulturprogramm gemacht. Museum, Kunstgallerie, Kirche, Botanischer Garten. Im Botanischen Garten war noch ein Sponsorenlauf. Hab ich nichts von mitbekommen, aber auf einmal sollte ich „kurz“ warten und dann sind 4500 Läufer vorbei gekommen :D

So morgen geht’s nach Nimbin. Gerade hat mich mein Host nochmal angerufen, weil die mich morgen aus Brisbane mitnehmen kann. 50$ Bus gesparrt. Vorrausgesetz wir finden uns, weil sie kennt die Straße von meinem Hostel nicht und ich kenn mich noch weniger in Brisbane aus.

Naja wird schon klappen – No worries mate :D