Ein Jonas in Australien

26August
2012

Rainbow Beach

26.08.12

Hatte ich im letzten Blogeintrag geschrieben, dass meine Reiseplanung sehr spontan werden würden? Sie wurden es mal wieder. Gestern saß ich im Reisebüro, weil es dort freies Internet gab, um mein Bus nach Hervey Bay zu buchen. Nachdem ich meinen Bus gebucht hatte und gerade dabei war ein Hostel in Hervey Bay zu buchen, fragte mich plötzlich Steve, der der Inhaber von dem Reisebüro ist und zufällig an meinem PC vorbeikam, warum ich nach Hervey Bay fahren würde und was ich dort machen wollte. Ähm ja warum eigentlich Hervey Bay? Ich wollte nach Fraser Island und Hervey Bay lag auf dem Weg nach Norden. Er fragte mich, ober mir mal ein bisschen was über Hervey Ba, Rainbow Beach und Fraser Island erzählen dürfte.Klar warum nicht, der hat bestimmt mehr Ahnung als ich. Meine Informationen sind ja eigentlich nur die paar Sätze aus dem Lonely Planet. Aus den paar Informationen wurde dann ein ganzer Wasserfall, aber der Kern der Sache war, dass Rainbow Beach besser ist als Hervey Bay und der Lonely Planet doof ist :D

Nach einem weiteren Gespräch, diesmal aber mehr über Gott und die Welt, hat er mir dann ein, meiner Meinung nach, echt gutes Angebot gemacht über 5 Tage Rainbow Beach inklusive 3 Tagestour auf Fraser Island. Und da es mir eigentlich nur um Fraser Island ging und es mir relativ egal war, ob ich jetzt von Hervey Bay, oder von Rainbow Beach nach Fraser fahre, habe ich das Angebot auch angenommen.

Heute morgen bin ich dann schon um 7 Uhr aufgestanden. Zum einen, weil ich selbst um halb zehn meinen Bus erreichen musste, und zum anderen um Greta zu verabschieden, die bereits eine Stunde früher los musste. Ganz schön komisch wenn auf einmal alle Freunde mit denen mal die letzten 19 Tage unterwegs war weg sind und man wieder ganz alleine ist. Fühlte sich so an wie Frankfurt Flughafen direkt hinter der Sicherheitskontrolle, nur dass ich damals wusste, das da irgendwo 8 andere Leute waren, die mit mir reisen würden. Und jetzt fährt man ganz alleine in eine unbekannte Stadt, ohne zu wissen welche Leute man da trifft. Auf der einen Seite ist das genau das, was ich machen wollte, aber auf den anderen Seite macht man sich auch so seine Gedanken, ob das alles nicht eine Nummer zu groß war. Und auf einer dreistündigen Busfahrt hat man viel Zeit zum denken...

In Rainbow Beach angekommen löste sich meine erste Sorge, das Hostel nicht zu finden, gleich in Luft auf, weil der Bus dirket vorm Hostel gehalten hat. Eigentlich eine bescheuerte Idee, das Hostel nicht zu finden, aber wie gesagt in 3 Stunden hat man viel Zeit zum denken :D

Im Hostel angekommen habe ich 2 andere Deutsche getroffen, die aber leider die Fraser Tour einen Tag vor, bzw einen Tag nach mir machen. Ich kenn also immer noch niemanden, der die Tour mit mir macht. Aber morgen bei der Einführungsveranstaltung werde ich die dann wohl kennenlernen...

In meinem Zimmer habe ich auf jedenfall schonmal einen Schweden wiedergetroffen, mit dem wir uns in Noosa schon kurz darüber unterhalten haben, wie gut und vor allem günstig das deutsche Bier ist. Die Welt ist klein und wie klein sie ist merkte ich dann, als ich mit 3 Anderen zum Strand ging. Da lief mir nach 30 Metern Kay über den Weg, der in Brisbane geblieben war, als Greta, Eric und ich nach Noosa gefahren sind. Und jetzt wohnt er ein Hostel neben mir. Verrückt :D

Das Abendessen hielt dann gleich zwei Enttäuschungen für mich bereit. Die erste waren die Nudeln, die hier übrigens dreimal so teuer sind, wie in Noosa oder Brisbane. Ich wunderte mich schon über diese schwarzen Stückchen im Wasser, als ich die Nudeln ins Wasser kippte und bei einem Blick in die Tüte bewegten sich die Stückchen auch noch. Käfer! Echt wiederlich! Also durfte ich meine volle und teuer bezahlte Packung Nudeln in den Müll schmeißen. Zum Glück gab mir eine andere Backpackerin was von ihren Nudeln ab, sodass ich wenigstens etwas zu essen hatte. Danke nochmal dafür :)

Die zweite Entäuschung gabs dann an der Bar. In diesem Hostel sind die meisten Gäste Urlauber, die offensichtlich nicht so sehr aufs Geld achten müssen wie ich und die sich abends auch schon mal an die Bar setzten und da möchte man ja nicht mit leeren Händen daneben sitzen. Also zur schnell zur Bar und ein Pint (0,5l) bestellt. Und weil ich keine Ahnung von australischem Bier habe, habe ich auf die Frage was ich haben wolle, einfach mal den mittleren Zapfhahn gewählt und prompt die Niete gezogen. Cider - Apfelwein. Na toll 5$ für ein Glas Apfelschorle. Der Vorteil von dem Ganzen war, dass ich den ganzen Abend nichts anderes mehr getrunken habe, weil ich bestimmt 2 Stunden gebraucht habe, um das Glas Apfelsaft zu trinken. Nächstes Mal sag ich einfach ich möchte ein Bier. Egal was. Das versteht hoffentlich jeder...

Ansonsten war der Abend ganz lustig und es wurde zum ersten Mal ausschließlich Englisch gesprochen. Ich habe zwar Alles verstanden, aber das Sprechen fällt mir doch noch schwer. Mir fallen einfach nicht schnell genug die richtigen Wörter ein und dann sitzen da die Schweden und Norweger, die einfach mal Englisch fließend sprechen können... Da hängt man dann immer ein zwei Sätze hinterher. Naja ich denke das ändert sich noch, wenn man länger hier ist und immer Englisch sprechen muss.

Es hat heute auch zum ersten Mal, seitdem ich hier in Australien bin, geregnet. War ja eigentlich auch klar, dass zum Regenbogenstrand auch Regen gehört :D

Hoffentlich regnet es während der Fraser Tour nicht....