Ein Jonas in Australien

Berichte von 02/2013

11Februar
2013

Coober Pedy

...Unser Ziel, die alten Minenstadt, lag 600km von der nächst größeren Stadt entfernt. Mitten in der Wüste, keine Baum, kein Strauch, kein Tier. Nur Steine und roter Sand. Unterbrochen nur von kleinen weißen Sandhügeln. Jeder Hügel, eine Mine. Schon seit hundert Jahren wird hier nach dem „Feuer aus dem Stein“ geschürft. Und die Menschen arbeiteten nicht nur unter der Erde, sie wohnten auch dort. Wer es sich leisten konnte, wohnte in einer alten ausgebauten Mine, um der Gluthitze an der Oberfläche zu entkommen. Wer sich keine alte Mine leisten konnte, oder wollte, lebte in einfachen Häusern, zwischen alten Autowracks und zurückgelassenen Bergbaumaschinen.

Aber immerhin war für das Nötigste gesorgt. Eine hundert Kilometer lange Pipeline bringt Wasser in die Stadt und draußen vor der Stadt tuckern die Dieselgeneratoren, die die Stadt mit Strom versorgen...

Klingt nach irgendeinem schlechten Endzeit-Film? Kann sein, ist aber auch eine ziemlich gute Beschreibung von Coober Pedy. Mein nächstes Ziel auf meiner Reise, oder eher gesagt ein kurzer Zwischenstopp auf meiner Rückfahrt von Alice Springs nach Adelaide.

1914 hat ein Junge auf der Suche nach Wasser zufällig den ersten Opal in dieser Gegend gefunden. Und das ist auch die einzige Existenzberechitigung für diese Stadt. Opale. Aus Coober Pedy und den drei „Nachbarstädten“ kommen 86% alle Opale. Und die Bedingungen sind wirklich hart. Im Sommer wird es über 50° heiß und im Winter fallen die Temperaturen auf 5-10° unter Null. Deshalb ist ein Teil der Stadt unterirdisch in alten Minen gebaut. Es gibt unterirdische Wohnungen, Büchereien, Kirchen und Hostels. Und genau dort hab ich auch übernachtet.

Radekas Underground Backpackers.

Von der Bushaltestelle wurden wir vom Besitzer des Hostels abgeholt. Und der Mann der da aus dem Shuttelbus stieg sah aus, wie man sich einen alten Bergarbeiter vorstellt. Jeans, Unterhemd, langer weißer Bart, Schlapphut :D

Im Hostel bekam ich ein 2er Zimmer für mich alleine, weil ich im Gegensatz zu den Anderen zwei Nächte bleiben wollte. Der Besitzer vom Hostel fragte noch, ob ich eine Decke leihen möchte, weil es Nachts auch wohl mal 20° „kalt“ werden könnte... Ich hab gesagt, es würde auch ohne Decke gehen :D

Im Hostel ging dann eine Treppe runter auf 6,5 Meter und dann kam ein langer Gang an dem dann rechts die einzelnen Zimmer lagen. Ich hatte Room 9, ein 2er Zimmer, welches ich wie gesagt für mich allein hatte. Das war das mit Abstand coolste Hostelzimmer in dem ich bis jetzt geschlafen habe.

Weil ich erst um 8 Uhr Abends angekommen bin, hatten alle Geschäfte in der Stadt schon geschlossen. Ich konnte also nicht im Supermarkt fürs Abendessen einkaufen. Aber in der Nähe von unserem Hostel gab es eine Pizzeria. Als Besonderheit gab es die „Coat of Arms“ Pizza. (Wappen-Pizza). Das australische Wappen besteht aus einem Känguru und einem Emu, die ein Schild halten. Und was kommt dann auf eine „Wappen-Pizza“? Richtig, Kängurufleisch und Emu-Salami :D

Am nächsten Morgen bin ich dann erstmal in den Supermarkt einkaufen gegangen. Und da gabs im Sonderangebot doch tatsächlich richtiges Brot für 2$. So mit Körnern und Kruste und so. Das erste richtige Brot seit 4 Monaten. Man kann mir so kleinen Dingen glücklich werden :)

Mittags hab ich dann eine Tour durch das Hinterland von Coober Pedy gebucht.

Am Anfang der Tour kamen wir an einem abgestürzten Raumschiff vorbei. Kein echtes, die gibt’s auch hier nicht ;), sondern eine Requisiete aus dem Film „Pitch Black“ mit Vin Diesel. In Coober Pedy wurden schon etliche Filme gedreht. Hauptsächlich irgendwelche Endzeit-Filme. Warum bloß?^^

Danach sind wir zur angelikanischen Kirche gefahren, die natürlich unterirdisch ist. Ganz interessant, aber was das alte Ölfass unter dem Altar sollte, weiß ich irgendwie nicht. Vielleicht wird man ja im Ölfass getauft....

Nach der Kirche ging es zum Golfplatz von Coober Pedy. Ja hier gibt’s einen Golfplatz, wobei das hier alles etwas anders ist. Der Platz besteht nur aus hellgrauem Geröll. Gespielt wird deshalb mit bunten Bällen. Grass gibt’s nur am Abschlag. Unterwegs trägt jeder Golfer sein kleines persönliches Stück Grass mit sich herum von dem dann Abgeschlagen wird. Einfach aus dem Grund, damit man sich seinen Schläger nicht vollständig ruiniert, wenn man mal wieder voll in den Boden drischt.

Dann sind wir zu den Minen gefahren. Der Zutritt zu den Minen ist eigentlich streng verboten, aber mit der Tour ist es erlaubt. Wir durften nur den Bus nicht verlassen. Der Grund dafür sind die vielen ungesicherten Minenschächte Wie viele es davon um Coober Pedy gibt weiß keiner genau, aber vorsichtige Schätzungen gehen von mindesten 2 Millionen Schächten aus. Und bei 30 Metern Tiefe kann sich glaub ich jeder vorstellen, was passiert, wenn man da reinfällt. Dann ist Schicht im Schacht xD

Am Ende von dem Minenfeld durften wir aber doch noch den Bus verlassen und in einem Haufen Abraum nach Bruchstücken von Opalen suchen. Ein paar schöne Steine haben wir auch gefunden auch wenn es wohl keine wirklichen Opale sind.

Nach unserer kleinen Schatzsuche sind wir weiter zur Mine und Haus von Crocodile Harry gefahren. Am Eingang wurden wir schon von der Frau des Hausmeisters gewarnt, wir sollten nicht zu Nah ans Haus gehen. Sie hätte die letzten paar Tage mit einem Brownsnake Biss im Krankenhaus gelegen und die Schlange müsste da noch irgendwo sein. Ich liebe Australien :D

Naja,Crocodile Harry war ein deutscher Baron, der nach dem 2. Weltkrieg nach Australien gekommen ist, erst in Nordaustralien als Krokodiljäger gearbeitet hat und dann später nach Coober Pedy, um nach Opalen zu buddeln. Dort wurde er dann zu einer Art Legende. Die Mine war nicht wirklich interessant. Beeindruckend nur, dass die ganze Höhle per Hand und Dynamit gegraben wurde, ohne Hilfe von Maschinen.

Aber sein Haus war einfach nur genial. Im Prinzip eine ganz Normale Höhle, aber früher muss es wohl Muss für jeden Besucher von Coober Pedy gewesen sein, Crocodile Harry zu besuchen. Und gegen eine kleine Spende dufte man sich auf der Wand verewigen. Dementsprechend sieht die Höhle aus...

Außerdem gibt es noch viele andere Sachen die die Besucher dort als Andenken aufgehängt haben. Mützen, Flaggen, BH's und Ausweise, oder Visitenkarten. Darunter zum Beispiel auch ein Führerschein von einem Kerl aus Nottuln :D Kleine Welt und so...

Weiter ging es zu den Breakaways. Das sind Felsen, die mitten in der Wüste stehen. Sieht so ählich aus, wie Arizona in den Staaten. Und hinter den Breakaways liegen die Moonstone Plains. Und genaus so stell ich mir das Outback vor. Steinwüste. Kein Baum, nur kleine Sträucher, knochentrocken und heiß. Und das ganze dann auch noch bis zum Horizont.

Die letzte Station auf der Tour war der Dingozaun. Dieser Zaun, soll die Dingos aus dem Norden von den Schafweiden in Südaustralien fernhalten. Mit 5300km Länge ist der Dingozaun die längste Konstruktion der Welt.

Am nächsten Morgen dann die große Überraschung, bedeckt und Nieselregen. SO hab ich mir das Outback nicht vorgestellt. Nach dem Frühstück, mit richtigem Brot, nur ums es noch einmal zu betonen, war der Regen aber auch schon wieder weg. Ich bin erstmal zur Library gegangen, denn selbst in so einer kleinen Stadt mitten in der Wüste gibt es eine Library mit kostenlosen W-Lan :D

Danach bin ich zur serbisch-orthodoxen Kirche gelaufen, die die schönste der unterirdischen Kirchen hier in Coober Pedy sein soll. Und da hab ich auch gemerkt, dass die Karte die wir bekommen haben nicht maßstabsgetreu ist. Auf der Karte sah es vielleicht nach 15 Minuten Fußweg aus, in Wirklichkeit waren es 45 Minuten. Pro Weg... (Ja Toni und Franzi, ich bin schon wieder ne Ewigkeit irgendwo hingelaufen ;-) )

Auf dem Weg bin ich auch an dem Windrad vorbeigelaufen auf das die Leute hier in Coober Pedy mächtig stolz sind und bei der Tour am Vortag bei jeder Gelegenheit erwähnt wurde. Naja als Münsterländer konnte mich jetzt ein(!) Windrad nicht wirklich schocken. Wenn wir jedes Windrad in die Karte für Touristen einzeichnen würden, wäre das ne ziemlich bunte Karte :D

Ich bin immer weiter weg von Coober Pedy mitten in die Minen rein. Null Orientierung. Sieht alles gleich aus und zwischen den Hügeln sieht man auch keine Anhaltpunkte. Also immer meiner tollen Karte nach.

Ok das Windrad ist rechts von mir und wenn ich jetzt noch ignoriere, dass dies eine Rechtskurve ist, die es auf der Karte nicht gibt, dann müsste ich jetzt rechts abbiegen, dann wieder links und da... Warum zu Hölle zeigt der Wegweiser an der Straße jetzt in die andere Richtung???

Ok dann folge ich halt dem Wegweiser. Mit Karten, besonders solchen Karten, komm ich nicht weit... (Nein das war nicht der Grund warum aus 15 Minuten 45 wurden. Ich bin auf direktem Weg zur Kirche, auch wenn ich nicht immer sicher war, ob ich richtig bin...)

Und ich weiß beim besten Willen nicht, was die vor der Kirche gemacht haben. Überall befestigte Straßen, oder zumindest Schotterwege, aber vor der Kirche nur Steinstaub. Fein wie Mehl und knöcheltief. Meine Schuhe sahen nachher dementsprechend aus...

 

Die Kirche selbst war dann wirklich beeindruckend. Im Gegensatz zur angelikanischen Kirche vom Vortag, hatten die Erbauer bei dieser Kirche auch in die Tiefe gebuddelt. Deshalb war der Kirchenraum bestimmt 4-5 Meter hoch. Dazu dann noch ein Buntglasfenster an der Rückseite.

Als ich wieder im Hostel war liefen zufällig gerade deutsche Nachrichten im Fernsehen. Dortmund hat verloren und Bayern hat Schalke vermöbelt. Perfekt.

Gut gelaunt bin ich dann noch um 5 zur Känguru-Aufzuchtstation gegangen. Dort werden junge Kängurus aufgezogen, deren Mütter von Lastern überfahren, oder von Aboriginies gegessen wurde.

Um 5 war dann Kängurufütterung. Dazu haben wir eine Dose mit Futter bekommen und die Kängurus kamen dann rangehüpft und haben einem aus der Hand gefressen.

Zum Schluss hat der Pfleger dann noch das jüngste Känguru geholt und es mit der Flasche gefüttert

Jetzt bitte ein „Ahhhh soooo cute“!

Und das wars dann auch schon mit meinem Stopp in Coober Pedy. Jetzt geht’s wieder zurück nach Adelaide und am Donnerstag steht dann meine Zugfahrt nach Perth auf dem Plan :)

08Februar
2013

The Rock

The Rock

 

Meine „Must-Do“ Liste für Australien:

 

  • Fraser Island

  • Whit Sundays

  • Tauchen

  • Silvester in Sydney

  • Great Ocean Road

  • Ayers Rock/Uluru

  • Zugfahrt nach Perth ü (kommt noch, aber Ticket ist schon gebucht)

 

Wie ihr seht ist nur noch der Punkt Uluru offen und ich finde es ist auch einer der schwierigeren Punkte. Während alle anderen Punkte an der Küste sind, liegt der Uluru mitten in Australien, ungefähr 1500km von der Küste weg. Ende Oktober habe ich in Cairns schon einmal überlegt zum Uluru zu fliegen, aber weil ich mich ja dafür entschieden hatte, mit Cathrin und Theresa nach Brisbane zu fliegen, blieb als einzige sinnvolle Alternative, die Uluru-Tour am Ende meiner Reise von Adelaide aus zu machen.

Und weil ich ja mittlerweile auch ziemlich am Ende meiner Reise bin, bin ich vor ca. 2 Wochen auch in Adelaide angekommen und dann gingen die Überlegungen wieder los. Machen, oder nicht machen. Aber weil ich bis jetzt Alles auf meiner Liste abhaken konnte, wollte ich den letzten Punkt jetzt nicht offen lassen. Ich hab mich also einen Tag hingesetzt, hab die Busse gebucht, die Hostels und die „The Rock Tour“, die mir schon Ende August auf Fraser Island empfohlen wurde.

Und ich sollte es nicht bereuen...

Sonntag Abend ging es dann los. Busfahrt von Adelaide nach Alice Springs. Fast 19 Stunden lang. Neuer Rekord ;-)

Um Adelaide herum war noch alles voller „Wiesen“ (die braunen Flächen), und nach der Nacht war ich auch schon im Outback, wobei ich doch überrascht war, wie viel Bäume da noch stehen.

 

 

In Alice Springs bin dann erstmal zum Hostel gelaufen, bei fast 40°. Danach noch zum Supermarkt, zwei 2l Wasserflaschen kaufen, Abendessen und früh ins Bett. Am nächsten Morgen ging mein Wecker nämlich schon um 5 Uhr. Sorry Zimmernachbar, aber ich habe dich gewarnt :D

Glücklicherweise gab es in dem Hostel auch schon so früh am Morgen das kostenlose „Frühstück“. (Ich finde es ja schon komisch mit einem kostenlosen Frühstück zu werben und dann jedem 2 Scheiben Toast zu geben. Oft habe ich aus Langeweile schon 2 Scheiben Toast roh gegessen, bevor die ersten 4 Toast aus dem Toaster kommen...)

Um 6 Uhr wurde ich dann vor dem Hostel abgeholt.

Unsere Gruppe bestand aus 21 Leuten im Alter von 20 bis 67 Jahren. 2 Amerikaner, 2 Schweden, 2 Schweizer, 3 Holländer, 1 Engländer und -oh Wunder- 11 Deutsche.

Dazu dann noch unser Tourguide. Seinen richtigen Namen haben wir nie erfahren, nur seinen Spitznamen Wookie. Seine Familie meinte, er würde Chewbacca aus Star Wars ähneln. Deshalb Wookie :D

   

Unsere erste Station sollte der Kings Canyon sein. Aber die Tatsache, dass hier in Australien alles ziemlich weit entfernt ist, gilt erst Recht hier im Outback. Daher mussten wir erst 6 Stunden Busfahren. Und ich muss meine Aussage, ich hätte mich ans lange Busfahren gewöhnt, etwas abändern. Nachtfahrten sind voll ok, von mir aus auch 15-16 Stunden, aber Tagfahrten sind immernoch genauso beschissen, wie eh und je.

Als wir endlich am Kings Canyon angekommen waren, gab es die erste kleine Enttäuschung. Eigentlich wollten wir die 6km Route oben am Rand des Canyons entlang nehmen, aber weil die Temperatur nach 11 Uhr über 36° lagen, war die Route gesperrt. In den letzten Wochen sind einige Wanderer dort fast an Dehydrierung gestorben, deshalb sind die jetzt besonders vorsichtig...

Wir durften also nicht links die „Heartattack Steps“ hoch, sondern mussten rechts den 2km Weg durch den Canyon nehmen.

Vorher gabs von Wookie noch 2 grundlegende Verhaltensregeln für die Nationalparks.

The only things you take are your photographs and the only things your leave are your footprints.“

(Das einzige was du aus dem Park mitnimmst sind deine Fotos und das Einzige was du zurücklässt sind deine Fußabdrücke)

Der Canyon war schon recht beeindruckend. Links uns Rechts fast senkrechte Felswände und in der Mitte ein Wald aus Eukalytus. Am Ende des Weges war eine Aussichtsplattform von der man einen guten Blick durch den Canyon hatte. Dort haben wir dann auch unser Mittagessen und Wookie hat uns etwas über die Entstehung des Canyons erzählt und über die Pflanzen, die dort wachsen, und wie die Aboriginies diese genutzt haben.

 

Nach ca. 90 Minuten sind wir aber schon wieder zurück gegangen. Eigentlich hätten wir noch eine andere kurze Route nehmen können, aber die ist leider vor 2 Wochen bei einem Buschfeuer verbrannt. Habe wohl kein Glück mit Nationalparks. Vor 4 Wochen war der Blue Mountains Nationalpark ja auch schon gesperrt...

Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Zwischenstopp in Erldunda gemacht. Dort konnten wir Bier für die nächsten beiden Abende kaufen. Vorrausplanen, nicht die Stärke eines Backpackers, aber 12 schien eine vernünftige Nummer zu sein. :) Ich wollte nicht wie auf Fraser und den Whitsundays ohne, bzw mit zu wenig Bier rumsitzen...

Da wir mit der ganzen Tour Bierkisten gekauft haben, mussten wir 30,60,90,120,150,... Bier kaufen und wie nicht anders zu erwartet waren wir bei 101 Dosen. Das heißt 11 runter, oder 19 drauf. Selbsterverständlich haben wir auf 120 erhöht :-p

Auf dem Weg haben wir dann auch noch Mount Connor gesehen. Auch Fooluru (Idioten Uluru) genannt, weil es immer wieder vorkommt, dass Leute bis dort fahren, Fotos machen und wieder umdrehen im Glauben den Uluru gesehen zu haben.Merke, nicht jeder große Stein im Outback ist auch ein Uluru :D

 

Später haben wir noch auf freier Strecke kurz angehalten um Feuerholz zu sammeln. Dabei hab ich zweimal hingeschaut was ich da aufsammel, weil Daniel, der mir auf Fraser diese Tour empfohlen hatte, sagte damals, dass ihm beim Feuerholzsammeln eine Redback über den Arm gelaufen ist. Man muss es ja nicht provozieren ;-)

Im Camp angekommen, hat Wookie über dem Feuer unser Abendessen zubereiten. Chili-Con-Carne mit Reis. Sehr lecker.

 

Der Sonnenuntergang hier im Outback war schon sehr beeindruckend, aber der Sternenhimmel danach toppt das noch um Längen. Man sieht hier so viele Sterne und Sternschnuppen. Einfach unglaublich. Auf dem Foto sieht man nur die hellen Sterner, die ganzen kleinen sind gar nicht erst auf dem Foto. Links sieht man sogar eine Sternschnuppe. Wookie sagte der Rekord für Sternschnuppen liegt bei 31 in 2 Stunden in einer ganz normalen Nacht. Ich glaub in Deutschland habe ich keine 10 Sternschnuppen gesehen. Dafür brauch ich hier keine Stunde... Teilweise sieht man sogar Satelliten vorbei fliegen. Wusste gar nicht, dass sowas möglich ist...

   

Geschlafen haben wir in Swags. Das sind übergroße Schlafsäcke aus dickem reißfesten Stoff mit integrierter Matratze. Sehr genial die Dinger. Ausrollen, normalen Schlafsack reinlegen, fertig. Dauert keine 2 Minuten und ist erstaunlich gemütlich. Den Swag kann man mit einem Großen Lappen, Monsterflap genannt, verschließen, damit keine Viecher rein kommen. Aber dann sieht man auch keine Sterne mehr. Im Dunkeln schlafen kann ich auch im Hostel... Also Monsterflap offen gelassen, Sterne geguckt und gehofft, dass Spinnen und Käfer draußen bleiben :D

Am nächsten Morgen wurden wir dann um 5 Uhr, noch vor dem Sonnenaufgang, von Wookie geweckt.

 

Wir wollten nach Kata Tjuta, auch Olgas genannt, einer Felsformation 35km vom Uluru entfernt. Und weil die Wanderroute um 11 Uhr morgens wegen den Temperatur gesperrt wurde, mussten wir früh los, damit wir um 11 Uhr fertig sind.

Kata Tjuta besteht aus 36 Felsen von denen der höchste fast 600 Meter hoch ist. 200 Meter höher, als der Uluru.

 

Wir sind durch das Valley of the winds (Tal der Winde) gelaufen. Jeder konnte für sich entscheiden, ob er die ganze Route (7,5km) läuft, oder die um 2km kürzere Version. Ich hab, wie die meisten Anderen auch, die lange Variante gewählt. Am Anfang sind wir außen an den Felsen vorbei gelaufen. Auf der einen Seite die riesigen roten Felsen und auf der anderen Seite die endlose Weite der Wüste.

Später sind wir dann nach Kata Tjuta rein und sind dann zwischen den riesigen Felsen gelaufen. Das war noch beeindruckender. Am Ende kam noch ein richtig steiles Stück, aber dafür gabs dann oben den besten Lookout der ganzen Tour.

Dort haben wir erstmal Pause gemacht und viele Fotos. Unter andrem auch diese tollen Sprungfotos :D


Die Strecke ist, bis auf das kurze steile Stück, eigentlich nicht wirklich anstrengend, aber durch die Hitze wird es dann doch hart. Auch morgens um 9 war es schon brutal heiß und am Ende von unserem 3 Stunden Walk, war ich auch fertig mit meinen 4 Litern Wasser :D

Nach dem Mittagessen, Wraps, ging es weiter zum Uluru.

Im Besucherzentrum wurde das Leben der Anangu gezeigt, den Aboriginies, die schon seit tausenden von Jahren in dem Gebiet um den Uluru leben. Ausgestellt wurden Werkzeuge und Alltagsgegestände der Anangu. Es gab auch eine große Infowand, die den Kampf der Anangu um die Rückgabe ihres Landes zeigt. Am Ende der Ausstellung gab es noch das „Sorry-Buch“. Darin waren die ganzen Briefe von Leuten aus aller Welt, die sich dafür entschuldigen, dass sie Steine vom Uluru mit nach Hause genommen haben. Es gab auch noch einen Laden in dem original Aboriginie-Souveniers kaufen konnte.Eigentlich hatte ich überlebt mir hier einen Bumerang zu kaufen, aber 200$ waren dann doch viel zu viel. Hab mir dann für 20$ diese Eidechse geholt.

(Foto will noch gemacht werden ;-) )

Von dem Parkplatz vor dem Uluru geht auch der Kletterweg auf den Uluru los. Bevor jemand fragt, wir haben sind natürlich nicht hochgeklettert. Der Kletterweg war wegen den hohen Temperaturen gesperrt. Aber selbst wenn der Klettterweg geöffnet wäre hätten wir es nicht gemacht. Gründe dafür gibt’s genug. Die Anangu möchten nicht, dass Leute da hochklettern, weil ihnen der Uluru heilig ist. Kann ich gut verstehen. Wir klettern und picknicken ja auch nicht auf dem Altar im Kölner Dom... Das Klettern schadet auch dem Fels. Auf dem Foto sieht man gut den weißen Strich auf dem Fels. Die Anangu nennen ihn die Narbe des Uluru. Nicht vergessen sollte man auch, dass der Aufstieg auf den Uluru auch nicht ganz ungefährlich ist. Offiziell sind 36 Meneschen beim Aufstieg ums Leben gekommen, zu sehen an den Gedenktafeln neben dem Aufstieg. Fragt man aber die Ranger fragt, dann liegt die Todeszahl auch wohl über 200, weil alle, die nach dem Aufstieg im Hotel an Erschöpfung, oder Herzinfarkten sterben, schaffen es nicht in die offizielle Statistik.

Der einzige Grund warum der Kletterweg noch nicht geschlossen ist: Tourismus! Die Tourismusbranche hat einfach Angst, dass keine Touristen mehr in Outback kommen, wenn man nicht mehr auf dem Uluru rumklettern darf. Bescheuert, auch jetzt klettern weniger als ein Drittel der Touristen auf den Uluru. Aber Wookie sagte, dass der Kletterweg vielleicht 2014 geschlossen wird. Nicht aus Rücksicht auf die Anangu, sondern aus Kostengründen. Dem Staat ist es schlicht zu teuer, die Rettungsteams zu bezahlen, die die verunglückten Touris vom Uluru hohlen...

 

 

Anstatt zu klettern haben wir den Mala-Walk gemacht. Eine kleine Tour direkt am Uluru entlang. Dabei hat Wookie uns bei Gelegenheit immer wieder Geschichten aus der Welt der Anangu erzählt.

Wir sind immer wieder an kleinen Höhlen vorbeigekommen in denen man teilweise alte Wandmalereien sehen konnte.

Dabei muss man aber aufpassen. Es gibt am Uluru einige „Sensible Sites“. Das sind Bereiche, die eine besondere Bedeutung für die Anangu. Zum Beispiel gibt es eine Höhle nur für Frauen, die die Männer der Anangu nicht sehen dürfen. Wenn jetzt ein Anangu-Mann diese Höhle sieht, auch auf Fotos, oder im Internet, dann wird er auch heute noch dafür bestraft. Und mit Strafen sind die Anangu nicht gerade zimperlich...

Daher bitten die Anangu darum, die „Sensibel Sites“ nicht zu fotografieren. Außerdem riskiert man eine 5000$ Strafe, wenn man erwischt wird. Aber eigentlich sollte die Bitte der Anangu für jeden ausreichen...


Nach dem Mala-Walk sind wir in auf einen Campingplatz gefahren auf dem wir die nächste Nacht bleiben wollten. Dort gab es sogar einen kleinen Pool. Sooo gut bei 40°. Und danach die erste Dusche seit Beginn der Tour. Auch keine schlechte Idee ;-)

Um 6 sind wir aber schon wieder losgefahren, um den Sonnenuntergang am Uluru zu beobachten. Es gibt einen offiziellen „Sunset Point“ und wie bei jeder größeren Touristenattraktion hier in Australien, war auch der Sunset Point natürlich völlig überlaufen. Insgesamt standen dort 8 große Reisebusse und 3 kleine Tourbusse. Die Gruppe neben uns hatte ein Champanger Buffet aufgebaut mit Stühlen und Kellnern und so. Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ich hätte aber nicht tauschen wollen, denn wir hatten Essen. Und mit meinem Bier war ich auch mehr als glücklich :D

Vom Sonnenuntergang war ich doch etwas enttäuscht. Der Uluru änderte nicht wirklich seine Farbe, sondern wurde einfach nur dunkler. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech, weil es bewölkt war. Naja so rot wie auf den Postkarten glüht der Uluru wahrscheinlich auch nur in Photoshop :D

   

Als wir wieder auf dem Campingplatz waren, ist erst einmal ein Dingo an unserem Bus vorbeigelaufen. Erhöht den Spannungsfaktor doch ungemein, wenn man draußen im Swag schläft :D

Sind aber trotzdem am nächsten Morgen alle wieder aufgewacht. Los ging es schon um 4.30 Uhr, weil wir den Sonnenaufgang am Uluru sehen wollten. Auch dafür gibt es wieder einen offiziellen „Sunrise Point“. Wir sind aber zum gleichen Punkt gefahren, wir am Abend zuvor. Einfach um der Masse an Touristen aus dem Weg zu gehen.

Und der Sonnenaufgang war auch viel besser, als der Sonnenuntergang. Man sah richtig wie der Himmel immer heller wurde, bis die Sonne dann schließlich direkt neben dem Uluru aufgeangen ist.


Nach dem Sonnenaufgang sind wir wieder zum Uluru gefahren. Für den letzten Tag hatten wir uns den längsten Walk aufgespart. Einmal die große Schleife um den Uluru drumherum. Wir konnten wieder zwischen einer kurzen und der langen 10km Strecke wählen. Ich hab wieder die Lange genommen, aber dieses Mal hätte auch die kurze Strecke gereicht. Denn die ersten 3 Kilometer, die wir mehr gelaufen sind, waren nicht wirklich interessant.Wir sind erst vom Uluru weggelaufen und erst später wieder direkt am Felsen entlang. Dann kam mann auch immer wieder an riesigen Felsen und Höhlen mit Malereien vorbei. Dabei musste man aber auch wieder aufpassen, dass man keine „Sensible Sights“ fotografiert.

Nach dem Walk war ich aber auch echt fertig. Ich dachte eigentilch das ich mich mittlerweile ans lange Laufen gewöhnt hätte. Toni und Franzi aus Berlin haben sich schon lustig gemacht.

 „Alle deine Geschichten fangen damit an, dass du irgendwo von A nach B gelaufen bist...“

Offensichtlich nicht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich in den letzten beiden Nächten nicht wirklich viel geschlafen hatte :D

Und dann war unsere Tour auch schon vorbei. Es fehlte nur noch die 6-7 Stunden Busfahrt zurück nach Alice Springs. Auf dem Weg haben wir noch an einer Kamelfarm angehalten, aber irgendwie hatte bei den Temperaturen keiner von uns Lust auf Kamelereiten. Wir haben dann nur Fotos gemacht. Großes Kamel, kleines Kamel, Känguru und ab zurück in den klimatisierten Bus.


Abends haben wir uns dann noch mit etlichen Leuten in der Bar getroffen und die Tour bei ein paar Bier ausklingen lassen.

Heute am Tag nach der Tour fühlt es sich irgendwie komisch an. Schließlich war das meine letzte große Tour hier in Australien. So langsam wird mir bewusst, dass meine Reise bald zu Ende ist. Am Anfang wusste ich ja gar nicht welche Reiseroute ich hier in Australien nehme, aber in allen Überlegungen waren die letzten 5 Stationen immer

Adelaide - Alice Springs - The Rock Tour – Adelaide - Perth

Und jetzt ist fehlen nur noch der zweite Stopp in Adelaide und Perth. Und in 24 Tagen flieg ich schon zurück. Hört sich zwar noch ziemlich viel an, aber wenn man bedenkt dass ich schon 185 Tage in Australien bin, dann ist das auf einmal nicht mehr so viel. Aber es werden bestimmt noch 24 schöne Tage und mit der Zugfahrt von Adelaide nach Perth liegt ein Highlight ja auch noch vor mir...

 

 

07Februar
2013

Blog Wettbewerb

http://www.lexiophiles.com/english/vote-for-your-favorite-ix13-blog

Hey,

mein Blog wurde für den IX13 Wettbewerb nominiert. Das ist ein Wettbewerb für Reiseblogs. Work and Travel, Au Pair, Auslandssemester, Schüleraustauch... die ganze Palette. Also alle einmal für mich abstimmen.

Geht ganz einfach. Oben auf den Link klicken und dann meinen Blog "Ein Jonas in Australien" auswählen. Und denn Link auch Freunden und Familie zeigen, damit möglichst viele für mich abstimmen :D

Und btw bin ich heute von meiner Uluru-Tour zurückgekommen. Das heist in den nächsten 2-3 Tagen dürfte es dazu einen Eintrag geben. :)