Ein Jonas in Australien

Berichte von 12/2012

20Dezember
2012

Canberra

Canberra

Urlaub vom Urlaub, oder so ähnlich. Der einzige Grund warum ich am Samstag nach Canberra gefahren bin, ist, dass ich nicht 6 Wochen am Stück in Sydney sein wollte. Es sagen zwar alle, dass in Canberra nicht viel los ist, aber wenn dann will ich mich selbst davon überzeugen und immerhin ist das die Hauptstadt von Australien. Zumindest Sightseeing sollte also möglich sein :D

Das in der Stadt nicht viel los ist zeigte sich schon bei der Hostelsuche. Laut Internet und Lonely Planet gibt es in Canberra ganze 3 (!) Hostels. Das erste hat keine Küche, das zweite ist das YHA und das dritte ist noch teurer. Ich hab also das YHA gebucht. Irgendwie muss sich unsere Mitgliedskarte ja auch bezahlt machen und dann weiß ich wenigstens, dass ich ein ordentliches Hostel habe.

Im Bus dann, kein anderer Backpacker. Scheint wirklich nicht so beliebt zu sein die Stadt. Und im Bus gabs dann auch noch eine Premiere. Bisher kannte ich die Aufforderung aufgrund einer Schlechtwetterfront die Sicherheitsgurte anzulegen nur aus dem Flugzeug und nicht aus dem Bus. Naja wir haben es überlebt xD

In Canberra habe ich dann im Hostel eingecheckt und was soll ich sagen. YHA halt, Luxus pur. TV-Raum, saubere Küche, Pool. Ich bin in einem 8er Zimmer mit Fenster. 2 Fenstern und man kann beide öffnen. Klingt jetzt nicht besonders, aber wenn man, wie ich, eine Woche lang in einem 8er Zimmer ohne Fenster geschlafen hat, bei dem man morgens nicht wusste, ob man in einem Pumakäfig, oder in einer Ausnüchterungszelle, aufgewacht ist, lernt man sowas durchaus zu schätzen :D

Am Abend habe ich nicht mehr viel gemacht. Zum Aldi, den gibt’s glaub ich überall, ebend ein paar Sachen fürs Abendessen und Frühstück einkaufen, Abendessen und dann noch etwas im TV-Room chillen.

Am Sonntag habe ich dann erstmal ausgeschlafen. Irgendwann gegen 12 habe ich mich dann mal aus dem Bett gequält. Nach einem ausgiebigen Toast-mit-Marmelade-Frühstück bin ich losgezogen, die Stadt zu erkunden. Und als erstes habe ich gemerkt wie groß Canberra ist. Oder eher gesagt weitläufig. In Sydney laufe ich eine halbe Stunde vom Hostel zum Hafen, aber dazwischen ist noch was. In Canberra laufe ich eine halbe Stunde vom Hostel zum Regierungsviertel und dazwischen ist nichts. Nur Straße...

Am Regierungsviertel sieht man sehr deutlich, dass Camberra eine Stadt ist, die am Reissbrett entworfen wurde. Das National War Memorial, die ANZAC-Parade, das Old Parliament House und der Parliament Hill mit dem neuen Parlament liegen alle auf einer Achse. Sieht recht cool aus, wenn man an einem Ende steht und die ganze Strecke entlang gucken kann. Insgesamt bin ich 2 Stunden durch Parlamentsviertel gelaufen, ich war jedoch weder im alten, noch im neuen Parlament. Dafür war es schon zu spät. Muss ich irgendwann man nachholen. Als ich um das Parlament herum gelaufen bin, ist auch ein ganzes Stück ein Polizeiaute neben mir hergefahren. Ich dachte, ob der vlt einfach nur Langeweile hat, bis ich am Ende des Weges gesehen habe, das der für Unbefugte gesperrt ist :D

Abends im Hostel habe ich einen Australier getroffen, der 3 Monate in Hamburg gewohnt hat. Jetzt sprechen sogar die Australier schon Deutsch...

Naja jedenfalls hat er gesagt ich solle Parlament House und War Memorial vergessen. Das absolute Highlight in Canberra wäre ein Imbiss hinterm Glasmuseum, der die weltbesten Burger servieren würde. Könnte man mal vorbei schauen ;-)

Am zweiten Tag bin ich zum National War Memorial gegangen. In fast jeder Stadt habe ich bis jetzt irgendwelche Ehrenmäler gesehen, entweder Gedenktafeln oder Kanonen oder Statuen. Um zu verstehen warum überall so viele Mahnmale stehen, ist vlt eine kleine Geschichtsstunde notwendig ;-)

 

Die Nation Australien wurde 1901 gegründet, war also beim Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 gerade mal 13 Jahre alt. Die australischen und neuseeländischen Soldaten bildeten das „Australian and New Zealand Army Corps“ (ANZAC) und waren stolz darauf ihre junge Nation zu repräsentieren. Die erste Schlacht für das ANZAC war die Landung in Gallipoli in der Türkei am 25.4.1915. Die ANZAC konnten die türkischen Verteidiger jedoch nicht überwinden und es entbrannte ein erbitterter Grabenkrieg. Als das ANZAC schließlich nach 8 Monaten evakuiert wurden, waren von 20.000 ANZAC-Soldaten 8.700 gefallen, oder verwundet. In der Schlacht um Gallipoli entstand auch der Mythos vom ANZAC, von Soldaten, die mutig, kameradschaftlich und ausdauernd gegen die gegnerischen Truppen kämpften. Die ANZAC-Soldaten werden bis heute als Helden verehrt. Viele sehen die Schlacht von Gallipoli als Beginn eines australischen Nationalbewusstseins.

 

Deshalb gibt es überall so viele Memorials und das National Memorial ist natürlich das größte.

Vor dem National Memorial liegt die Anzac Parade. Zu beiden Seiten gibt es kleinere Denkmäler unter anderem für die Gefallenen der einzelnen Teile der Armee (Infanterie , Airforce, Navy) und für die Gefallenen verschiedener Kriege (Korea, Vietnam). Ganz am Ende der Anzac Parade, also dirket vor dem National Memorian ist ein Denkmal für Mustafa Attatürk, den Befehlshaber der türkischen Truppen in Gallipoli. Die Australier haben großen Respekt für die türkischen Truppen, die ihr Heimatland verteidigt haben. So sollte man nach dem Krieg miteinander umgehen...

Das eigentliche War Memorial unterteilt sich in ein Kriegsmuseum und das eigentliche Ehrenmal. Ich hab heute nur das Museum geschafft. Hätte nicht gedacht, dass das so lange dauert. Naja das Ehremal besuche ich dann morgen.

Das Museum ist hat verschiedene Abschnitte. Zuerst war ich im Abschnitt, der den ersten Weltkrieg behandelt. Direkt am Anfang ist großer Raum, der sich nur mit der Schlacht um Gallipoli beschäftigt.

 

Im Teil, der den 2. Weltkrieg behandelt war ich nur danach nur kurz und im Teil, der die Kriege nach dem 2. Weltkrieg behandelt, war ich gar nicht, weil ich keine Zeit mehr hatte.

Dafür war ich zuvor viel zu lange in der Aircraft-Hall. Dort waren bestimmt 20 verschiedene Flugzeuge aus dem 1. und 2. Weltkrieg ausgestellt. Darunter auch eine Lancaster, ein 4-motoriger britischer Bomber, der von australischen Piloten geflogen wurde. Was ein riesen Ding =)

Ich stell einfach mal ein paar Fotos rein.

(Wer sich nicht so sehr für Flugzeuge interessiert, kann einfach runterscrollen, gleich kommen Kängurus ;D )

   

Das War Memorial schließt schon um 17 Uhr und weil ich noch nicht zurück zum Hostel wollte, bin ich noch durch den Nationalpark zum Mount Ainslie gelaufen, der direkt hinter dem War Memorial liegt.

Am Anfang war ich von dem Nationalpark nicht wirklich begeistert, einfach nur Eukalyptus-Wälder links und rechts, aber auf einmal hüpft ein Känguru keine 5 Meter vor mir über den Weg. Ein richtiges Känguru, und nicht son kleines, wie die Anderen, die ich bis jetzt gesehen habe. War leider ziemlich schnell wieder weg, aber auf einmal war der Nationalpark nicht mehr so langsweilig.

Am Gipfel angekommen, hatte man dann eine ziemlich gute Aussicht über Canberra. Der Mount Ainslie liegt genau auf der Achse War Memorial-Parliament Hill, oder eher gesagt, die Städteplaner haben die Achse so gelegt, dass sie auf den Mount Ainslie zuläuft...

Auf jedenfall kann man vom Gipfel über das War Memorial, die ANZAC Parade bis zum Parliament Hill gucken.

Am Dienstag Morgen musste ich erstmal meine Wäsche waschen. Wer sich jetzt fragt, warum ich das nicht schon in Sydney gemacht habe. Man plant hier nicht viel und sowas schon gar nicht. Irgendwann findet man halt im Rucksack kein sauberes T-Shirt mehr und dann weiss man, dass es wieder soweit ist :D

Auf jedenfall bin ich erst Nachmittags los. Ich bin wieder zum War Memorial, um mir dieses mal das eigentliche Ehrenmal anzugucken, was ich am Vortag ja nicht geschafft habe.

Das Ehrenmal besteht aus dem Remeberance Pool mit der Ewigen Flamme und einer Halle mit dem Grab des unbekannten Soldaten. Links und Rechts vom Rememberance Pool gibt es 2 Tafeln mit den Namen von allen 100.000 gefallenen australischen Soldaten. Ende Novemeber ist in Australien Remeberance Day, so etwas wie der australische Volkstrauertag. Daher waren die beiden Tafeln noch mit unzähligen roten Mohnblumen geschmückt.

Nach dem das War Memorial wieder geschlossen hatte, bin ich etwas ziellos Richtung Parliament Hill gelaufen. Irgendwann habe ich gemerkt, oder eher hat Google-Maps mir gesagt, dass ich ganz in der Nähe von der Burger-Bude bin, die mir der Australier empfohlen hat. Warum nicht?

Die Burgerschmiede „Brodburger“ ist hinter dem Glasmuseum und hätte der Australier mir die nicht empfohlen, dann hätte ich die nie im Leben gefunden. Es gab Chickenburger, Fischburger, Veggieburger (Bah!) und den legendären Brodburger, nachdem das Restaurant auch bekannt ist. Ich hab natürlich den Brodburger genommen ;-)

Und der war soooo gut. Bester Burger der Welt? Keine Ahnung. Bester Burger den ich bis jetzt gegessen habe? Auf jeden Fall!

Also wenn irgendwer von euch mal nach Canberra kommt. Brodburger! 12,50$ für ein Burger ist zwar nicht gerade günstig, aber der ist sein Geld definitiv wert.

Wer jetzt Angst hat, dass ich hier fett werde. Ich durfte nach meinem Burger noch 90 Minuten zurück zum Hostel laufen :D

Am Mittwoch stand dann der Black Mountain mit dem Telstra Tower auf dem Programm. Das Wetter war wie die beiden Tage zuvor super. Blauer Himmel Sonnen schein und irgendwas über 30°. Perfekter Tag um einen Berg hochzulaufen :D

Unten am Berg ist der National Botanical Garden. Dort wurden unterschiedliche australische Landschaften nachgebildet. Regewald, Eukalyptus-Wald, Steingarten,...

Ich bin jedoch gerade durch den Botanischen Garten durch, ohne ihn mir großartig anzuschauen. Mein Ziel war ja der Black Mountain. Hinter dem Botanischen Garten begann dann auch der teilweise doch recht steile Weg zum Gipfel. Der Weg verlief durch einen Eukalyptus-Wald und unterschied sich nicht wirklch von dem Weg zum Mount Ainslie. Nur gab es dieses Mal keine Kängurus :-/

Hier merkte ich auch wieder einen Vorteil von Canberra, den ich auch schon vorgestern im War Memorial bemerkt hatte. Hier ist einfach niemand und so muss auch nirgendwo warten, oder sich den Nationalpark mit anderen teilen ;-) Auf dem Weg zum Black Mountain sind mir in 90 Minuten 2 andere Leute begegnet...

Nach einer Stunde war ich oben angekommen. Oben auf dem Gipfel des Black Mountain steht der fast 200 Meter hohe Telstra Tower, der Fernsehturm von Canberra. Der Eintritt für die Besucherplattform kostete 7,50$. Halsabschneider, aber ich war nicht den Berg hochgelaufen, um dann wieder umzudrehen....

Oben auf dem Turm war man dann ca. 300 Meter über Canberra (Berg + Turm) und dem entsprechend atemberaubend war dann auch die Aussicht.

Auf dem Rückweg bin ich im Botanischen Garten dann noch an einer Wetter Station vorbeigelaufen. 24,9 Grad Lufttemperatur im Regenwald und 41 Grad im Eukalyptus-Wald. Ich will gar nicht wissen, wie warm es in der prallen Sonne war.

Im Hostel habe ich gemerkt, dass ich mir zumindest im Nacken nen guten Sonnenbrand abgeholt hab. Den ersten hier in Australien. Das gibt auf jedenfall nen guten T-Shirt Abdruck :D

Am Donnerstag Morgen war das Wetter nicht mehr so gut. Es war bewölkt und hat auch kurz geregnet. Deshalb bin ich wieder zum War Memorial gegangen. Das ist noch am nächsten dran an meinem Hostel. Ich hab mir die Ausstellung über die Kriege nach dem 2. Weltkrieg angeguckt und die Australier haben so ziemlich alles mitgenommen, was es an Kriegen gab. Korea, Vietnam, beide Golfkriege, Afghanistan, dazu noch etliche Peacekeeping Missionen der UN,...

Nach einer Stunde im War Memorial war das Wetter auch wieder besser und ich konnte zu meinem eigentlichen Ziel für Heute. Parliament House. Das Parliament House kann man vom War Memorial aus sehen, aber dank der bekloppten Stadtplanung muss man einen großen Bogen laufen und ist ewig unterwegs. Das Parlament an sich ist eher eine Ausstellung über die australische Politik. Es gibt eine Bildergalerie von allen bisherigen Ministerpräsdenten, eine 800 Jahre alte Version der Magna Carta, den Schreibtisch von Queen Victoria auf dem sie das Gesetz zur Unabhängigkeit Australiens unterschrieben hat, und und und... Das das Ganze eigentlich der Sitz der Regierung ist erkennt man nur an den beiden Parlamentskammern, die im hinteren Teil des Gebäudes sind. Leider war gerade keine Sitzung. Dort geht es teilweise hoch her und die australischen Politiker sind auch nichtg zimperlich in ihrer Wortwahl. Da wird der nächste Redner auch mal mit einem „Come in, sucker!“ begrüßt und wenn der Ministerpräsident meint, dass er manchmal selbst sein größter Gegner sei, kommt vom Oppostionsführer auch schon mal ein „Nein bis du nicht. Nicht solange ich hier bin!“ zurück :D

Sowas könnten wir in Deutschland auch mal gebrauchen. Würde die ganze Sache viel interessanter machen.

Nach dem Parlament bin ich noch durch Botschaftsviertel gelaufen. Scheinen nicht viele Leute da durch zu laufen. Die Wachleute haben einen ziemlich komisch angeguckt und stellenweise gabs nichtmal einen Bürgersteig. Die schönste Botschaft hatte mir Abstand China, dann Papaua-Neuguinea und vlt noch Thailand. Die Anderen waren einfach Bürogebäude, auch die deutsche Botschaft. Und dann haben die auch noch so einen fetten Bären von der WM 2006 vor der Tür stehen...

Am Abend gab es dann wieder das typische Essen bevor man das Hostel wechselt.

Eine stilvolle Auswahl aus „Alles-was-die-Futtertüte-noch-hergibt“ garniert mit etwas „Sinvolles-und-Essbares-vom-Freefood“ gebraten in geschnorrtem Öl und dazu ein Glas herzhaftes Leitungswasser :D

So jetzt noch eine Nacht in meinem Luxusbett schlafen und dann geht es morgen früh zurück nach Sydney. Weihnachtsgrillen am Strand =)

 

 

Nachtrag von letzter Nacht.

 

Lieber Hipster vom Bett neben mir,

wenn man Mitten in der Nacht auschecken muss, kann man seinen Koffer auch am Abend davor packen. Dann muss man auch nicht NACHTS UM HALB DREI das Licht im 8er Zimmer anmachen um geräuschvoll seine Sachen zu suchen. Und stell dein Handy aus oder zumindest auf lautlos, damit nicht alle mitbekommen wenn Mami ALLE 2 MINUTEN anruft!

13Dezember
2012

Sydney

Bald gibts einen neuen Blogeintrag.
Text ist schon geschrieben, jetzt muss ich nur noch die Fotos raussuchen.

Ich sitze gerade vorm Reisebüro und schnorre deren W-Lan und gleich wirds dunkel. Muss also bis morgen warten.

 

Sydney (27.11.)

Der nächste Stopp auf meiner Reise sollte also Sydney sein. Eigentlich wollte ich erst an Weihnachten in Sydney sein, aber egal. Die Fahrt im Greyhound von Byron Bay nach Sydney dauert 13 Stunden. Nichts besonderes. So lange Fahrten buche ich immer über Nacht. Zum einen kann man dann im Bus schlafen und zum anderen spart man sich eine Nacht im Hostel. Gar nicht dumm, ne ;D Die Fahrt begann aber erstmal mit einer Enttäuschung. Der Bus war brechend voll und ich hatte nicht einmal eine 2er Reihe für mich alleine. Kein Platz, um sich bequem auszustrecken. Schlafen hatte sich also wieder erledigt :-/

Neben mir saß ein Schwede, der vorher auch schon in unserem Hostel war. Die ersten 2 Stunde Fahrt war noch sehr entspannt, aber ab dann fing der Typ in der Reihe hinter uns an zu nerven. Der hatte sich für die 13 Stunden Fahrt einfach mal 2 Flaschen Wodka als Proviant mitgenommen und nachdem er sich in den ersten 2 Stunden die erste halbe Flasche reingeschraubt hatte, entfaltete der Alkohol so langsam seine Wirkung. Er fragte uns immer wieder wo er hinfährt (woher soll ich das wissen?!) und wo wir gerade sind. Ich hatte aber auch absolut keine Lust mich Nachts um 11 mit irgendwelchen betrunkenen Unbekannten zu unterhalten. Ich hab mir also meinen MP3-Player geschnappt und das Gelaber einfach ignoriert. Mein Sitznachbar hat auch einfach weiter seinen Film geguckt. Unser betrunkener Freund war dann der Überzeugung, dass wir gar keine Menschen wären, weil wir nicht mit ihm reden würden. So ging dass noch eine Stunde bis zum ersten Zwischenstopp. Ich hatte schon lange beschlossen mir nen anderen Platz zu suchen. Mein Sitznachbar hat sich jedoch beim Busfahrer beschwert. Unser mittlerweile schon ziemlich betrunkener Freund hat dann versucht den Busfahrer zu schlagen und damit war die Fahrt für ihn beendet. Er wurde dann kurzerhand von der Polizei eingesackt. Endlich Ruhe :)

In Sydney angekommen habe ich dann im Captain Cook eingecheckt, in dem auch Cathrin und Teresa waren. Jedoch hatten die beiden am gleichen Morgen ausgecheckt und das Hostel gewechselt. Nachdem ich dann am Hostel war, wusste ich auch warum. Das Hostel liegt direkt an einer Hauptstraße, über einem Pub. Und mein 6er Zimmer hatte vlt 10m². Auf dem Boden überall Rucksäcke und Müll, sodass kaum Platz zum Laufen blieb. Zum Glück haben 2 Leute noch ausgecheckt und nachdem deren Müllberg beseitigt war und das Zimmer einmal gesaugt wurde, sah es richtig gut aus. Blieb noch der Lärm der Straße, aber dafür gibt’s Ohrstöpsel. Mittlerweile lege ich die schon immer direkt unter meinem Kopfkissen, damit ich die Nachts nicht suchen muss :D

Am Montag Abend haben wir uns alle am Darling Harbour getroffen. Alle heißt Cathrin, Teresa, ich und Kay, der ja schon 4 Wochen in Sydney ist. Dort sind wir dann in ein Steakhaus gegangen, um Kays Geburtstag zu feiern. Für 30$ gabs ein 3 Gängemenü und ich weiss nicht, wann ich zuletzt so gut gegessen habe. Zuerst Känguru-Spieß, dann Steak und zum Schluss Creme Brulee. So gut! Für den Besuch im Restaurant habe ich auch mal wieder einen Pullover angezogen und Teresa hat gefragt, ob ich shoppen war, weil sie den Pullover noch nie gesehen hätte und Backpacker ja eigentlich nicht so eine große Klamottenauswahl hätten. Einfache Erklärung. Es war das erste Mal seit dem Hinflug, dass ich wieder einen Pullover getragen hab :D

Mittwoch sind Cathrin und ich zum Sydney Opera House und zur Harbour Bride gelaufen. Pflichtprogramm für jeden hier in Sydney. Das Opera House ist ja fast schon ein Wahrzeichen von Australien. Schon irgendwie komisch es auf einmal in echt zu sehen, wenn man es vorher nur von Bildern kennt.

Am Donnerstag Abend kam dann der Abschied von Teresa, die schon zurück nach Deutschland fliegt. Dafür sind wir in ein Bar mit Dachterasse gegangen. War sehr gemütlich und das Bier wahrscheinlich das teuerste in ganz Sydney :D

Der eigentliche Abschied war dann ziemlich kurz. Teresa und Cathrin sind in ihr Hostel zurückgegangen und ich in meins. Aber war schon ein sehr komisches Gefühl. Immerhin waren wir 4 fast 2 Monate zusammen unterwegs und ich hätte mir keine bessere Gruppe vorstellen können. Ich denke, dass wir in der Zeit richtig gute Freunde geworden sind und wir eine verdammt geile Zeit hier verbracht haben. Whitsundays, Magnetic Island, Wwoofen in Cairns... Und jetzt einen von uns zu verabschieden und genau zu wissen, dass wir 4 auf jeden Fall in Australien nicht mehr zusammen reisen werden... Aber ich geh fest davon aus, dass wir uns in Deutschland wiedersehen werden und die Planungen laufen ja schon :)

Freitag hab ich dann eine „kleine“ Sightseeing Tour durch Sydney gemacht. Botanic Garden, Opera House, Harbour Bridge und „The Rocks“. Liegt auf der Karte alles relativ nah beieinander, aber trotzdem war ich 6 Stunden unterwegs. Auf dem Rückweg bin ich wieder durch „The Rocks“ gelaufen und auf einmal kommt von irgendwo „Hey Jonas, was machst du denn hier?“ Hä? Wer zum Teufel kennt mich hier? Dreh mich um und auf einmal steht Ener vor mir :D Bis jetzt habe ich nur 2 Leute aus Münster getroffen und dann treffe ich zufällig jemanden, den ich sogar kenne. Die Welt ist klein...

Am Samstag war ich dann mit Cathrin und einigen anderen aus ihrem Hostel unterwegs. Das war mal eine richtig internationale Gruppe. Femke und noch ein Mädel aus Holland, Aden aus England, Ales und Marion auf Frankreich, 2 Kanadier. Wir sind zum Bondi Beach gefahren. Der wohl bekannteste Strand aus ganz Australien. Das Wetter war auch wieder typisch australisch. Blauer Himmel Sonnenschein und über 30°. Unser Engländer hätte sich wahrscheinlich Schatten gewünscht, weil er nach einer Stunde trotz Sonnencreme schon verbrannt war :D

Das Wasser war zwar ziemlich kalt, aber dafür gabs große Wellen mit denen man mitschwimmen konnte. Spass pur...

Gestern habe ich das Hostel gewechselt, weil ich halt immer was mit den Leuten aus dem anderen Hostel gemacht habe und ich, besonders Nachts, keine Lust hatte immer 20 Minuten zu laufen.

Wie es jetzt weiter geht weiss ich noch nicht. Ich hab jetzt erstmal noch eine Woche in Sydney gebucht. Über Silvester bin ich jetzt doch wahrscheinlich in Sydney, weil es doch noch freie Hostels gibt. Wenn ich mir hier in Sydney nen Job suche und finde, dann bleibe ich natürlich hier. Aber ohne Job kann ich nicht 6 Wochen in Sydney bleiben. Wäre glaub ich ziemlich langweilig und auch teuer. Steht also mal wieder alles in den Sternen :D

 

(5.12.)

Mittlerweile bin ich schon 2 Wochen hier in Sydney. Länger als geplant, aber mir gefällt es hier.

Am Donnerstag hat eine Autovermietung eine Backpacker Party organisiert, mit Free-Pizza und Freibier(!). Und da kostenloses Essen und Getränke Backpacker anzieht wie Motten das Licht, war der Laden voll.

Das war richtig cool. Es gab ein richtiges Buffet (nix Pizza). Für die Getränke haben die die Ladefläche von einem alten Pickup mit Eis und viel Bier aufgefüllt. Wir haben uns in einen Campervan reingesetzt und schon Pläne geschmiedet, das Ding zu kaufen und damit einen Roadtrip zu machen. Man darf ja noch träumen :D

Irgendwann haben die keine Leute mehr in den Laden gelassen und da die ersten schon wieder gegangen sind, wurde der Laden langsam leerer. Gar nicht so schlecht, mussten wir uns das Bier mit weniger Leuten teilen. Das letzte Bier habe ich übrigens gewonnen. Es ging darum, wer seine Hand am längsten ins Eiswasser tauchen kann und nach vlt 30 Sekunden war ich der Letzte. To Easy Keine Kälte gewöhnt die Australier :D Jeder, der einen Schneeball ohne Handschuhe rollen kann, hätte wahrscheinlich auch gewonnen. Aber die Australier kennen ja auch keinen Schnee :D

Am nächsten Tag sind dann Alex, Lena und Henni zu ihrem Roadtrip nach Melbourne aufgebrochen. Also blieben aus unserer Gruppe, nur noch Marion, Cathrin und Ich übrig und da Cathrin und Marion hier in Sydney einen Job gefunden haben und beide am Wochenende arbeiten, habe ich oft was mit den Leuten aus meinem Zimmer gemacht. Johannes aus Kassel, Sanne, Marisska und Jeroen aus Holland und Fred aus Belgien. Samstag sind wir zum Darling Harbour gegangen und haben uns das Feuerwerk angeguckt. Eines der besten Feuerwerke, die ich je gesehen habe und die machen das hier jede Woche. Einfach weil Samstag ist. Wer sichs leisten kann...

Sonntag waren wir dann beim Paddys Market. Dass ist ein riesiger Markt in Chinatown, auf dem die ganzen Asiaten ihre Sachen verkaufen. T-Shirts, Elektrozeug, T-Shirts, Souveniers, T-Shirts und gaaaanz viel Anderes Zeug. Natürlich alles Orginal. Wahrscheinlich ;-) Ich hab mir 4 T-Shirts für 20$ gekauft, um ein paar T-Shirts auszusortieren, die ich auf den Farmen versaut haben. (Die rote Erde lässt sich aufs Verrecken nicht auswaschen...)

 

13.12.2012

Hmm was soll ich sagen. Ich bin immer noch in Sydney. Viel zu lange schon. Nicht das mir Sydney nicht gefällt, aber mittlerweile habe ich hier alles gesehen und die Luft ist raus. Nachdem die Holländer in der letzten Woche alle weitergereist sind, bin ich die meiste Zeit mit Cathrin, Marion und ein paar französischen Freunden von Marion unterwegs. Aber ich weiss gar nicht mehr genau was wir die letzte Woche so alles gemacht haben. Man verfällt hier so langsam in einen Alltagstrott. Wenn gutes Wetter ist gehen wir zum Hyde Park, oder fahren auch mal zum Bondi Beach. Wenn das Wetter nicht so gut ist, dann schlägt man sich halt die Zeit im Hostel um die Ohren, oder man geht halt zum Reisebüro, um das kostenlose Internet zu nutzen.

Samstag waren wir wieder beim Feuerwerk. Nach 4 Monaten war ich zum ersten Mal mit einer Gruppe unterwegs, in der keine anderen Deutschen waren. Es gibt einfach viel zu viele von uns hier unten :D

Gestern war Carthrins Geburtstag. Das war auch der einzige Grund, warum ich nicht schon früher aus Sydney abgehauen bin. Immerhin haben wir schon meinen und Kays Geburtstag hier zusammen gefeiert.

Abends haben wir uns alle in unserem Hostel getroffen und zusammmen gekocht. Reis mit Chicken in Currysauße. Amazing :D Danach gabs noch Kuchen, den Kay und ich am Mittag gebacken hatten. Und -oh Wunder- er war sogar gelungen. Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet, weil der Temperaturregler vom Backofen nicht funktioniert hat und wir mehr oder weniger nach Gefühl gebacken haben. Naja ist ja gut gegangen :D

(Bild Kuchen vom unglaublich guten Kuchen ;-) )

Zum Abschluss sind wir dann mit der ganzen Gruppe weitergezogen und haben uns in Nachtleben von Kings Cross gestürzt.

Aber jetzt muss ich weg aus Sydney. Ich werde heute meinen Bus nach Canberra buchen. Warum Canberra? Keine Ahnung. Spontane Entscheidung. Ich wollte mal was anderes sehen und Canberra ist hier in der Nähe. Den nach Canberra geht es nach Sydney. Wieder Sydney. Ich hätte ja nicht damit gerechnet, aber ich habe für Weihnachten und Silvester noch ein Hostel in Sydney gefunden, was auch bezahlbar ist. Der einzige Haken an der Sache ist, dass ich bis zum 10. Januar buchen musste. Ich hab zwar absolut keine Lust wieder 3 Wochen in Sydney zu bleiben, aber Weihnachten und Silvester in Sydney war es mir wert. Die Chance bekomme ich nie wieder...

Und was dann nach Sydney kommt ist im Moment die große Frage. Bis zu meinem Rückflug blieben dann noch 7 Wochen. Ich hab mir jetzt mal eine ungefähre Reiseroute überlegt. Die genaue Route behalte ich mal für mich, weil es eh anders kommt :D

Für die Sachen, die ich unbedingt noch machen möchte brauche ich so 4-5 Wochen. Und die Westküste zum Beispiel ist außer 3 Tage Perth noch gar nicht in der Rechnung enthalten. Sollte also kein Problem sein, die restlichen 3 Wochen auch noch mit Programm zu füllen. Vom Geld her sollte das auch passen, wenn auch knapp. Wenn ich länger bleiben möchte, müsste ich arbeiten gehen. Um zum Beispiel weitere 4 Wochen zu Reisen, müsste ich mindestens 4-6 Wochen arbeiten. Das heißt ich müsste schon bis Anfang Juni verlängern, was mir zu etwas zu lang ist. Und diese Rechnung geht auch nur auf, wenn ich einen richtigen Job finde. Von Fruitpicking wollen wir hier mal nicht sprechen. Da habe ich ja in Childers gesehen, wie viel man da verdient. Da kann man froh sein, wenn man mit +-0 aus der Sache raus kommt und ich bleib nicht 4 Wochen länger, um 4 Wochen Äpfel zu pflücken :-P