Ein Jonas in Australien

29Sept
2012

Nachtleben Townsville

Nachtleben Townsville

Nachdem wir heute und gestern nur Absagen bei der Jobsuche bekommen haben, wollten wir uns zur Aufmunterung ins Nachtleben von Townsville stürzen. Und ich hatte auch richtig Lust, weil letzten Samstag in Airlie Beach nicht wirklich mitfeiern konnte, weil ich mir ja am Samstag Morgen die Schulter ausgekugelt hatte. Und schon mal versucht zu tanzen, wenn man einen Arm nicht bewegen darf. Geht gar nicht und sieht wahrscheinlich auch noch ziemlich scheiße aus :-P

Aber heute sollte es was werden. Also haben Kay und ich vorm Essen noch schnell eine Box Goon(*) vom Bottleshop geholt. Zufällig war in dem Laden eine Promo-Aktion von Jägermeister bei der man neue Jägermeister Mixgetränke testen konnte. Das erste schmeckte ganz gut, das zweite nicht. Und 4 Dosen sollten auch „nur“ 20$ kosten. Einmal laut gelacht und weitergehts :D Aber hey immerhin gabs Jägermeister. Der Abend ging also schon gut los.

 

Nach dem Essen haben wir noch ne Runde Poker gespielt, um noch etwas Zeit zu überbrücken. Aus leidiger Erfahrung weiß man ja mittlerweile, dass man zumindest in Deutschland vor 10 das Haus nicht verlassen sollte. Schon mal vor 10 im Ballhaus gewesen? Das macht man kein zweites mal und warum sollte das hier anders sein. Die Pokerrunde bot natürlich auch eine perfekte Gelegenheit, um noch das ein oder andere Glas Goon zu trinken. Weil auch das hat man schon in Deutschland gelernt. Gehe nicht nüchtern in nen Club, wenn du nicht musst.

Um 23 Uhr, als alle Pokerchips mal wieder bei Kay gelandet waren und unsere Goonbox auch schon deutlich leichter war, sind wir losgezogen.

Als erstes sind wir in so eine Mexikanerkneipe gegangen. Sah ganz nett aus, aber die wollten 15$ für ein Long Island Icetea. Da hab ich mich doch in die Davidwache gewünscht. Da bekomm ich fürs gleiche Geld 3 Long Island und bin damit recht gut bedient für den Abend.

Wir haben dann recht schnell beschlossen es woanders zu probieren und sind ein paar Meter weiter in „the bank“ gegangen. Nach der obligatorischen ID-Kontrolle am Eingang haben Cathrin und Teresa die Kasse einfach mal links liegen lassen und sind so reingegangen. Kay und ich durften natürlich bezahlen :-/ Aber vielleicht geht da drin ja die Party. Also 10$ (!) Eintritt bezahlt und den Mädels hinterher. Und dann? Nichts! Vielleicht 40 Leute im Club. Wir 4 sind dann auf die Tanzfläche gegangen und waren die einzigen... Hallo Townsville, Studentenstadt, 180000 Einwohner, größte Stadt in Nordaustralien, Freitag Abend, 12 Uhr und wir stehen alleine auf der Tanzfläche. Gehts noch. Das war uns dann doch zu blöd und wir sind wieder raus.

Wir sind dann weiter zum Casino hier in Townsville. Wir haben nämlich beschlossen, weil es ja mit der Jobsuche nicht klappt, dass Kay uns unsere weitere Reise mit Poker finanzieren muss. Am Eingang haben die anderen Drei ihre Führerscheine vorgezeigt und ich meinen Perso. Bei allen kein Problem nur mich fragt er was das denn für eine Karte sei. Bitte was? Perso, ID-Card. Die wurde nur zu dem Zweck erfunden, um sich damit auszuweisen. War dann am Ende auch kein Problem...

Im Casino gabs dann leider keine Pokerrunde. Nur Spielautomaten mit bestimmt 15 Knöpfen und einem Spiel was ich nicht verstanden hab. Und ich hatte auch nicht sonderlich Lust mich damit zu beschäftigen. Warum gibt’s keine Einarmige Banditen. Geld rein, Hebel ziehen, 3 Gleiche gibt Geld. Versteht jeder, aber nein man muss es ja kompliziert machen.

An den Spieltischen wurde Blackjack und Roulette gespielt. Blackjack kann ich nicht und beim Roulette betrug der Mindesteinsatz für ein Feld mit 1:1 Chance (Schwarz oder Rot) 10$. Das war also nichts. Kay überlegt noch sich Sonntag für eine Pokerrunde zu registrieren, aber bei 50$ geht man da glaub ich ganz schnell unter...

Auf dem Rückweg vom Casino sind wir dann noch einmal in „the bank“ gegangen, aber weil es immer noch so trostlos war, wie 2 Stunden davor sind wir auch direkt wieder raus gegangen.

Wir haben uns dann noch in unserem Hostel an den Pool gesetzt und haben nach einem weiteren Glas Goon den Abend beendet. Nachtleben von Townsville, ich bin entäuscht von dir.

Morgen wollen wir es nochmal probieren. Da ist nämlich das Football Finale hier in Australien uns seit Wochen fiebern alle diesem Spiel entgegen. Man muss sich das ungefähr so vorstellen, als wenn Bayern und Dortmund am letzten Spieltag punktgleich an der Tabellespitze stehen und dann gegeneinander spielen. Und weil die Australier ziemlich verrückt sind, was Sport angeht, sollte morgen zumindest in den Bars gute Stimmung sein. Hoffentlich :D

 

 

(*) Goon

Da die meisten glaub ich nicht wissen, was Goon ist, hier mal eine kleine Erklärung.

Vorne weg, die Alkoholgesetze hier in Australien sind ziemlich krank. Natürlich ist es verboten auf der Straße zu trinken und Alkohol kann man auch nicht im Supermarkt kaufen, sondern nur in speziellen Bottleshops. Und beim Kauf muss man immer den Ausweis vorzeigen. Nicht nur der Käufer, sondern bitte jeder aus der Gruppe. Wenn einer keinen Ausweis hat, tja schade, gibt’s halt heute nichts. Und versuch erst gar nicht eine Viertelstunde später alleine wieder zu kommen...

(Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ist alles schon vorgekommen)

Und dann die Preise. Jeseits von Gut und Böse. Flasche Jägermeister 50$, Kiste Bier (30 Dosen) 40$, Sixpack Bier 15$,...

Bleibt eigentich nur besagter Goon. Goon ist ein 4-Liter Kanister Wein. Steht zumindest drauf. Es steht aber auch drauf, dass Ei- und Milchprodukte enthalten sein könne. Also besser nicht nachdenken was man da gerade trinkt. Goon gibt’s in allen möglichen Sorten. Eigentlich alles was ein normales Weinregal auch hergibt. Weißwein, Rotwein, trocken, halbtrocken, fruchtig,...

Die Preise liegen zwischen 10$ und 15$ pro Kiste und der Geschmack liegt irgendwo zwischen „grausam“ und „geht wohl“. Schlimmer als der Geschmack ist jedoch der Tag danach. Mittlerweile geht’s. Vielleicht weil ich mich daran gewöhnt habe, oder kurz vorm Schlafengehen noch mal viel Wasser trinke, aber als wir das Zeug in Brisbane zum ersten Mal getrunken haben, war der nächste Morgen echt Horror.

Aber wenn man etwas trinken will und nicht im Geld schwimmt, führt hier in Australien wohl kein Weg am Goon vorbei.