Ein Jonas in Australien

02Sept
2012

Fraser Island

Gestern bin ich von meiner Fraser Island Tour zurückgekommen und ich muss sagen es war richtig gut.

Die Informationsveranstaltung am Tag vor der Tour habe ich leider verpasst, aber ich finde daran bin ich relativ unschuldig, weil sie einfach ohne Ankündigung um 2 Stunden nach vorne verlegt wurde und ich zu der Zeit noch in Rainbow Beach im Nationalpark unterwegs war. Einziger Nachteil war, dass ich nicht wusste in welcher Gruppe ich bin und dass ich mir kein Bier für die Tour vorbestellen konnte. Beides Sachen die man noch verschmerzen kann...

Am ersten Tag der Tour wurde ich jedoch bei Auschecken aus dem Hostel schon abgefangen, damit ich mir mit ein paar Anderen, die ebenfalls nicht bei der Infoveranstaltung waren, zumindest den Film angucke. Darin ging es ums Fahren auf Sand und generelle Verhaltensweisen auf Fraser. Da lernte ich auch meine Gruppe kennen. Wir waren ein recht cooler Haufen aus 3 Deutschen, einem Pärchen aus Irland, 2 Italienerinnen und einem Engländer. Dann wurden uns die Autos gezeigt, mit denen wir auf Fraser fahren würden. Toyota Land Cruiser. Ein riesen Gefährt. 5 Meter lang, 2 Meter hoch und 2,5 Tonnen schwer und ich war froh eine Tour gebucht zu haben, bei der man selber fahren durfte und nicht mit einem Bus über die Insel gefahren wird. Wobei ich doch schon Respekt davor hatte das Ding zu fahren, besonders weil halt noch 7 andere Leute in dem Auto saßen. Aber als ich am 2. bzw 3. Tag fahren durfte wars einfach nur geil. Ich glaube,dass jemand der es nicht gemacht hat, sich  nicht vorstellen kann, wie viel Spass es macht mit 80 Sachen über den Strand zu fahren. Und auf dem harten Sand direkt am Wasser fährt es sich wie auf einer Straße und im weichen Sand rutscht man wie auf Schnee. Bei meinem Fahrt am 2. Tag musste ich auch eine Strecke durch richtig tiefen Sand fahren. Unser Tourguide Jake hat mir kurz erklärt was ich zu machen habe und dann los. Auf Low-Gear umschalten für schweres Gelände, anfahren im 2. Gang, weil einem sonst der Motor um die Ohren fliegt, hochschalten in den 3., Gaspedal bis zum Boden durchtreten und die 200 Pferde unter der Haube ihre Arbeit machen lassen. Ich bin sogar durchgekommen ohne mich festzufahren, aber auf der anderen Seite angekommen hat unsere Karre gequalmt und gestunken. Irgendwie hat die Klimaanlage gefressen und der Keilriemen ist dann auf der Riemenscheibe geschmolzen. Die blöden Sprüche meiner Mitfahrer hab ich einfach mal ignoriert, weil ich ja genau das gemacht hatte, was Jake mit gesagt hatte. Bei der kurzen Reperatur (Taschenmesser, Keilriemen durchschneiden, Fertig) konnten wir auch direkt die Beule aus der Motorhaube drücken, die entstanden war, als wir uns für ein Foto mit 4 Leuten drauf gestellt haben. Egal, die 10$ für die Autoversicherung müssen sich ja auch lohnen ;-)

 Am ersten Tag sind wir zum Lake Wabby gefahren. Der Süßwassersee lag  mitten im Wald und grenzte an eine große Sanddüne. Auf dem Weg zum See haben, lag mittem auf dem Weg eine Schlange und obwohl sie nur ca. 40cm lang war, haben wir alle einen großen Bogen drumherum gemacht. Besonders, weil mit der Brown Snake und dem Taipan zwei extrem giftige Schlangen auf Fraser leben. Außerdem waren wir am Wrack der Maheno, einem Luxusdamper, der vor über 70 Jahren dort gestrandet ist. Am zweiten Tag sind wir nach Ellies Creek gefahren, einem Fluss, dessen Wasser so klar ist, dass man es sogar trinken kann. Dann sind wir weiter zu den Champagne Pools gefahren (auf diesem Stück hab ich die Klimaanlage zerlegt). Die Pools sind kleine Becken in den Felsen, die von den Wellen mit Wasser gefüllt werden, aber keinen direkte Verbindung zum Meer haben und deshalb die einzige Stelle auf Fraser ist, wo man im Meer baden kann. Im Ozean kann man nicht schwimmen, weil die Strömung zu stark ist. Und wenn das einen nicht tötet übernehmen das die Haie ;D

Zuletzt sind wir noch nach Indian Head gefahren. Das ist ein großer Felsen der weit ins Meer ragt und von dem man eine schöne Aussicht auf die angrenzenden Strände hat. Außerdem haben wir dort im Wasser Rochen, kleine Haie und man wieder Wale gesehen.

Am letzten Tag sind wir zum Lake McKenzie gefahren. Dafür mussten wir 45 Minuten über eine Sandpiste durch den Urwald fahren. Man wurde ganz schön durchgeschüttelt und da war auch klar, warum man nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb auf die Insel darf.

Lake McKenzie ist ein wunderschöner See mitten im Urwald mit kristallklarem Wasser  und weißem Sandstrand. Leider wurde über die Hälfte des Strandes vor einem Jahr bei einer Überschwemmung weggespült und seitdem schimmert das Wasser auch nicht mehr so blau wie man es auf den Fotos im Internet sieht. Aber trotzdem immer noch der mit Abstand schönste See den ich bis jetzt gesehen habe.

Geschlafen haben wir in Zelten, die in einem Camp im Wald aufgebaut waren. In diesem Camp haben wir auch gekocht, Lagerfeuer gemacht und Abends Party gemacht. Und mitten im Wald campen ist auch eine Erfahrung. Da läuft einem nachts auf dem Weg zur Toilette auch schon mal ein Dingo über den Weg. Und man gewöhnt sich auch an die Spinnen auf der Toilette und in der Dusche. Die Spinne in unserem Zelt war zum Glück so klein (vlt so groß wie eine 2 Euro-Münze), dass man sie noch ganz klassich mit einem Schuh erschlagen konnte. Sicher ist sicher :D

Die Abende im Camp waren lustig. Besonders am Lagerfeuer die Geschichten von anderen Backpackern zu höhren, die schon mehrere Monate in Australien sind. Das macht Lust auf mehr.

Heute Morgen musste ich überraschend das Hostel wechseln. Eigentlich wollte ich noch eine Nacht nachbuchen, um meine ganze Wäsche zu waschen, aber das Hostel war völlig ausgebucht. Somit durfte ich meinen ganzen Rucksack wieder einpacken, nachdem ich vorher alles ausgepackt und nach Farben (hell und dunkel ;-) )aufgeteilt hatte. Zum Glück gabs im Hostel nebenan noch ein Bett für mich. Muss ich halt hier meine Wäsche waschen und meine weitere Reise planen, wobei ich wieder nicht weiß wo es für mich hingeht. Ich hoffe ich finde mal Leute mit denen ich zusammen reisen kann, aber die Leute mit denen ich die letzten Tage zusammen war, reisen alle in den Süden und von da komm ich ja gerade...

DingoLake WabbyUrwald auf FraserSchlangeWrack der SS MahenoEllies CreekIndian HeadLaker McKenzieLaker McKenzieLaker McKenzieUnser AutoBester Fahrer ;-)Fahren am StrandUps :DMeine GruppeUnser Camp