Ein Jonas in Australien

02November
2012

Brisbane 2.0

Jetzt sind es doch 2 Wochen hier in Brisbane geworden. Eigentlich wollte ich nur wenige Tage hier bleiben. Und Brisbane hat auch konsequent versucht mich wieder loszuwerden. Immer und immer wieder. Ihr werdet sehen, was ich meine ;-)

Es ging schon los, dass an dem Samstag an dem wir gelandet sind hier in Brisbane ein Rugbyspiel war. Australien gegen Neuseeland. Vergleichbar mit Deutschland-Holland im Fußball, wahrscheinlich noch extremer. In der ganzen Innenstadt gab es kein freies Hostel mehr. Wir haben dann in Manly, einem Vorort von Brisbane ein Hostel gefunden. Die haben uns dann auch vom Flughafen abgeholt. Wir haben 20 Minuten vorm Flughafen und er hat in seinem Auto gewartet. Klassiker :D Und dann 4 Leute, 3 große Rucksäcke und 3 kleine Rucksäcke in seinem Kleinstwagen unterbringen. Hatte was von Tetris.

In Manly sind wir dann noch zum Strand, bzw. zum Wasser gegangen. Erinnerte an Nordsee. Graues Wasser, Sturm, Wellen. Im Gegensatz zu Cathrin und Teresa konnte ich dem Drang widerstehen, dass riesige Klettergerüst am Strand zu entern :D

Cathrin und Teresa hatten auch schon für Montag einen neues Wwoof-Platz gefunden. Es war also klar, dass dies einer unserer letzten gemeinsamen Abende werden würde. Wir sind also zurück zum Strand und haben dort gegrillt.

Abgesehen von dem kurzen Einnicken im TV-Raum in Cairns war ich seit fast 40 Stunden auf den Beinen und ich hab mich deshalb schon früh mit Ohrstöpseln schlafen gegangen. Ich hab deshalb auch nicht mitbekommen, wie die 4 anderen aus unserem Zimmer mitten in der Nacht ziemlich betrunken zurückgekommen sind. Soll wohl ziemlich chaotisch gewesen sein.Soll Leute gegeben haben, die auf einmal einen Unbekannten neben sich im Bett liegen hatten. Ich weiss warum ich immer oben schlafe. Betrunkene können nicht klettern ;D

Am nächsten Morgen sind wir dann mit dem Zug in die Innenstadt gefahren und weil wir keinen Ticketautomaten gefunden haben, wollten wir unsere Tickets im Zug kaufen und sind direkt einem Kontolleur in die Arme gelaufen. Der hat uns erstmal erklärt, dass das hier nicht geht und dass das jetzt eigentlich 220$ für jeden kostet. Ich dachte 40 Euro in Deutschland wäre teuer...

Er hat es jedoch bei der Ermahnung belassen, nachdem wir ihm erklärt hatten, dass wir zum ersten Mal mit dem Zug fahren und auch erst seit 1 Woche in Australien sind.... Glück gehabt ;-)

Am Sonntag Abend haben wir uns dann mit Lars getroffen, der hier in Brisbane einen Job hat, und zusammen gegessen. Gute Backpackerküche. Einmal das Free-Food Regal plündern und gucken was man daraus so kochen kann. Gab dann Reis und Polenta (O-Ton Lars: „Ist das nicht ein Pokémon?“ :D) mit Bolognesesauße. Und nur das Fleisch für die Sauße mussten wir kaufen.

Ab 8 Uhr konnte man sich dann ganz offiziell an allen Taschen bedienen, die von ihren Besitzern nicht beschriftet worden waren. Während Teresa und Cathrin darauf gewartet haben, dass es 8 Uhr wird, haben Lars und ich uns auf den Weg gemacht etwas Goon für den Abend zu kaufen. Und ich muss sagen mit einer Packung Kekse und 2 Gläsern Fake-Nutella waren die Mädels erfolgreicher als wir. Wir beide sind in den ersten Bottleshop gegangen, der hatte aber nur Bier. Zu teuer... Und dann sind wir über eine Stunde durch Brisbane gelaufen ohne einen Bottleshop zu finden, der noch geöffnet hatte. Am Ende sind wir zum ersten Bottleshop zurückgelaufen und haben doch 2 Sixpacks Bier gekauft...

Mit dem Bier sind wir dann zum Fluss gelaufen und haben uns an einen Steg gesetzt. Richtig idyllisch. Aber wie gesagt Brisbane wollte uns loswerden und Brisbane schickte uns 2 Idioten. Beide ziemlich betrunken. Einer von denen ist schnell weitergegangen, aber der Andere war doch ziemlich anhänglich. Er wollte uns ständig umarmen, im nächsten Moment hat er uns gedroht und dann meinte er wir wären alle wieder beste Freunde. Nach einer Zeit ging er uns allen ziemlich auf die Nerven und Lars und ich haben ihm dann ziemlich deutlich gesagt, er solle uns endlich in Ruhe lassen. Hätte nicht gedacht, dass der sich in seinem Zustand noch mit Worten überzeugen lässt...

Nach einer Weile sind wir dann auch am Fluss zurückgelaufen und von weitem sah ich schon den Typ, der vorher schnell weitergegangen war. Um einer weiteren Diskussion aus dem Weg zu gehen haben wir dann einen anderen Weg genommen. Der Typ ist uns jedoch hinterhergerannt, hat irgendwas geredet von wegen er hätte wen umgebracht und wir sollten uns um seine Schwester kümmern. Jaja bla bla werd erstmal nüchtern. Er ist dann weiter gerannt, aber nicht ohne Teresa vorher noch von der Brücke in den Pool zu stoßen. Lars und zwei Australier haben noch versucht ihn einzuholen, aber leider ohne Erfolg. Das wär wahrscheinlich nicht bei Worten geblieben... Die Australier erzählten uns auch, dass der Typ gerade jemand Anderes verdroschen hat. Wie sich herausstellte, war das sein Freund, der uns vorher noch so auf die Nerven gegangen war und als ich gesehen habe, dass es ihm nicht allzu schlecht geht sank mein Mitleid doch stark gegen Null. Nach kurzer Zeit kamen auch Polizei und Krankenwagen und wir merkten, dass die Freundlichkeit der Australier offensichtlich endet, sobald sie eine Polizei- oder Sannitäteruniform tragen. Es hat ewig gedauert bis Teresa, klitschnass, Mitten in der Nacht, mal eine Decke bekommen hat. Und die Polizei hat uns erst zugesagt uns zum Hostel zu bringen, hat uns dann bestimmt ne halbe Stunde warten lassen und uns dann gesagt, dass sie es doch nicht machen und wir uns ein Taxi rufen sollten. Selbstverständlich konnte der Polizist uns kein Taxi rufen und Telefonnummern hatte er natürlich auch nicht. Durften wir also noch durch die Stadt laufen und nen Taxi suchen. Dass das dann 12$ für 5 Minuten Fahrt kostete war dann auch egal.

Am nächsten Morgen sind Cathrin und Teresa dann mit dem Bus weiter gefahren und ich muss sagen der Abschied ist mir doch schwer gefallen. Immerhin waren wir die letzten 5 Wochen zusammen unterwegs und auf einmal war ich wieder alleine. Das war ziemlich ungewohnt und hat mich auch ein bisschen aus der Bahn geworfen. Die nächsten Tage habe ich dann auch nichts besonderes gemacht. Am Mittwoch bin ich dann zu Lars ins Hostel gezogen und hab bei ihm im Auto gepennt. Hat dann nur 10$ pro Nacht gekostet. Und wer jetzt denkt das wäre bestimmt voll unbequem. Es war das erste „Bett“ in Australien in dem ich mich ganz ausstrecken konnte...

Und die Leute, die ebenfalls auf dem Parkplatz in ihren Autos übernachtet haben, waren auch richtig cool drauf. Da hat Brisbane dann auch wieder Spass gemacht.

Aber Brisbane wollte mich immernoch loswerden und da die Sache am Fluss ja offensichtlich nicht ausgereicht hat war es nur eine Zeit bis irgendetwas anderes passiert. Montag war es dann soweit.

Ich will nicht zusehr ins Detail gehen. Zusammengefasst kann man aber sagen, dass wir mit dem Auto zum Strrand gefahren sind und mit dem Zug zurückgekommen sind. In der zwischenzeit haben wir noch am Strand gegrillt und einen Unfall gebaut. Nichts passiert, nur Blechschaden, aber Lars Auto ist halt Schrott. Ich bin davon jetzt nicht so betroffen, aber für Lars ist es so ziemlich die größte Katastrophe, die hätte passieren können. Mit dem Auto ist zum einen sein günstiger Schlafplatz und sein Transportmittel weg und zum anderen kommen da noch die Kosten für den Unfall. Ironischerweise sind wir nur mit dem Auto gefahren, damit es nach 4 Wochen mal wieder bewegt wird und keine Standschäden bekommt...

Die Polizei hat auch wieder ihre Unfreundlichkeit unter Beweis gestellt. Keine Frage oder gar Hilfe, wie wir beide jetzt vom Arsch der Welt zurück nach Brisbane kommen. Unfall aufnehmen, Alkoholtest, Strafzettel schreiben (330$!!!!) und tschüss.

Als wir dann endlich wieder im Hostel waren, kam das nächte Problem. Das einzige freie Zimmer war ein Private-Room für 120$ pro Nacht. Wir konnten dann im Fernsehraum übernachten. Kostete auch nur 20$ für jeden! Kulanz? Fehlanzeige!
Am nächsten Tag haben wir dann ein 8er Zimmer bekommen. Für 30$... Lars ist jetzt in ein günstiges Hostel gezogen.

Ich hab ab Samstag einen Platz auf einer Farm. Zufälligerweise auch in Nimbin, wo Cathrin und Teresa auch sind. Irgendwie schon komisch bei wildfremden Leuten, von denen man nicht viel mehr weiss als der Name und die Adresse, anzurufen und zu fragen, ob man bei den wohnen und arbeiten kann. Aber die Frau klang am Telefon schon sehr freundlich :)
Jetzt wo sicher war, dass ich weiterreise, ließ Brisbane mich auch in Ruhe. Keine fießen Attentate mehr :D
Ich hab dann noch etwas vom Kulturprogramm gemacht. Museum, Kunstgallerie, Kirche, Botanischer Garten. Im Botanischen Garten war noch ein Sponsorenlauf. Hab ich nichts von mitbekommen, aber auf einmal sollte ich „kurz“ warten und dann sind 4500 Läufer vorbei gekommen :D

So morgen geht’s nach Nimbin. Gerade hat mich mein Host nochmal angerufen, weil die mich morgen aus Brisbane mitnehmen kann. 50$ Bus gesparrt. Vorrausgesetz wir finden uns, weil sie kennt die Straße von meinem Hostel nicht und ich kenn mich noch weniger in Brisbane aus.

Naja wird schon klappen – No worries mate :D